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Schwangere DOCH Risikogruppe bei Corona

Menschen mit Vorerkrankungen sowie in höherem Alter gelten als Risikogruppe in der Corona-Pandemie. Nach neuen Forschungsergebnissen zählen hierzu nun doch auch Schwangere.

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Schwangere DOCH Risikogruppe bei Corona
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"Eine Schwangerschaft ist ja keine Krankheit" - diese Aussage hört man des Öfteren. Und sie stimmt natürlich auch. Aber dennoch bringt das Heranwachsen eines neuen Lebens auch viele Begleiterscheinungen, mit denen man vielleicht nicht gerechnet hat. Oder auf die man zumindest lieber verzichten hätte. Ähnlich wie beim Älterwerden - ebenso keine Krankheit, aber dennoch mit Folgen. Ein neuer Punkt auf dieser Liste: die Möglichkeit, Risikopatientin im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus zu werden.

Zu Beginn der Pandemie wiegelte man noch ab: Schwangere würden nicht zu den besonders schützenswerten Risikogruppen gehören. Aber nun mehren sich die Hinweise, auch gestützt von immer mehr Forschungsdaten, dass eine Schwangerschaft durchaus mit höheren Risiken bei COVID-9 verbunden sein kann: wie ein schwerer Verlauf der Infektion oder auch eine Frühgeburt.

Risikogruppe Schwangerschaft bei Corona

Die US-Gesundheitsbehörde CDC geht mittlerweile von einem erhöhten Risiko aus und auch die Schweiz zählt Schwangere inzwischen zu den Risikogruppen.

Diese Ergebnisse basieren unter anderem auf einer Forschung eines internationalen Teams unter Leitung von Professor Dr. Shakila Thangaratinam von der Universität Birmingham im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie werteten 77 Studien mit Schwangeren und nicht schwangeren Frauen im gebärfähigen Alter mit einer Covid-19-Infektion neu aus.

Zwar zeigte sich, dass die schwangeren Frauen meist unter weniger Symptomen wie Fieber oder Muskelschmerzen litten, dafür hatten sie jedoch ein höheres Risiko, auf die Intensivstation verlegt werden zu müssen, weil sie künstlich beatmet werden mussten. Dieses Risiko stieg noch weiter mit dem Alter, dem Gewicht, erhöhtem Blutdruck sowie Diabetes.

Risiko für schweren Verlauf sowie Fehlgeburt

Zudem stieg das Risiko für Frühgeburten um das Dreifache im Vergleich zu Schwangerschaften ohne Infektion. Fast jedes vierte Baby einer Covid-19-infizierten Mutter musste nach der Entbindung auf die Neugeborenen-Station. Vielfach war die Erkrankung so schwerwiegend, dass die Schwangerschaft vorzeitig per Kaiserschnitt beendet werden musste. Die Zahl der Totgeburten sowie die Letalität bei Neugeborenen blieb jedoch gering.

Den Grund für das erhöhte Risiko vermuten Forschende unter anderem darin, dass das Immunsystem von Schwangeren heruntergefahren wird, um den zur Hälfte fremden Organismus im eigenen Körper zu dulden.