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Schulverweis wegen Tanz-Clip

Sie tanzen, sie lachen … und flogen deshalb von der Schule. Denn das Video, das auf YouTube landete, erzürnte den Schuldirektor der fünf Mädchen aus Indonesien.


Schülerinnen in Indonesien tanzen zu Maroon 5.

Der beanstandete YouTube-Clip

© Screenshot YouTube

Es ist ein Tanzvideo, wie es viele auf YouTube gibt: Fünf Mädchen zwischen 17 und 18 Jahren tanzen zur Musik der amerikanischen Band Maroon 5 , schütteln die Hüften und kichern. Knapp 300.000 Mal wurde der Clip bislang geklickt.

Doch der Direktor der örtlichen Schule in der indonesischen Stadt Toli-Toli sah in dem YouTube-Hit nicht weniger als eine infame Gotteslästerung – und warf die Mädchen von der High School. Denn sie knien sich zur Tanzmusik wie beim islamischen Gebetsritus auf den Boden, zitieren dazu auch Koranverse.

Indonesische Teenager tanzen zu Maroon 5 – und werden dafür von der Schule geworfen.

Er habe so handeln müssen, argumentierte der Schulleiter gegenüber der Jakarta Post: "Die Öffentlichkeit, besonders die muslimische Gemeinschaft war wütend, sie können diese Tat nicht akzeptieren!" Mittlerweile wird der Fall sogar von der Polizei untersucht. Im schlimmsten Fall könnten die fünf Teenager sogar der Blasphemie angeklagt werden. Bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu fünf Jahren Jugendstrafanstalt.

Der Fall zieht mittlerweile weite Kreise. Der indonesische Informationsminister Taifatul Sembiring rief den Suchkonzern Google , dem der Videodienst YouTube gehört, dazu auf, den etwa fünf Minuten langen Clip zu sperren. Doch es gibt auch Unterstützung für die Mädchen, die auch von der nationalen Schulabschlussprüfung ausgeschlossen wurden. Ein Mitglied des muslimischen Rats Indonesian Ulema Council mahnte, die Schulleitung habe überreagiert. "Sie sind noch jung und brauchen Orientierung von ihren Eltern und Lehrern. Sie jetzt auszuschließen ist keine große Hilfe. Die Schulbehörde sollte für ihr Handeln bestraft werden", so der Mann zu der Nachrichtenseite Jakarta Post .

Entdeckt wurde der bereits im März hochgeladene Clip übrigens vom Ehemann einer Lehrerin.

Thema: Sexismus