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Wegschneiden oder Wegwerfen? Wie schlimm ist Schimmel wirklich?

Kann man verschimmelte Lebensmitteln noch essen, wenn die befallenen Stellen großzügig abgeschnitten werden, oder sollte man alles wegwerfen?

von

Verschimmeltes Brot

Grün auf Brot word wohl nie zur Trendfarbe werden.

© Corbis. All Rights Reserved.

Der Blick in den Kühlschrank oder in die Brotdose birgt bisweilen gar nicht schöne Überraschungen. Dann nämlich, wenn die gerade erwählte Leckerei der Wahl von einem ungustiösem, grünweißen Pelz überzogen wurde. Aber bedeutet dies auch, dass ich nun das gute Stück überhaupt nicht mehr essen kann, oder genügt es, wenn ich den Schimmel entferne?

Um es kurz zu machen: Den sichtbaren Pelz einfach nur abzuschaben genügt auf keinen Fall, da für unser Auge unsichtbare Schimmelpilzfäden, sogenannte Hyphen, schon weitaus mehr von dem Lebensmittel durchzogen haben könnten. Bei den meisten Produkten reicht leider auch großzügige Entfernung nicht aus. Denn sowohl der sichtbare, als auch der unsichtbare Teil des Schimmel kann gesundheitsgefährdend sein. Wobei dies meist nicht in einer akuten Vergiftung mündet, sondern vor allem Langzeitschäden zu befürchten sind. Bei häufiger Aufnahme steigt das Risiko von Leberschädigungen und Krebserkrankungen.

Entscheidend für die Wegwerftendenz ist die Konsistenz des Lebensmittels. Je flüssiger oder je lockerer diese ist, desto besser können sich die giftigen Schimmelfäden verbreiten. Brot, Säfte, Milchprodukte, Kompotte, Fleisch, Wurst, Obst und Gemüse, aber auch Nüsse sollten also bei Befall sofort entsorgt werden.

Hartkäse oder Karotten beispielsweise jedoch weisen eine sehr harte Konsistenz auf. Hierbei könnte kleiner Schimmelbefall einfach großzügig weggeschnitten werden und der Rest noch verspeist werden. Dies gilt natürlich nicht für Frisch- oder Weichkäse. Achtung bei Schimmelkäse: Dieser ist um den besonderen Geschmack zu erzeugen, von einigen erwünschten und ungiftigen Schimmelpilzarten befallen. Allerdings kann selbst dieser verschimmeln, wenn sich unerwünschte hinzugesellen! Dann weg damit!

Was Schimmelpilze gar nicht mögen, ist Zucker. Daher schimmeln Honig und Marmelade nicht. Allerdings kann der süße Aufstrich verderben, wenn Kondenswasser vom Deckel auf die Marmelade gelangt - dann verändert sich dort der Zuckergehalt und es kann zu Schimmelbildung kommen. Ist es so, dann ab in den Mistkübel damit!

Es nützt übrigens nichts, verdorbene Nahrung zu kochen oder einzufrieren. Schimmelpilzgifte vertragen sehr hohe, als auch niedrige Temperaturen. Schimmel liebt Wärme und Feuchtigkeit sogar. Daher Lebensmittel am besten kühl und trocken lagern und Frisches möglichst rasch verbrauchen.

Essenziell ist darüber hinaus, bereits befallene Lebensmittel von Unbefallenen zu trennen und nicht offen liegen zu lassen. Sonst verbreiten sich die Schimmelsporen ungeniert. Teller, Gläser und Unterlagen, die mit Schimmel in Kontakt kamen stets gründlich reinigen, am besten mit Essigessenz oder alkoholhältigen Reinigungsmitteln.