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So schummeln die Hersteller bei den Kleidergrößen

Am Etikett steht Größe 36 – aber eigentlich entspricht es der Kleidergröße 40? Diese Verwirrung der Konsumierenden ist oft von den Modelabels beabsichtigt.

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So schummeln die Hersteller bei den Kleidergrößen
© iStockphoto.com

Schnappt man sich ein Kleidungsstück in die Umkleidekabine oder kauft man online ein, ist der Überraschungseffekt oftmals groß: Denn wenn man regulär Größe 40 trägt, passt einem diese bisweilen überhaupt nicht. Und zwar nicht, weil man selbst ab- oder zugenommen hat, sondern weil die Kleidungsindustrie immer mal wieder individuell die Kleidergrößen verändert.

So hat beispielsweise das deutsche Magazin "Öko-Test" massive Unterschiede bei den einzelnen Größen zwischen verschiedenen Labels feststellen können. Kann man sich also noch auf die Angaben am Etikett verlassen?

Kann man den Größen auf Kleidungsetiketten überhaupt vertrauen?

Im Test wurden insgesamt 60 Oberteile für Männer und Frauen vermessen, um feststellen zu können, wie sehr diese sich unterscheiden. Dabei entsprach bei einigen Blusen oder Hemden eine 36 tatsächlich einer 36, manchmal wurde aber auch einfach eine 40 daraus.

Vanity Sizing: Wenn man ohne Abnehmen auf einmal in kleinere Größen passt

Die Systematik dahinter ist durchaus bewusst und nennt sich "Vanity Sizing" (übersetzt: Eitelkeitsbemessung). Denn in unserer schlankheitsbetonten Welt wollen alle möglichst kleine Größen tragen. Und es ist also vermeintlich weitaus schmeichelhafter wenn da im Kleidungsstück die Zahl 36 prangt und nichts darüber.

Die Verwirrung bei der Kleidungsauswahl wird auch noch verstärkt, da es keine wirklich festgelegten Kleidungsgrößen gibt, sondern nur Richtwerte, an die sich die Hersteller nicht halten müssen. Mit dem Ergebnis, dass in beispielsweise meinem Kleiderschrank von Größe 34 bis 44 alles vorhanden ist.

Nicht nur nervig, sondern auch ein Problem für die Umwelt

Eine Systematik, die aber für die Konsumentinnen und Konsumenten einfach nur mühsam ist - denn so muss man mehr probieren oder umtauschen. Und das kostet Zeit, als auch Nerven. Die Umwelt freut sich genauso wenig: Gerade beim Onlineshopping bestellen nämlich aus genau dem Grund viele schon im Vorhinein mehrere Größen von ein und demselben Produkt und schicken dann die nicht passenden Teile wieder zurück - und so entsteht weitaus mehr Verpackungsmüll und Abgase durch die Transportwege.

Kommentare

Friese63

Für mich wird das vor allem zum Problem, wenn ich online bestelle, ich mir mit der Größe nicht sicher sein kann, und mir der Onlinehändler unter dem Vorwand des Umweltschutzes nicht erlaubt ein Produkt in 2 Größen zu bestellen. Inzwischen schädigt der Onlinehändler sich selber, weil ich dann (meistens) dieses Produkt gar nicht bestelle.

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