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Kann mehr Schlaf dein Sexleben verbessern?

Müdigkeit wird von Frauen oft als Hauptgrund genannt, wenn sie keinen Sex mit ihrem Partner haben. Aber könnte mehr Schlaf das Liebesleben verbessern?

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Eine Frau liegt traurig im Schlafzimmer auf dem Bett, sie trägt eine rosa Weste und Strümpfe.

Ein Nickerchen für mehr Erotik?

© iStockphoto

"Schatz, heute nicht, ich habe Migräne!" Auch wenn dieser Satz in Klamauk-Filmen gerne als häufigster Vorwand für weibliche Unlust fällt – die Wahrheit sieht anders aus. Müdigkeit, so ergab eine Umfrage vor drei Jahren, hat "Kopfschmerzen" als Erotik-Killer Nr. 1 überholt.

Allerdings, so ergab eine amerikanische Studie unter 1.000 Arbeitnehmern aus drei verschiedenen Unternehmen, fühlten sich 76% tatsächlich zu erschöpft, ums abends im Bett noch krachen zu lassen. "Ich bin zu müde für Sex!" dürfte also keine vorgetäuschte, sondern vermutlich die Wahrheit sein.

Zu müde für Sex? Ob mehr Schlaf wirklich hilft...

Dass Schlafmangel zu Übergewicht, Herzkrankheiten, Diabetes und einer Verringerung der Lebenserwartung führen kann, das wissen wir bereits. Aber ruiniert er auch unser Sexleben? Tatsächlich gibt es noch nicht wahnsinnig viele Untersuchungen, wie sich fehlender Schlaf auf die Erotik niederschlägt.

Das "Journal of Sexual Medicine" veröffentlichte nun eine Pilotstudie unter 171 jungen Frauen. Diese ergab: Der Schlaf beeinflusst, wie viel Lust sie auf Sex hatten – aber das korrespondierte nicht damit, wie MÜDE sie sich tatsächlich fühlten. Trotzdem führte eine zusätzliche Stunde Schlaf zu einer 14%igen Steigerung der Testerinnen-Lust. Die Probandinnen fühlten sich nach mehr Schlaf auch leichter sexuell erregt (was wieder auf einer Skala für genitale Erregung, dem sogenannten "Sexuellen Funktions Index" gemessen wurde.)

Lustfaktor: Bessere Genital-Durchblutung im Schlaf

Warum Schlafmangel die Lust der Frau beeinflusst sei reichlich kompliziert, urteilt Studienautor Dr. David Kalmbach von der Universität Michigan. "Das sexuelle Verlangen der Frau selbst ist kompliziert. Wir wissen aus internationalen Untersuchungen, dass zwischen 20 und 50% der Frauen Sexprobleme haben. Oft haben sich keinen ausgeprägten Wunsch danach oder es dauert einfach länger, bis sie wirklich erregt werden." Wie viel der Lustlosigkeit durch medizinische, soziale oder psychologische Faktoren bedingt ist, sei nach wie vor völlig offen.

Laut Experten haben 20% der Frauen Probleme, beim Sex richtig feucht zu werden (die Gründe reichen von unzureichendem Vorspiel bis zum Einsetzen der Wechseljahre). Während des Schlafs, vor allem in der REM-Phase, so Dr. Kalmbach, verstärkt sich der Blutfluss in der Vagina. "Die durch längeren Schlaf verbesserte Durchblutung führt zu einem erhöhten Lustempfinden." Außerdem steigert sich die Produktion der Androgen-Hormone (Vorläufer der weiblichen Geschlechtshormone Estrogen) ... wir sind offener für ein schnelles Hoppeldipoppel.

Der Schluss der Studie: Wer sieben bis neun Stunden täglich schläft, verbessert zwar vielleicht nicht den Sex an sich – aber er hat zumindest mehr Lust darauf.

Thema: Sex & Erotik