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Warum du Sonntags das Bett nicht verlassen solltest

Sonntag. Der Tag der Woche, an dem wir länger schlafen. Jetzt behaupten Forscher: Die Änderung des Schlafrhythmus ist gefährlich. Warum wir trotzdem liegen bleiben.


Warum du Sonntags das Bett nicht verlassen solltest

Dann dreh ich mich wieder um und schlafe

© iStockphoto

Sonntag! Das ist (außer, du hast Kinder) der Tag in der Woche, an dem man mal ein wenig ausschlafen kann. Wo man sich im Bett wälzen, die Augen wieder schließen und noch ein oder zwei Stündchen wegmützeln kann...

Aber nun? Wollen uns die Mediziner sogar dieses kleine Vergüngen madig machen. "Kann dein Sonntagsschlaf dich töten?" titelte jüngst provokant die britische Daily Mail und zitierte aus einer im "Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism (JCEM)" veröffentlichte Untersuchung. Diese stellt einen Zusammenhang zwischen einem Plus an Schlaf am Wochenende und einem erhöhten Risiko, an Diabetes oder Herzbeschwerden zu erkranken, her.

Ist es also gefährlich, am Wochenende oder Feiertagen länger zu schlafen - und auf diese Weise den gewohnten Rhythmus zu unterbrechen?

Die JCEM-Studie meint: Ja. Denn eine Änderung unserer Schlafgewohnheiten wirkt wie ein Jetlag auf uns – also quasi so, als hätten wir eine Zeitzone durchquert. Die zirkidianen Rhythmen geraten aus der Bahn, wir fühlen uns untertags schläfriger.

So ungesund sind Änderungen des Schlafrhythmus

Und mehr noch: für die Untersuchung wurden die Schlaf- und Blutwerte von 447 Menschen während des (wie wir finden: vergleichsweise kurzen) Zeitraums einer Woche überwacht. Jene Teilnehmer, deren Schlafrhythmus sich im Laufe der Woche verschob, stießen weniger "gutes" Cholesterin aus. Dafür erhöhte sich aber die Produktion der Triglyceride. Dabei spielte es übrigens keine Rolle, ob die Probanden weniger oder länger schliefen – allein schon die Änderung der Schlafgewohnheit wirkte sich negativ aus.

Bedeutet das, dass wir unseren Wecker jetzt auch am Wochenende auf 7 Uhr oder früher stellen müssen? Uns schaudert kalt.

Zur Beruhigung: natürlich müssen wir das nicht. Denn die Untersuchung bewies zwar den Zusammenhang zwischen Änderungen des Schlaf-Musters und unserer Blutwerte. Sie konnte aber nicht nachweisen, dass alleine deshalb bereits Diabetes oder Herzerkrankungen entstehen.

Im Gegenteil. Denn nach wie vor beweisen zahlreiche andere Studien, dass bereits eine Stunde mehr Schlaf enorm positive Effekte auf unsere Stimmung und unser Wohlbefinden hat.

Wir sollten uns also keine großen Sorgen machen (die nämlich führen zu Schlaf- und damit tatsächlichen Gesundheitsproblemen!), sondern das unter der Woche entstandene Manko durch die Extraportion Schlaf am Wochenende kompensieren.

Eine Studie der Universität Oxford nämlich belegt: schläfst du unter der Woche im Schnitt nur fünf Stunden, dann reichen bereits 1 1/2 zusätzliche Stunden Schlaf am Sonntag, um das Defizit wieder auszugleichen.