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Ich mach’s mir selbst! Und du?

Selbstbefriedigung ist das Normalste auf der Welt – wir reden nur nicht so oft darüber. Leserinnen erzählen über ihren Umgang – plus: Die besten Tipps.

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Ich mach’s mir selbst! Und du?
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"Nichts gegen Selbstbefriedigung! Das ist Sex mit jemandem, den man liebt“ – Woody Allen hat ja sowas von Recht :-). Masturbation ist Selbstliebe, Hingabe, Entspannung pur. Und dennoch: Obwohl wir fast alle selbst Hand anlegen, wird kaum offen darüber gesprochen. Selbstbefriedigung ist nach wie vor ein Tabuthema und gilt oft als mickriger Ersatz für Sex mit einem Zweiten.

Dass dem nicht so ist, beweisen nackte Zahlen: Fast 80 Prozent der Frauen machen es sich selbst. Kein Wunder, „alleine die Eigenberührung tut uns gut“, weiß Sexualtherapeutin Bettina Weidinger vom Österreichischen Institut für Sexualpädagogik . Und wer dabei auch noch kommt, profitiert – neben dem zusätzlichen Lustgewinn für den Körper – von positiven Effekten wie etwa Stressabbau und Entspannung. Ein Orgasmus kann sogar spannungsbedingte Kopfschmerzen vertreiben.

„Selbstbefriedigung ist eine gute Möglichkeit, den eigenen Körper kennenzulernen und herauszufinden, was einem gefällt“, erklärt Sexualmedizinerin Elia Bragagna von der Akademie für Sexuelle Gesundheit . Und Berührung findet schon früh statt: „Mit dem Erkunden des Körpers lernt ein Kind auch seine Geschlechtsorgane kennen. Babys und Kleinkinder können durch gezielte Muskelanspannung und Bewegung körperliche Lust und darauffolgende Entspannung erreichen“, erläutert Weidinger.

Dennoch: Obwohl es ein so natürlicher Reflex ist, entdecken sich viele Frauen erst im Erwachsenenalter wieder selbst. Das kann laut Bragagna daran liegen, dass zwischenzeitlich der Fokus ein anderer ist, wir uns z.B. leistungsorientiert auf Schule, Uni und Job konzentrieren oder im Elternhaus nicht ausreichend Privatsphäre herrscht, um den Körper in Ruhe zu erkunden. Selbstbefriedigung ist übrigens kein Muss! Man wird dadurch nicht automatisch ein sinnlicheres Wesen oder offener im Umgang mit Sex.

Intime Einblicke: In der aktuellen WOMAN Ausgabe erzählen 9 Frauen zwischen 23 und 58 Jahren, wie oft und wie sie es sich selbst besorgen!

Come to come: Durch Selbstbefriedigung gelangen die meisten Frauen zum Höhepunkt

Die besten Selbstbefriedigungs-Tipps:

  • Bitte nicht stören. Zeit und Ort wählen, wo man Ruhe hat. Sicherstellen, dass niemand plötzlich unterbrechen kann – z.B. Tür zusperren und das Handy ausschalten.
  • Handarbeit. Mit den Fingern lässt sich die Klitoris auf verschiedene Arten stimulieren: in kreisenden Bewegungen streicheln, reiben oder sie sanft klopfen. Intensiviere den Reiz und beweg' dich im Rhythmus der Stimulation, kreisen z.B. mit dem Becken im Takt.
  • Fantasie. Macht dich ein flotter Dreier an oder träumst du davon, dass diren ein Publikum voller Männer beim Masturbieren zusieht? Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – Hauptsache, sie bringt dich in lustvolle Stimmung.
  • Vibratoren. Wer zum ersten Mal ein vibrierendes Lovetoy verwendet, sollte laut Ingrid Mack Folgendes beachten: „Mit der Bedienung des Geräts vertraut machen, gut aufladen und für stimmungsvolles Ambiente sorgen. Bezieh' dann den ganzen Körper mit ein: Nicht nur Klitoris und Vagina, sondern auch Brustwarzen, Innenschenkel, Mund spüren lassen.“ Und wie sucht man sich ein Gerät aus? „Es muss dir sympathisch sein. Überleg' dir: Welche Form gefällt mir? Soll der Vibrator weich oder hart sein? Möchte ich klitorale oder vaginale Befriedigung?“
  • Man muss nicht immer kommen. Es geht um Selbstliebe und nicht um Leistung. Also Zeit lassen und genießen.

Noch mehr Tipps liest du in WOMAN 22/2013.

Thema: Sex & Erotik