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Du hast Schulterschmerzen? Das könnte der Grund dafür sein...

Sei es Sport, eine Erkrankung oder auch die Mutterschaft: Es gibt zahlreiche Faktoren, die sich schmerzhaft auf die Schultern von Frauen auswirken können. Wie man dem vorbeugt bzw. wie man die Schmerzen behandelt, erklärt Schulterspezialist Dr. Ulrich Lanz.

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Du hast Schulterschmerzen? Das könnte der Grund dafür sein...
© Sportorthopädie Zentrum

Sommerzeit heißt Zeit für Outdoor-Sport! Sei es Mountainbiken, Laufen, Wandern, Tennis, Frisbee - es gibt zahlreiche Möglichkeiten. Leider gibt es dabei auch zahlreiche Möglichkeiten, sich zu verletzen bzw. dem Körper Schaden zuzufügen. Deshalb haben wir uns bei einem Sportmediziner erkundigt, was die häufigsten Sportverletzungen bzw. Beschwerden von Frauen sind und noch wichtiger: Wie man ihnen vorbeugen kann. Im Sportorthopädie Zentrum in Wien findet man nämlich nicht nur ärztliche Betreuung, sondern auch Rehabilitations- und Trainingsangebote. Schulter-Spezialist Dr. Ulrich Lanz erklärt, mit welchen Beschwerden Frauen sich am häufigsten an ihn wenden.

Mit welchen Sportverletzungen kommen Frauen am häufigsten zu Ihnen?

Da gibt es verschiedene Probleme, aber natürlich ist die Überbelastung der Schultern (und auch anderer Gelenke) ein Problem, das gerade im Sommer, wo viel Sport getrieben wird, häufig auftritt.

Die Überbelastung

Durch Überbelastung oder auch falsche Bewegung entsteht vor allem eine Enge unter dem Schulterrdach. Das heißt, der Oberarmkopf schlägt am Schulterdach an und löst dort eine Schleimbeutelentzündung aus, die massiv schmerzhaft in den Oberarm hinunter zieht. Das beginnt meistens erst nach dem Sport, am Abend bzw. in der Nacht treten dann massive Schmerzen auf. Man wacht auf und weiß sich nicht mehr zu helfen, Schmerzmittel greifen hier zumeist nicht. Hier ist meine Empfehlung in einem ersten Schritt Eis aufzulegen. Eine weitere Möglichkeit ist: Ein Gewicht in die Hand nehmen, zum Beispiel eine Mineralwasserflasche, die man sich am besten an die Hand bindet (weil wenn man sie hält, dann verspannt sich die Schulter erst recht) und macht dann Pendelübungen, sodass unter dem Schulterdach mehr Platz entsteht.

Die Schulterluxation

Insbesondere bei sturzgefährdeten Sportarten ist die Gefahr groß, sich die Schulter auszurenken (Luxation). Dabei gibt es zwei "Varianten". Nummer 1: Man fällt auf den ausgstreckten Arm - dann renkt man sich die Schulter nach vorne aus. Das heisst, der Oberarmkopf rutscht nach vorne aus der Gelenkspfanne hinaus. Das tut massiv weh und muss vom Experten/der Expertin (Orthopäde oder Krankenhaus Unfall-Ambulanz) wieder eingerenkt werden. Danach wird der Arm ruhig gestellt. Insbesondere bei jungen, sportlich aktiven Menschen muss die Schulter nach einer Luxation häufig operiert werden, weil die Gelenkslippe ausgerissen ist und an der Gelenkspfanne wieder befestigt werden muß. Hier haben ältere Menschen, also ab 40+, den Vorteil, dass ihr Gewebe rigider/steifer ist als bei den Jungen und deshalb die Chancen besser sind, dass es von alleine wieder stabil wird. Bei jungen Menschen kommt eine Luxation wesentlich öfter vor.

Die zweite Variante ist, dass man quasi in Liegestützposition bzw. auf den am Körper anliegenden Arm fällt. Das führt wiederum dazu, dass der Oberarmkopf nach hinten hinaus gedrückt wird, auch hier reißt die Gelenkslippe (sog. Labrum) aus. Ein typisches Symptom ist, dass man den Arm nicht mehr nach vorne heben kann. Also etwa, wenn man sich ein Getränk in ein Glas einschenken will, wird das nicht mehr funktionieren. Das liegt daran, dass die Stabilisierung nach hinten fehlt. Hier muss individuell geschaut und entschieden werden, ob eine OP nötig ist.

