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Diese mieseste Art, Schluss zu machen

Liebe kann man nicht erzwingen, manchmal geht sie verloren. Aber warum muss man deshalb die feigste und mieseste Art der Trennung wählen?

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Diese mieseste Art, Schluss zu machen
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Man kann nicht schön Schluss machen. Also: Richtig schön. Es tut immer weh, es ist immer ein Abschied, eine Verletzung. Aber wenn da einmal sowas wie Liebe und Respekt war: Warum muss man dann die mieseste, feigste und unfairste Form der Trennung wählen?

Natürlich möchte man nicht der "Böse" sein, jeder von uns würde sich die schrecklich unangenehmen Stunden und Tage nach einer Trennung gerne sparen. Das Gespräch, die Tränen, möglicherweise die Wut des anderen. Manchmal ist die Angst vor dem finalen Trennungsgespräch so groß, dass Menschen in unglücklichen Beziehungen verharren, bis eine "Rettungstür" in Person eines neuen Partners aufgeht.

Oder sie brechen einen Streit vom Zaun und treiben ihren Partner so lange in die Enge, bis der von sich aus Schluss macht – die Auslöser können dann als die "Guten" mit einer besiegelten Berechtigung zur Trennung vom Schlachtfeld Liebe marschieren.

Du bist nichts wert: Die Trennung per SMS, WhatsApp oder Messenger

Keine dieser Trennungs-Methoden ist fair, beide sind extrem gemein. Doch es gibt noch eine Form des Schlussmachens, die dem anderen Menschen zeigt, wie unbedeutend er ist: Eine Trennung per SMS, WhatsApp oder Messenger.

Eine Umfrage des Dating-Portals Whatsyourprice.com belegte, dass das Schlussmachen per SMS keine Seltenheit ist. Von den 7.500 männlichen Befragten hatten 88 Prozent der Männer bereits per Textnachricht Schluss gemacht zu haben (bei den 8.300 weiblichen Mitgliedern waren es nur 12 Prozent).

Dabei richtet gerade eine Trennungs-Nachricht per Messenger, SMS oder WhatsApp den größten Schaden an. Denn sie suggeriert dem Ex-Partner, dass er nicht wichtig, nicht wertvoll genug war, als dass man ihm gegenübertreten und das Liebes-Aus persönlich überbringen kann. Man möchte sich nicht mehr mit dem Gegenüber konfrontieren, also schießt man den Pfeil aus dem feigen Versteck – um sich dann schnell wieder dorthin zurückzuziehen. Ab dann ist Kommunikation unmöglich, man nimmt die Möglichkeit für einen guten Abschluss, für eine letzte Aufarbeitung der Gefühle.

Auch wenn es zunächst nur wenig tröstlich erscheinen mag: Mit einem Menschen, der zu feig ist, dir gegenüberzutreten, dir in die Augen zu schauen und mit dir zu sprechen, willst du ohnedies nicht zusammen sein.

Thema: Scheidung