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Erste Liebe? So viel Schaden richtet sie an!

Eine neue Studie belegt: Eine schlechte erste Beziehung richtet bei Mädchen mehr Schaden an als nur ein gebrochenes Herz. Was wir daraus lernen sollten.

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Erste Liebe? So viel Schaden richtet sie an!

Ein gebrochenes Herz? Nur die geringste Nebenwirkung

© Thinkstock/iStock/Potapova Valeriya

Für junge Mädchen fühlt sich die Romantik-Realität oft weniger wie das Märchen "Aschenputtel", sondern eher wie eine Sequenz aus Tarantinos Meuchel-Massaker "Kill Bill" an. Das liegt vermutlich am geringen emotionalen Reifegrad des durchschnittlichen Teenager-Jungen, dem sie ihr Herz geschenkt hat – doch egal, wie unreif der Dodel war: Eine unglückliche Beziehung richtet bei den Mädels mehr Schaden als als nur ein gebrochenes Herz. Denn ihr bislang positives Selbstbild wird mit dem Liebes-Aus regelrecht in der Luft zerfetzt.

Mädchen beziehen schlechte Beziehung auf sich

Das haben wir uns nicht aus den Fingern gesogen, das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Universität von New Mexico. In deren Rahmen wurde festgestellt, dass Mädchen wesentlich stärker als Jungen unter negativen psychischen Nachwirkungen laborieren, wenn die Realität einer Liebe nicht ihren Erwartungen entspricht.

Studienautor Brian Soller, Professor für Soziologie: "Romantische Beziehungen haben eine unerwartet hohen Einfluss auf das Selbstbewusstsein von Mädchen. Ob sich ein Mädchen selbst als gut und liebenswert oder als schlecht und ungenügend wahrnimmt, ist extrem eng an den Verlauf der ersten großen Liebe gekoppelt. Je mehr sich diese Beziehung von ihren Wunschvorstellungen unterscheidet, desto negativer wirkt sich das auf die Selbstwahrnehmung der jungen Frau aus." Mit einem Wort: Mädels beziehen eine unglückliche Liebe nahezu ausschließlich auf sich – "ICH bin nicht liebenswert genug!"

Anders sieht es laut Soller bei Jungs aus. "Läuft die Beziehung schief, sind sie zwar auch traurig. Aber ihr Selbstbild leidet kaum darunter, da sie sich wesentlich weniger über die Partnerschaft identifizieren. Die Selbstwahrnehmung junger Männer wird eher durch Erfolg oder Misserfolg bei Sport, schulische Leistungen oder Performance im Job beeinflusst." Entspricht die Beziehung nicht den Erwartungen der Jungs, verspüren sie trotzdem nicht das Gefühl persönlichen Versagens.

Beziehung gescheitert? Deshalb bist nicht DU schlecht

Was wir aus der Studie lernen sollten:

Bringen wir unseren Töchtern, Nichten, Cousinen bei, sich nicht mehr hauptsächlich über ihre Beziehung zu einem Jungen zu identifizieren! Diese Prägung passiert tatsächlich ganz nebenbei:

1

Beziehungspflege ist Frauensache. In Zwei-Eltern-Familien erleben Mädchen oft, dass die Mutter wesentlich stärker den emotionalen Part der Kinderbetreuung und Beziehungspflege übernimmt als der Vater. Die Botschaft: Bemüht sie sich nicht ausreichend, steht die Liebe auf der Kippe.

2

Hochzeit ist Frauensache. Nach wie vor wird die Hochzeit als der wichtigste Tag im Leben einer Frau zelebriert. Selten hört man einen Bräutigam, der über den Schritt zum Traualtar als seinen "großen Tag" spricht oder sagt, dass er dabei "ein Prinz aussehen will".

3

Mutter-Sein als Daseins-Zweck. Sogar toughe Frauen in Politik und Wirtschaft verweisen nahezu routinemäßig auf ihre Rolle als Mütter und Ehefrauen. Michelle Obama, hochintelligente und erfolgreiche Juristin, spricht von sich gerne als "Mom in Chief", die nächste US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton bäckt publicitywirksam Kekse an Weihnachten und lobt in Interviews ihren (einst) untreuen Gatten. Für Autorinnen, die sich in Amerika mit Gesundheits- und Politikthemen auseinander setzen, wurde der herabwürdigende Begriff "Mama Blogger" kreiert.

Schon richtig: Für die meisten von uns ist unsere Beziehung ein Schlüssel zum Glück. Aber Glück entscheidet nicht über den Kern unserer Identität. Lehren wir jungen Mädchen stattdessen, dass die Liebe ein wunderbares Extra-Plus in einem auch sonst erfüllten Leben ist. Aber dass sie als Person nicht schlechter oder weniger liebenswert sind, wenn die Sache mal schiefgeht.