Bei Stürzen auf die Schulter...

... können aber auch allerhand andere Verletzungen auftreten. Gerade bei Sportarten wie zum Beispiel Mountainbiken, kommt es häufig zu Brüchen - etwa des Schlüsselbeins. Das kann man häufig konservativ lösen, da ist man mit den Operationen sehr zurück haltend geworden. Außer es ist zu sehr verschoben. Aber sehr häufig heilt das sehr gut ohne OP durch Ruhigstellung.

Eine andere Möglichkeit bei Stürzen auf die Schulter ist, dass man direkt aufs Schulterdach fällt. Dabei reißt das Schlüsselbein aus seiner Verankerung und das heißt, es kommt zu einer Schultereckgelenkssprengung. Dabei bricht nicht der Knochen, sondern es reißen die Bänder, die das Schlüsselbein mit dem Schulterdach und -blatt verbinden. Wenn sie komplett gerissen sind, muss man akut operieren. Wenn sie "nur" eingerissen sind, tut das zwar höllisch weh, aber es ist nicht zwangsläufig eine OP nötig. Wenn operiert werden muss, ist Zeit ein wichtiger Faktor: Im Idealfall innerhalb einer Woche, maximal aber nach 2 Wochen sollte die OP stattfinden.

Wie kann man diesen Sportverletzungen am besten vorbeugen?

Gleich am Anfang der Saison ist vor allem eines wichtig: Sich selbst richtig einschätzen. War man im Vorjahr noch so gut trainiert - das heißt nicht, dass man am gleichen Level wieder starten kann. Da überschätzen sich viele selbst. Man muss sich immer der momentanen Leistung anpassen. Oder rechtzeitig vor der Saison das Training starten. Essenziell ist für alle Sportarten das sogenannte "Core Training". Dabei geht es sehr stark um die Stärkung der Haltemuskulatur (Rücken, Bauch, Beine, etc.). Dafür bieten wir im Sportorthopädie Zentrum unterschiedliche Gruppentrainings an.

Was sind weitere klassische Schulterprobleme von Frauen?

Da gibt es natürlich verschiedene Probleme und Ursachen, schauen wir uns die häufigsten einfach kurz an.

Schwangerschaft & Mutterschaft

Neben Kreuzschmerzen sind vor allem Sehnenscheidenentzündungen bzw. Entzündungen der langen Bizepssehne ein häufig auftretendes Problem. Das entsteht durch Fehlhaltung und/oder Überbelastung, die durch das Hochheben und Tragen der Kinder entsteht. Je größer und schwerer die Kinder werden, umso wahrscheinlicher. Diese Entzündung der Bizepssehne macht sich als Schmerz an der Vorderseite des Oberarms bemerkbar, sie zieht oft bis unter das Schulterdach hinein.

Insgesamt ist die Schwangerschaft bzw. die Mutterschaft sehr belastend für den Körper. Daher ist es wichtig, dass man sich genug Zeit für sich selbst nimmt. Natürlich ist das in der Realität oft leichter gesagt als getan, aber hier rate ich allen, zum Beispiel einfach alle Strecken zu Fuß zu gehen (mit dem Kind im Wagerl) und komplett auf Öffis oder Auto zu verzichten. Gehen ist ein gutes Training für den ganzen Körper und lässt sich ganz gut in den Alltag integrieren. Auch vor dem Schlafengehen ein bisschen zu dehnen, kann sehr hilfreich sein.

Kalkschulter

Eine andere, sehr schmerzhafte Erkrankung der Schulter, die häufig bei Frauen mittleren Alters auftritt, ist die sogenannte Kalkschulter. Dabei kommt es zu Kalkeinlagerungen in der Sehne, die wiederum zu schmerzhaften Schleimbeutelentzündungen und Bewegungseinschränkungen führen können. (Anmerkung: Mit dem Krankheitsbilder der Kalkschulter haben wir uns schon in einem eigenen Artikel ausführlich beschäftigt, hier könnt ihr ihn Nachlesen.)

