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Schweden: Reparieren, nicht aussortieren!

In Schweden soll mehr repariert, als neu gekauft werden. Warum wir uns an diesem Plan der schwedischen Regierung ein Beispiel nehmen sollten.

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Schweden: Reparieren, nicht aussortieren!
© istockphoto.com

Schwedens Regierung ist für seine Experimentierfreudigkeit bekannt, vor allem, wenn es um die Verbesserung vom Lebensstandard der eigenen Bürger geht. Sei es das Experiment "6-Stunden-Arbeitstag", die liberale Familienpolitik oder Förderung der psychischen Gesundheit im Zusammenhang mit Kindern: In Schweden wird nicht nur geplant, sondern auch probiert. Und so soll das nun auch mit einem neuen Projekt laufen, wonach die Schweden weniger wegwerfen und neukaufen sollen.

Geld zurück für aufwendige Reparaturen

Die rot-grüne Regierung will, dass sich die Reparatur alter Dinge mehr auszahlen soll, als deren Neukauf. In den neuen Steuerplänen wurde festgesetzt, dass die Mehrwertsteuer von Reparaturen kleiner Gegenstände, wie Kleidung oder Schuhe, auf die Hälfte herabgesetzt werden. Ebenso soll es dann auch möglich sein, bei großen Dingen, wie Waschmaschinen oder Kühlschränke, die Kosten vom Finanzamt zurückzuverlangen. Gleichzeitig ist noch eine Chemiesteuer geplant, durch die eine Anschaffung von neuen Geräten teurer wird. Einerseits soll dies das Wiederherstellen gebrauchter Produkte attraktiver erscheinen lassen. Andererseits will man den hohen Recyclingkosten von ebensolchen Gegenständen entgegenwirken.

Nachhaltigkeit wird zum Alltag

Das große Ziel des Steuerplans ist, nachhaltig die Kohlestoffemission und den Abfall zu reduzieren. Dabei hat die schwedische Regierung begriffen, dass es in einer konsumorientierten Welt nicht reicht, durch PR-Kampagnen an das Gewissen der Menschen zu appellieren. Man muss den Leuten einen Anreiz dafür bieten, die Nachhaltigkeit in ihren Alltag zu integrieren. "Wir glauben daran, dass dies die wesentlichen Kosten senken würde und so zu einem ökonomisch-rationalen Verhalten der Menschen führt.", sagte Per Bolund, Schwedens Minister für Finanzmarkt und Konsumenten, in einem Interview mit "The Guardian".

Und nicht nur die Nachhaltigkeit wird gefördert, auch von den Arbeitsplätzen her erwartet man sich einen Aufschwung im Reparatur-Sektor. So könnten etwa mehr Arbeitsplätze für Migranten geschaffen werden, die häufig nicht die nötigen Qualifikationen für den schwedischen Arbeitsmarkt mitbringen. Im Dezember 2016 wird in Sachen Budgetplan entschieden.

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