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Sechs Tipps, wie das Zusammenziehen gelingt

Die Freude auf die erste eigene Wohnung könnte nicht größer sein. Wenn man diese aber mit jemanden teilt, kommen gleich noch ein paar Fragen dazu. Wir haben die wichtigsten Tipps, sodass das gemeinsame Heim (und die Freude darüber) länger als das erste Monat hält.

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Sechs Tipps, wie das Zusammenziehen gelingt
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Das Zusammenziehen in die erste gemeinsame Wohnung mit dem Partner oder der Partnerin steht bevor. Damit sich die Wohnungssuche bzw. die ersten Monate nach Einzug nicht zu einem Desaster entwickeln, sollten einige Fragen geklärt werden. Um für den Umzug auch wirklich vorbereitet zu sein, haben der Immobilienexperte Bernd Gabel-Hlawa, Geschäftsführer der Immobilienplattform FindMyHome.at und der psychologische Berater Dr. Roman Braun ein paar Tipps.

First Step: Bereit sein

Die leere Milchpackung im Kühlschrank, die offene Klo-Türe oder die Socken neben dem Bett – es sind meist die kleinen Dinge, die uns im Laufe des Zusammenlebens zu stören beginnen. Eine gute Basis, bevor man diesen Schritt wagt, lautet daher: die Gewohnheiten des anderen zu verstehen. Dr. Roman Braun rät: „Ob die Lebensgewohnheiten von zwei Personen kompatibel sind, lässt sich beispielsweise durch eine gemeinsame Reise gut erkennen. Ein Urlaub wirkt wie ein Vergrößerungsglas, in dem die Verhaltensweisen des Partners sichtbarer werden. Hinzukommt, dass man nicht abgelenkt ist und seine ganze Aufmerksamkeit auf den anderen richtet.“

Fragen über Fragen: Was muss vorab geklärt werden?

Bevor die Suche nach der gemeinsamen Wohnung losgehen kann, gilt es, die persönlichen Anforderungen bzw. zentralen Fragen zu klären: Welche finanziellen Mittel stehen zur Verfügung? Eigentumswohnung oder doch lieber Miete? Decken sich unsere Interessen? „Um effizient nach einer Immobilie suchen zu können, sollten wichtige Kriterien wie Lage, Größe und Zimmeranzahl vorab bestimmt werden. Ich empfehle hier immer eine Unterteilung in „Must-haves“, nicht mehr als fünf, und „Nice-to-haves“ wie beispielsweise ein Balkon oder ein Lift. Wichtig ist dabei, die gemeinsamen Interessen zu besprechen und eine Lösung zu finden, mit der beide zufrieden sind“, erklärt Immobilienprofi Bernd Gabel-Hlawa.

Die Wohnungssuche

Sind die zentralen Fragen und Entscheidungen abgehakt, kann die eigentliche Suche beginnen. Nun gilt es, sich zu überlegen, wo und wie man sein neues Zuhause sucht. Mittlerweile ist man online sehr gut bedient: Auf Immobilienplattformen findet man meist schnell eine große Anzahl an Objekten, die sich anhand von Suchkriterien filtern lassen – dies erleichtert nicht nur die Suche, sondern hilft bei der Entscheidung, ob sich eine Besichtigung lohnt. „Besondere Vorsicht gilt bei Wohnungen von Privatpersonen – gerade in Sachen Miete und Ablöse von Möbeln. Um nicht über den Tisch gezogen zu werden, empfiehlt es sich, über etablierte Plattformen und seriöse Makler zu suchen“, warnt Gabel-Hlawa. Um sich schlussendlich auch wirklich sicher sein zu können, empfehlen die Profis, mehrere Immobilien anzuschauen, um vergleichen zu können. „Mein Tipp: Die Wohnung immer gemeinsam besichtigen, den Zustand der Immobilie genau überprüfen und eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten zum Abhaken mitnehmen“, so Gabel-Hlawa.

In den gemeinsamen Haushalt starten

Ist die Suche abgeschlossen und die Traumwohnung gefunden, sollten auch noch bürokratische Angelegenheiten besprochen werden. Zuallererst muss entschieden werden, auf wen der Mietvertrag läuft bzw. wer im Falle von Eigentum in das Grundbuch eingetragen wird – dies kann nur eine Person übernehmen oder auch beide. Wird der Mietvertrag gemeinsam unterschrieben, so kann er auch nur durch beide wieder aufgelöst werden. „Neben dem Mietvertrag sollte auch geklärt werden, auf wen Strom- und Gas Abrechnungen laufen, wer die Miete überweist und wer sich um Versicherungen kümmert.

Meins, Deins und ein wenig Abstand

Es ist geschafft – das gemeinsame Abenteuer beginnt. Doch Vorsicht: die erste gemeinsame Wohnung sollte nicht das Ende der Privatsphäre bedeuten! Denn grundsätzlich besteht eine Partnerschaft aus zwei Individuen – Je mehr der oder die Einzelne von sich aufgibt, desto größer ist die Gefahr, dass die Beziehung auf Dauer überlastet wird. Ist es finanziell möglich, so sollte auch an Platz für persönlichen Freiraum gedacht werden. Das kann beispielsweise ein Arbeitszimmer sein, das in weiterer Folge auch als idealer Rückzugsort in hitzigen Situationen dient. „Kann kein zusätzlicher Raum geschaffen werden, sollte ganz bewusst darauf geachtet werden, dem Partner oder der Partnerin Freiraum zu geben. Das kann ein ‚um die Häuser ziehen mit den Freunden‘ oder ein Urlaub mit den besten Freunden sein. Wenn jeder seine eigenen Interessen wahrt, steht einem entspannten Zusammenleben in der ersten gemeinsamen Wohnung quasi nichts im Weg“, unterstreicht Dr. Roman Braun die Wichtigkeit von Privatsphäre und Freiraum.

Harmonie im neuen Nest

Auch wenn es nicht sonderlich romantisch klingt: Die erste Freude des Zusammenziehens trifft meist rasch auf erste Unstimmigkeiten bezüglich Abwasch, Staubsaugen oder Bügeln. Genau dann fallen plötzlich Gewohnheiten des Partners auf, die man vorher nicht wahrgenommen hat. In der Regel helfen klare Regeln, wie zum Beispiel ein Haushaltsaufgaben-Plan. Aber auch ein offenes Ohr kann hilfreich sein – möglicherweise ergänzen sich ja die Vorlieben: Vielleicht bügelt der eine so gerne, dass sogar die Unterwäsche unters Eisen kommt? Und der andere liebt es zu putzen? Neben diesen kleinen Konflikten sieht Dr. Roman Braun, die Harmonie besonders darin gefährdet, wenn der Partner die Chance ergreift, den untertags aufgestauten Stress beim Partner abzuladen. Denn oft sind es nicht die großen Probleme, die das Zusammenleben und die Beziehung gefährden, sondern viele alltägliche Ärgernisse. „Kleine Probleme müssen nicht zwangsläufig beim Abendessen mit dem Partner kommuniziert werden. Sollten Sie sich das nächste Mal über ihre ArbeitskollegInnen ärgern, greifen Sie zu Ihrem Mobiltelefon und erzählen einem Freund oder einer Freundin, warum Sie wegen Kollege XY wieder einmal an die Decke gehen könnten“, so Roman Braun.

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