Frozen Shoulder

Dabei handelt es sich um eine recht häufige Erkrankung der Gelenkskapsel. Die Kapsel ist die innerste Schicht des Gelenks, darin befindet sich die Gelenksflüssigkeit. Die Kapsel ist wasserdicht und es besteht ein Vakuum, dadurch entsteht im Gelenk ein eigenes Milieu. In der Kapsel sind auch die Bänder eingelagert, die für die Stabilität sorgen. Die Gelenkkapsel hat im gesunden Zustand einen Durchmesser von 1-2 Millimetern, bei einer Frozen Shoulder schwillt aber bis zu einem Zentimeter an. Dementsprechend ist die Schulter dann wie in einem Panzer gefangen. Diese Erkrankung ist sehr mühsam und wird auch oft nicht erkannt. Auslöser können unterschiedliche Gründe sein: Meistens ist es Zufall - also einfach Pech, aber auch nach Traumata oder Operationen, bei Schilddrüsenerkrankungen, Stoffwechselstörungen und anderen Krankheiten, kann die Frozen Shoulder auftreten. Das Gute daran: Die Erkrankung wurde schon 1874 beschrieben und zwar mit den Worten: "Ganz egal wie schlimm - sie wird immer gut."

Dabei verläuft die Erkrankung in zwei Phasen. Zuerst kommt die rote Phase: Die ist vor allem geprägt durch Nachtschmerzen bzw. Kapseldehnungsschmerzen. In dieser Phase verdickt sich die Kapsel. Darauf reagiert man mit Kortison-Infiltrationen ins Gelenk. Danach kommt die weiße Phase, in der es um die Remobilisierung geht. Da kommt vor allem Physiotherapie und die Lasertherapie (Siehe Artikelende) in Frage. In seltenen Fällen muss man auch operieren: Dabei wird in einer 20-minütigen OP per "Knopflochmethode" die Kapsel gespalten. Der Arm ist danach sofort wieder beweglich. Die Erkrankung ist wirklich sehr häufig, zu mir kommen sicher 1-2 neue Patientinnen pro Woche. Operationen diesbezüglich führe ich im Vergleich aber nur 1-2 mal pro Jahr durch, bei den meisten heilt es ohne OP.

Arthrose

Die Arthrose kennt man auch von anderen Gelenken, dabei handelt es sich um klassischen Gelenksverschleiß, der durch Abnützung entsteht. Bei der Schulter ist das nicht ganz so dramatisch wie bei anderen Gelenken. Das Problem ist aber: Der Körper versucht immer ein kaputtes Gelenk zu reparieren. Und das heißt in dem Fall oft verknöchern. Wenn diese Knochenkränze zu groß werden, leidet die Beweglichkeit darunter. Andererseits zwickt man sich Weichteilgewebe ein. Sprich: Man macht eine falsche Bewegung und plötzlich tut es höllisch weh und der Schmerz vergeht nicht mehr. Es verändert sich auch das Milieu im Gelenk, es wird oft immer saurer, die Entzündung immer schlimmer. Das kann man anfänglich auf jeden Fall mit Kortison und Physiotherapie behandeln. Allerdings gibt es eine Form, die man schnell operieren sollte. Nämlich dann, wenn sich der Kopf asymmetrisch in die Gelenkspfanne hinein frisst. Das führt irgendwann dazu, dass der Knochen weg ist und dann wird es problematisch. Inzwischen gibt es auch Prothesen (künstliche Gelenke) - die inzwischen viel besser sind, als ihr Ruf, da gibt es hochmoderne Techniken und Gerätschaften.

Herzinfarkt!

Der Vollständigkeit halber: In extrem seltenen Fällen kann ein Schmerz in der linken Schulter auch auf einen Herzinfarkt hindeuten - da kommen aber natürlich noch andere Symptome dazu. Insbesondere wenn man zu einer Risikogruppe gehört (Bluthochdruck, Übergewicht, etc..) sollte man jedenfalls darauf achten - ohne in Panik zu verfallen! Im Zweifel einen Arzt aufsuchen und das abklären lassen.

Über das Sportorthopädie Zentrum

Tätig ist dort ein Netzwerk aus SpezialistInnen aus allen Bereichen. "Als ich das Zentrum geplant habe, habe ich mir folgende Frage gestellt: Wenn ich selbst verletzt wäre - was würde ich brauchen, um optimal versorgt zu sein?", so Dr. Lanz. Diese Überlegung hat zu einem Konzept, das auf drei Schienen aufbaut, geführt.

Die ärztliche Versorgung

Im Sportorthopädie Zentrum arbeiten 5 Ärzte mit unterschiedlichen Spezialgebieten: Von der Schulter bis zur Wirbelsäule, vom Fuß bis zum Knie. Eine Übersicht über die ärztlichen Leistungen gibt's hier.

