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Ohhh, ich komme lieber selber!

JEDE Frau tut es. Oft. (Fast) täglich. Selbstbefriedigung bringt uns einfach schneller zum Orgasmus. Tipps, wie dein Solo-Sex noch besser wird.

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Ohhh, ich komme lieber selber!

Ein wenig Handauflegen hat noch nie geschadet...

© iStockphoto

"Okay, verdammt. Ich glaub', ich bin Porno-süchtig," sagt Freundin N. "Weil: normal kann das nicht sein." Es ist nämlich so: Sie macht es jeden Abend. Manchmal sogar zweimal am Tag. Sie sieht sich auf YouPorn einen kurzen Clip an ("Manchmal sind die Akteure sogar wirklich nicht schön anzusehen, es spielt keine Rolle!") und legt Hand an.

"Ich schwör's dir. Nach spätestens fünf Minuten hab' ich einen Orgasmus," ächzt sie. "Es ist nicht nur so, dass ich darauf nicht verzichten will – ich kann es gar nicht."

Und warum sollte sie auch, jetzt ehrlich? Nicht nur unsere Freundin macht es, auch die Zumba-Trainerin im Fitnessstudio, die Kassiererin im Supermarkt, die Kindergartentante unserer Tochter, hej, auch Miley Cyrus macht es – und die sogar ganz öffentlich auf Instagram.

Nicht nur Männer masturbieren, wenn ihnen fad ist, sie Bock haben, gerade nichts im Fernsehen läuft. Ja, auch wir Frauen befriedigen uns, gerne und oft. Und im Gegensatz zu früheren Jahren ist das auch nix, wofür wir uns schämen müssten: in den vergangenen 30 Jahren stieg die Zahl der Menschen, die sich bekennend regelmäßig selbst befriedigen, stark an – bei den Männern um 22 Prozent, bei den Frauen verdoppelte sich die Zahl sogar. Das ergab zumindest eine Untersuchung der Universität Hamburg. 80 Prozent der Frauen, so wollen es andere Studien wissen, legen regelmäßig Hand an sich.

Selbstbefriedigung? Es gibt sogar eine Masturbationsbar!

In Shibuya, dem Vergnügungsviertel von Tokio, eröffnete bereits vor knapp drei Jahren mit dem Lokal "Love Joule" die erste Masturbations-Bar der Welt. Das Konzept? Einen Platz zu schaffen, wo man sich über sexuelle Vorlieben und Masturbation unterhalten kann. Männer dürfen die Bar nur in Begleitung einer Frau besuchen. "Es ist cool, etwas trinken zu gehen und sich gleichzeitig über das zu unterhalten, was wir Frauen wirklich wollen – nämlich Sex und Männer", so eine Krankenschwester, die Stammgast ist, gegenüber dem Portal bikyamasr.com .

Zwar ist nicht davon auszugehen, dass im Wiener Wurstelprater in den nächsten Jahren ebenfalls eine Masturbations-Bar ihre Pforten öffnet, aber Fakt bleibt: Selbstbefriedigung ist kein Tabuthema mehr, weder für Männer noch Frauen.

Und, ganz ehrlich: warum auch? Mittlerweile ist wohl auch dem Allerallerallerprüdesten klar, dass Masturbation nicht nur der manuelle Ersatz für ungevögelte Singles, sondern eine wunderbare Ergänzung unserer Sexualität ist. Gerade Männer und Frauen in intakten Beziehungen, so will es die Sexualwissenschaft herausgefunden haben, befriedigen sich besonders häufig (vermutlich, weil die Libido verstärkt gereizt ist).

Selbstbefriedigung mit 15? Klaro!

Heute hat durchschnittlich die Hälfte aller Mädchen bis zu ihrem 15. Lebensjahr schon masturbiert – fast acht Jahre früher als in den Sechzigern. Was uns das sagt? Nun, die Mädels heute wissen bereits vor ihrem ersten Mal (wird im Durchschnitt mit 16 erlebt), worauf sie Lust haben und was ihrem Körper Spaß macht. Finden wir gut, ist quasi die Emanzipation per Selbstbefriedigung.

Masturbation tut Seele und Körper gut

Die Leier, dass Masturbation so gesund wie Sport ist, weil ein Orgasmus binnen weniger Minuten jeglichen Stress löst und spannungsbedingte Symptome wie Kopf- oder Regelschmerzen zumindest zwischenzeitlich vertreibt, die sparen wir uns. Machen wir es kurz: Solo-Sex tut uns gut. Und Punkt.

Tipps: Wie befriedige ich mich am besten selbst?

Klaro: Es braucht mal einen ruhigen Ort. Denn ertappt werden will frau beim Masturbieren dann trotzdem nicht. Sonst will der Kerl noch mitmachen, nö, danke. Bett, Badezimmer – wo immer Privatsphäre garantiert ist.

1

Es muss flutschen. Manche Frauen sind sehr leicht erregbar, bei anderen ist die Scheide und Klitoris zunächst zu trocken. Damit es aber richtig fein flutscht: Gleitmittel verwenden. Eine Kollegin schwört übrigens auf die Blow-Paste.

2

Hand vor Vibrator. Auch wenn es mittlerweile zig Sex-Toys gibt: Die Hand ist verlässlicher, brummt nicht und ist sensibler, wenn es um Druckausübung geht. Der Knüller: Beides verwenden. Wir empfehlen eigentlich auch Liebeskugeln, deren Vibrationen sind sanft und nebstbei wird der Beckenboden trainiert. Trotzdem erreicht Frau über das Streicheln der Klitoris den schnelleren Orgasmus, #justsayin .

3

Der Start (für Anfänger). Profis können diesen Punkt überspringen. Wer sich das erste Mal selbst befriedigt: Leg' einfach mal deine Hand auf dein Geschlecht. Fühle, wie die Hand dein Geschlecht wärmt – und vice versa. Allein das kann dich schon richtig heiß machen (so richtig, nämlich).

4

Für Fortgeschrittene: Bein-Presse. Während wir beim Sex mit dem Partner meist die Beine spreizen, berichten viele Frauen, dass sie bei der Selbstbefriedigung besser kommen, wenn sie die Oberschenkel zusammenpressen. So wird nämlich zusätzlicher Druck auf die Vagina ausgeübt.

5

Für Sensible: Der Duschkopf. Wer besonders empfindlich ist, kann seine Klitoris mit dem Strahl des Wassers massieren. Ob das bis zum Höhepunkt führt? Nicht bei allen Frauen. Aber für die erste Erregung ist es wirklich wirksam.

Thema: Sex & Erotik