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Schluss mit dem Jojo-Effekt

Jetzt ist Schluss mit Ernährung umgestellt werden. Gesünder essen heißt die alte, neue Parole.


Schluss mit dem Jojo-Effekt
© Corbis

Was tun, wenn „nix“ weitergeht, obwohl gehungert wird, bis der Magen kracht? Wenn die Waage erbarmungslos am selben Stand bleibt und Schwimmreifen und Hüftgold bleiben, wo sie sind? Die Übeltäter in kurzen Worten: Sparprogramm und Hormon-Notstand. Wir erklären, welche Diätfehler viele Frauen machen – und wie das Abnehmen ab sofort besser funktioniert.

Das Ende der Crash-Diäten

Der häufigste Fauxpas sind länger andauernde Crashdiäten. Denn der Körper versteht diese Nahrungsverweigerung als Kriegserklärung und geht sofort in die Verteidigung – nach dem Motto: „Ich bekomme nicht genug verwertbare Nährstoffe, also spare ich.“ Sind die Zuckerreserven geleert und dauert das Hungern an, dann müssen die kostbaren Eiweiß-Vorräte der Muskeln herhalten. Das ist doppelt schlimm, denn die Muskeln sind die Energieverbraucher Nummer 1. Die brutale Rechnung: Mit jedem Fuzerl Muskel, das abgebaut wird, reduziert sich auch der bisherige Energiebedarf. Und das fällt nach der Diät dramatisch ins Gewicht, wenn wieder „normal“ gegessen wird – da jetzt eben weniger Kalorien benötigt werden. Deshalb: Immer auf langsame Gewichtsreduktion setzen und die Muskeln mit Training gleichzeitig aufbauen!

Hormone sorgen für Übergewicht

Vielleicht hat Ihr Übergewicht aber auch einen ganz speziellen Grund. Damit der höchst komplizierte Fett-Stoffwechsel funktionieren kann, sind nämlich Hunderte verschiedene Substanzen nötig. Ein Zuviel oder Zuwenig bestimmter Hormone bringt das sensible Gleichgewicht ins Wanken. Deshalb sollte man, wenn der Speckgürtel um die Taille nicht und nicht schwinden will, einen Spezialisten konsultieren.

„Mangel oder Überfluss lässt sich durch einen Hormonstatus und andere Blutuntersuchungen nachweisen und behandeln“, beruhigt Abnehm-Spezialistin und F.-X.-Mayr -Ärztin Tanja Peschke aus Perchtoldsdorf bei Wien. „Wer wirklich dauerhaft schlank werden will, muss auf ausgewogene Biokost umsteigen und zwei- bis dreimal pro Woche Ausdauersport betreiben. Also Walken, Schwimmen , Laufen , Radfahren.“

Strategie gegen den Jojo-Effekt

Was brauchen Sie also, um ohne Jojo-Effekt und auf gesunde Art und Weise Ihr Traumgewicht zu erlangen? Ein bisschen Geduld mit sich selbst (schließlich sind die Fettröllchen ja auch nicht über Nacht gewachsen), Neugierde für bis dato unbekannte Lebensmittel und Spaß am Experimentieren, Kochen und Essen.

Die Umstellung erfolgt nach und nach – dafür aber fürs Leben. Im Grund genommen sind es nur ein paar einfache Dinge, die Sie bei der Ernährungsumstellung beachten müssen. Je bunter und abwechslungsreicher, desto besser. Denn in jedem Lebensmittel, das diesen Namen auch verdient (weil es aus dem eigenen Garten oder vom Biobauern kommt), stecken Dutzende Vitalstoffe in unterschiedlicher Menge.

Wichtig: Alles ist erlaubt, aber in Maßen. Verbote lösen bekanntlich extreme Sehnsucht (= Heißhunger !) nach den No-nos aus. Wie sagte schon der berühmte mittelalterliche Heiler Paracelsus: „Die Dosis macht das Gift.“

Abschied nehmen heißt es von zu süß, zu salzig, zu fett (oder paniert), auch Fertiggerichte und Packerlprodukte sollten aus Küche und Vorratskammerl verbannt werden, sie sind die verkannten Dickmacher im Regal: mit zu viel Zucker, zu viel Salz, zu viel künstlichem Fett, ohne Nährstoffe, die der Körper braucht, dafür mit zu vielen künstlichen Aromen, die Geschmack vortäuschen (hier die größten Ernährungsmythen ). Sie wandern direkt in die Fettspeicher an Hüften, Po und Schenkeln …

So essen Sie vollwertig

Steigen Sie um auf 100-prozentige Vollkorn-Ware – egal ob Brot und Gebäck, Nudeln oder sonstige Getreideprodukte. In ihnen stecken wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe, die langsam ins Blut gehen, deshalb lange satt – und somit auch schlank machen! Das Angebot in Supermärkten, Drogerien und Bioläden ist mittlerweile erfreulich vielfältig.

Damit der Spaß am neuen Essen bleibt: Der Verdauung zuliebe anfangs zu Vollkornbroten ohne ganze Körner greifen. Warum? Auch der Darm muss sich langsam an das neue Nahrungsangebot gewöhnen – und die großen Getreidestücke sind schwere Kost.

Checken Sie Ihren Eiweiß-Konsum: Wie oft und wie viel mageres Fleisch, Wurst, Fisch, Eier kommen auf den Tisch? Zweimal pro Woche Fleisch, ein- bis zweimal Fisch sowie wahlweise Tofu, Hülsenfrüchte etc. sollten es schon sein. Bei der Antwort auf die Frage nach der Ausgewogenheit von Nahrungsmitteln ist ein Ess-Trink-Protokoll sehr hilfreich. Jede Mahlzeit, jeder Snack , jedes Getränk wird notiert – idealerweise inklusive Gemütslage. So lässt sich bei „Hoppalas“ herausfinden, ob Stress , Frust oder gar Wut den Griff zum Essen ausgelöst hat.

Das richtige Frühstück

Was das Frühstück betrifft: Selbst gemachtes Müsli oder Vollkornbrot (bis zu zwei Stunden nach dem Aufstehen) versorgt den Körper mit allen Nährstoffen und sollte zur angenehmen Pflicht werden! Denn nur so haben spätere Heißhungerattacken auf Süßes keine Chance. Das Frühstück wegzulassen ist kontraproduktiv. Wer am Abend nicht zu spät isst (ideal: drei Stunden vorm Schlafengehen), bei dem meldet sich der Hunger ganz natürlich bald nach dem Aufstehen.

Zum Schluss noch zwei Dinge, die den Start ins gesündere Leben komplett machen: Das regelmäßige Trinken (inklusive Glas und Wasserflasche auf dem Bürotisch) und mehr tägliche Bewegung wie Treppen steigen und bewusst zu Fuß gehen – es sind kleine Schritte, die aber in Summe zum Ziel führen …