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Good News: Ausschlafen am Wochenende gleicht Schlafmangel unter der Woche aus

Du wurschtelst dich mit 6 Stunden Schlaf pro Nacht durch die Woche und holst ihn am Wochenende dafür nach? Kann das funktionieren?

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Good News: Ausschlafen am Wochenende gleicht Schlafmangel unter der Woche aus
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Freitagabends ausgelassen Partys zu feiern liegt jenseits meiner Vorstellungskraft, denn bis zum Ende der Arbeitswoche hat sich nicht nur ein riesiger Wäscheberg angesammelt, sondern auch ein ordentliches Schlafdefizit. "Egal!", sage ich mir. "Hole ich nach!" Doch funktioniert das wirklich? JA – beweist eine Studie von schwedischen Forschenden, die die Schlafgewohnheiten von 44.000 Menschen untersucht haben. Sie kommen zum Ergebnis: Versäumter Schlaf kann nachgeholt werden. JAWOHL! Aber nur bedingt...

Wenig Schlaf ist ungesund, erhöht aber nicht zwingend das Sterberisiko

Wie die Untersuchung zeigt, geht ein Schlafmangel nicht mit einem erhöhten Sterberisiko einher, sofern der fehlende Schlaf an freien Tagen nachgeholt wird. Die Forschenden analysierten die Schlaf- und Lebensgewohnheiten der Versuchspersonen über 13 Jahre lang. Zwar ist mangelnder Schlaf eindeutig gesundheitsgefährdend, kann aber am Wochenende zum Teil ausgeglichen werden. Die Personen, die jede Nacht 5 Stunden oder weniger schliefen, hatten im Vergleich zu jenen, die die empfohlenen 7 Stunden erreichten, ein erhöhtes Sterberisiko. Das war allerdings nicht der Fall, wenn der versäumte Schlaf am Wochenende nachgeholt wurde. Einziges Manko der Studie: Ob sich die Schlafgewohnheiten der Versuchspersonen im Zeitraum geändert hatten, wurde nicht ermittelt. Andere gesundheitliche Einflussfaktoren wie Gewicht, Bewegung, Alkohol- oder Nikotinkonsum wurden aber berücksichtigt.

Einfluss auf den Stoffwechsel

Wie eine neuere Studie beweist, kann im Bezug auf den Stoffwechsel versäumter Schlaf nur schwer nachgeholt werden. Chronischer Schlafmangel stört den Stoffwechsel und erhöht das Risiko von Krankheiten – da helfe das Nachholen am Wochenende leider auch nichts, wie die Forschenden der University of Colorado in Boulder herausfanden. Die Probanden mit nur 5 Stunden Schlaf zeigten eine reduzierte Insulinempfindlichkeit – was ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes bedeutet. Außerdem neigten Personen mit Schlafmangel dazu, abends mehr zu snacken und legten im Beobachtungszeitraum von zwei Wochen an Gewicht zu. Für diese Studie wurden allerdings nur 36 Personen untersucht – in einem Schlaflabor.

Fazit: Wer am Wochenende Schlaf nachholt, gönnt sich selbst zwar eine wohlverdiente Pause und betreibt Schadensbegrenzung, gesünder ist allerdings ein regelmäßiger Schlafrythmus, in dem die empfohlenen 7 Stunden erreicht werden.

Thema: Schlafen