Die Rehabilitation

Genauso entscheidend für den Behandlungserfolg und die Genesung ist das, was nach der ärztlichen Diagnose bzw. nach einer Operation kommt. Im Sportorthopädie Zentrum arbeitet deshalb auch ein ganzes Team an PhysiotherapeutInnen und OsteopathInnen in top-modern ausgestatteten Praxisräumen, die in enger Abstimmung mit den behandelnden Ärzten mit den Patienten arbeiten. Darüber hinaus gibt es auch einen eigenen Turnsaal, ein Laufband, ein Rad, uvm. - im Herbst kommt auch noch eine Boulderwand hinzu.

Prävention

Diese Gerätschaften und Räumlichkeiten sind nicht zuletzt für die dritte Schiene, die Prävention, wichtig. Wie schon erwähnt werden im Sportorthopädie-Zentrum auch unterschiedlichste Trainingseinheiten angeboten. Vom Gruppentraining für PatientInnen, über öffentliche zugängliche Trainingsgruppen (After Office Training, Total Body Workout, Mobility Training, Core Training und ein Outdoor Workout) bis hin zum sogenannten Personalized Blood Flow Restriction Training. Einen Überblick über das Kursangebot gibt's hier.

Welche Behandlungsmethoden kommen im Sportorthopädie Zentrum zum Einsatz?

Ultraschall und Co. sind in der Ordination vorhanden, auch Termin für MRT oder CT werden direkt vom Sportorthopädie Zentrum vergeben. Neben Manueller Medizin, Stoßwellentherapie, Physiotherapie und Osteopathie arbeiten die ExpertInnen des Sportorthopädie Zentrums mit drei sehr modernen Methoden, die sehr vielversprechend bei der Behandlung von Beschwerden des Bewegungsapparats eingesetzt werden.

Lasertherapie

Hier kommt ein Tiefenlaser zum Einsatz, der bis zu 16 Zentimeter unter die Haut geht und die Energieproduktion der Zellen anregt. Das heißt, die regenerativen Prozesse werden dadurch beschleunigt. "Im eigenen Test konnten wir feststellen, dass etwa die Rate an Infiltrationen ins Kreuz um 60 Prozent reduziert werden konnte. Natürlich ist auch der Laser kein Wundermittel, aber bei vielen Menschen schlägt der Laser bei Schmerzen hervorragend an", so Dr. Lanz zur Lasertherapie.

So schaut der Laser aus.

Milde hyperbare Sauerstofftherapie (O2-Therapie)

Dabei sitzt man in einem Zelt und atmet nahezu reinen Sauerstoff ein. "Das heißt, dadurch wird der Sauerstoffpartialdruck im Körper um das fünffache erhöht, damit kommt der Sauerstoff auch an schlechter durchblutetes Gewebe und kann dort eine schnellere Heilung anregen", so Lanz. Aber auch zu Regenerationszwecken bei SpitzensportlerInnen und vielen anderen Zwecken kann die Sauerstofftherapie eingesetzt werden - Infos dazu gibt's im Sportorthopädie Zentrum.

Das ist das Sauerstoffzelt.

ACP-Eigenblutbehandlung

Nach den Doping-Skandalen des vergangenen Winters denken wir Laien bei diesem Begriff zuallererst an unerlaubte Mittel zur Leistungssteigerung - damit hat diese Therapieform aber rein gar nichts zu tun. "Dabei werden die Wachstumsfaktoren und die Blutplättchen, die für Regeneration und Heilung extrem wichtig sind, aus dem eigenen Blut heraus zentrifugiert. Im Rahmen dessen. Dabei werden ca. 1/3 der Blutplättchen sofort durch die Zentrifuge aktiviert, der Rest nach und nach. Das heißt wenn man die Blutplättchen und Wachstumsfaktoren an der entzündeten oder verletzten Körperstelle appliziert, entsteht eine Art Folgewirkung die sich nach und nach entfaltet. Diese Therapie setzen wir etwa auch bei Kalkschultern immer öfter ein, aber auch bei zahlreichen anderen Erkrankungen, wie beim Patellaspitzensyndrom oder der Achillodynie ein", so Dr. Lanz.

Alle Infos über die behandelden Ärzte, Leistungsspektrum und Trainingsangebote des Sportorthopädie Zentrums finden Sie unter www.sportortho-zentrum.at.