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Schock-Videos für Recht auf Abtreibung

Abtreibungen sind in Chile illegal. Per Video-Kampagne fordert eine Frauenrechtsorganisation das Recht auf Schwangerschaftsabbruch. Achtung: Shocking!

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Schock-Videos für Recht auf Abtreibung
© MilesChile

Keine Frau treibt ihr Baby aus Jux und Tollerei ab. Trotzdem ist der Schwangerschaftsabbruch in Chile nach wie vor illegal. Sogar wer nach einer Vergewaltigung abtreibt, macht sich in dem streng katholischen Land strafbar. Erst nach fünf Jahren ist die Abtreibung juristisch verjährt.

Der Andenstaat zählt zu jenen sieben Ländern weltweit, in denen Schwangerschaftsabbrüche generell verboten sind. Das will die sozialistische Präsidentin, Michelle Bachelet, ändern. Erst zu Beginn des Jahres reichte sie einen entsprechenden Gesetzesvorschlag ein. Abtreibungen sollen in drei Fällen straffrei sein: wenn das Leben der Schwangeren in Gefahr ist, wenn der Embryo lebensgefährlich geschädigt ist, oder wenn die Schwangerschaft Folge einer Vergewaltigung ist.

Doch der Vorstoß spaltet das Land. Der Weihbischof von Santiago de Chile, Fernando Ramos, sieht darin einen Rückschritt der chilenischen Gesellschaft: "Wir würden eine Form von Diskriminierung etablieren: Wer darf leben? Und wer nicht? Das besorgt uns. Sehr."

Chile: Frauen fordern das Recht auf Abtreibung!

Die Frauenrechtsorganisation Miles Chile kontert: "Frauen eine Schwangerschaft aufzuzwingen, die aus einer Vergewaltigung resultiert, ist eine Form der Folter. Die Frau wurde bereits verletzt und der Staat wiederholt und verstärkt diese Aggression, indem er der Frau verbietet, die Schwangerschaft zu beenden." Die einzige Möglichkeit, ein ungewolltes Kind zu verlieren, ist durch einen Unfall.

Mit einer Kampagne soll die Bevölkerung für die Debatte sensibilisiert werden. In aufrüttelnden Videos, die auf satirische Weise den gängigen Beauty- oder Mode-Tutorials nachempfunden sind, werden Abtreibungsanleitungen für Frauen gegeben. Ein Tutorial empfiehlt, eine Treppe runterzufallen, das zweite, sich von einem Auto anfahren zu lassen, und das dritte, über einen Hydranten zu stolpern.

Themen: Report, Sexismus