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Warum Schwangerschaftsdepression viele Millennials erfasst

Millennial-Mamas sind von pränataler Depression häufiger betroffen, als Schwangere in den 1990er Jahren. Warum das so ist, wird in einer neuen Studie erklärt.

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Eine Schwangerschaft zählt zu den größten Veränderungen, die in einem menschlichen Leben möglich sind. Neben vielen erfreulichen Aspekten, können die hormonelle Umstellung, Zukunftsängste und die allgemein neue Situation dazu führen, dass Frauen während der Schwangerschaft depressiv werden. Diese Form nennt man pränatale Depression. Sie ist der Wochenbettdepression, die nach der Geburt auftreten kann, sehr ähnlich, doch kann sie auch aktiv negative Auswirkungen auf das Ungeborene haben.

Eine Langzeitstudie präsentiert nun neue Erkenntnisse zum Thema pränatale Depression. Zwei Gruppen von Schwangeren wurden verglichen: Mütter, die 1990 bis 1992 schwanger waren und Mütter, die man als Millennials bezeichnen könnte. Millennials sind Personen, die zwischen 1980 und 1994 geboren wurden. Sie waren zwischen 2012 und 2016 schwanger. Man beschränkte sich auf eine Altersgruppe von 19 bis 24 Jährigen. Die Frauen mussten Fragen zu ihrer psychischen Gesundheit, aber auch zu den allgemeinen Lebensbedingungen, dem Bildungsgrad, eventuelle Laster wie Rauchen oder Alkohol, beantworten.

Depressionen können vor und nach der Schwangerschaft aufkommen.

Es zeigte sich, dass die Millennial-Mamas häufiger an Depressionen während der Schwangerschaft leiden, als die damaligen Mütter. 25 Prozent der heutigen Schwangeren leiden an einem hohen Depressionslevel. Damals betraf dies 17 Prozent der Frauen. Das Forschungsteam sieht im heutigen Lebenswandel die Ursache für die steigende Depressionsrate. Leistungsdruck in der Arbeit, ungesundes Essgewohnheiten und allgemeiner Alltagsstress setzen den jungen Frauen zu. Und dann kommt noch die Zukunfts-Unsicherheit hinzu, die alle Millennials betrifft. Laut einer Untersuchung ist diese Generation zwar sehr gut ausgebildet, aber dafür viel ärmer als die Generationen zuvor. Vor allem im Vergleich mit den Baby Boomers (geboren zwischen 1946 und 1964) stehen die Millennials (oder Gen-Y) nicht wirklich gut da: Das Vermögen der Gen-Y beträgt nicht einmal die Hälfte dessen, was die Baby Boomers im selben Alter schon besaßen.

Das Forschungsteam der Studie zur pränatalen Depression räumt ein, dass sie keine allgemeine Aussage über die psychische Gesundheit aller Schwangeren treffen können, da wirklich nur eine kleine Altersgruppe untersucht wurde. Trotzdem nimmt die Depression bei heutigen jungen Frauen zu. Andere Forschungen untermauern dies zusätzlich. Zum Beispiel wurde kürzliche eine Studie bezüglich der Gesundheit von Müttern in England durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass besonders Mütter im Alter von 16 bis 24 Jahren am Baby Blues nach der Geburt leiden.

Und es gibt auch aktuelle Daten aus Österreich: Der erste Gender-Gesundheitsbericht hat einen Schwerpunkt auf psychische Gesundheit und zeigt die unterschiedlichen Werte bei Männern und Frauen. 26 Prozent Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Depression. Dagegen sind es nur 12 Prozent der Männer, die depressiv werden. Da die Messung auf diagnostizierter Depression basiert, muss man dieses Ergebnis etwas differenzierter betrachten. Man kann davon ausgehen, dass noch mehr Männer an Depressionen leiden, als die 12 Prozent, aber, dass sie sich nicht in Behandlung begeben haben. Frauen wiederum scheinen aktiv Hilfe zu suchen. Und das ist gut so! Denn vor allem Depressionen, die rund um eine Schwangerschaft aufkommen, können gut behandelt werden, wenn sie frühzeitig erkannt werden.

Brauchst du Hilfe? An diese Stellen kannst du dich wenden:

Österreichische Frauen- und Mädchenberatungsstellen / Frauengesundheitszentrum / Familienberatung / Hebammenzentrum /

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