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Johanna Dohnal und Maria Theresia gegen Andreas Gabalier?

In einem satirischen Hip-Hop-Video trifft Andreas Gabalier nicht nur Hermes Phettberg, sondern auch Maria Theresia, Schwester Restituta oder Johanna Dohnal. Was es damit auf sich hat, haben wir für euch heraus gefunden...

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Johanna Dohnal und Maria Theresia gegen Andreas Gabalier?
© KidPex

Wenn Andreas Gabalier auf die "großen Töchter" dieses Landes trifft und damit etwa Maria Theresia, die von den Nazis ermordete Schwester Restituta oder die erste Frauenministerin, Johanna Dohnal, gemeint sind, dann hat das höchstwahrscheinlich satirischen Hintergrund. Nicht nur deshalb, weil alle drei nicht mehr unter den Lebenden weilen. Vor allem deshalb, weil die "großen Töchter" bekanntlich nicht unbedingt Gabaliers Spezialgebiet sind. Dennoch ist es zu diesen Begegnungen gekommen. Und zwar in einem Video, das heute, Donnerstag, auf Youtube online gegangen ist.

Dass Andreas Gabalier - genauer gesagt, eine Person, die eine Papp-Maske mit Gaballier-Gesicht trägt - in besagtem Video nicht nur historische Größen wie die drei genannten, sondern auch aktive Künstlerinnen wie Esra von ESRAP oder Monika Weber (die Tochter vom verstorbenen Stefan Weber, dem Frontman der legendären Austro-Band "Drahdiwaberl") trifft, lässt schon erahnen, dass das Ganze vor allem einen musikalisch-künstlerischen Hintergrund hat. Hinter dem Video steckt niemand geringerer als "Kid Pex" - auch bekannt als der "Wiener Tschuschenrapper".

Auszug aus dem Video: Johanna Dohnal mit Regenbogenflagge.

Anzeige gegen Kid Pex und Kroko Jack

Hintergrund des Videos ist eine Anzeige von Andreas Gabalier gegen die beiden Hip-Hop-Musiker Kid Pex und Kroko Jack, die Gabalier vergangenes Jahr in ihrem gemeinsam Song "So viel Polizei" auf die Schippe genommen hatten. Gabalier fand das damals gar nicht so witzig und zeigte die beiden Künstler bei der Staatsanwaltschaft wegen "gefährlicher Drohung" an. Dort sah man diesen Tatbestand offenbar als nicht erfüllt: Die Staatsanwaltschaft hat Anfang der Woche bekannt gegeben, dass das Verfahren eingestellt wurde.

Und wie würde man solchen "Beef" in der Hip-Hop-Szene anders regeln als über die Musik? Genau. So hat Kid Pex die Auseinandersetzung mit dem „Volks-Rock-n-Rolla“ in einem neuen Song bzw. Video mit dem Titel „Hulapolizei" verarbeitet.

Hermes Phettberg gibt Nachhilfe

Rapper Kid Pex zeigt sich im Video als Sheriff des fiktiven Staat „Tögetherland“. Der "Papp-Gabalier" wird dabei vom "Sheriff" durch ganz Österreich "gejagt" und trifft dabei immer wieder auf Menschen und Gruppen, vor denen er große "Ängste und Vorurteile" haben müsste - so die künstlerische Annahme von Kid Pex. Dazu gehört neben den "großen Töchtern" des Landes offenbar auch Hermes Phettberg - auch er spielt in dem Video mit und verrät "Gabalier" mehr über christliche Werte und Nächstenliebe. Die Produktion des Videos, das uns in die Kärntner Berge genauso bringt, wie in die niederösterreichischen Weingärten, unterschreibt das „Kollektiv besorgter Bürgerinnen und verängstigter Demokraten“.

Gabalier und Phettberg: Im echten Leben wohl keine Freunde.

Neuerliche Anzeige durch Gabalier?

Ob Andreas Gabalier erneut eine Anzeige erstatten wird ist nicht bekannt - in Anbetracht dessen, dass er mit der ersten Anzeige gescheitert ist, wird er möglicherweise kein zweites Mal diesen Schritt setzten. Im Song wird er jedenfalls provokant dazu aufgefordert: Die berühmte Fingerpistole aus dem ersten Video, die eben auch Grund für Gabaliers Anzeige war, sieht man jedenfalls auch im neuen Video wieder. Vielleicht kann Gabalier ja diesmal zumindest ein bisschen drüber lachen. Hier das Video: