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Selbsttest: Diese Ergebnisse könnt ihr durch Säure-Peelings erwarten

Säurepeelings helfen der Haut bei der Regeneration und Neubildung. Doch sind sie gefährlich? Und was muss man beachten? Wir haben den Selbsttest gewagt.

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Selbsttest: Diese Ergebnisse könnt ihr durch Säure-Peelings erwarten
© iStock

Falten, Pigmentflecken, Pickel – Säurepeelings können Abhilfe verschaffen, klingen aber auch ein wenig gefährlich. Wir erinnern uns an die Szene in "Sex And The City", in der Samantha knallrot von ihrer Behandlung kommt. Wer sich ein wenig informiert, kann durchaus ein Säurepeeling für Zuhause verwenden. Und wir wären nicht wir, wenn wir nicht recherchiert und gleich einen Selbsttest gemacht hätten.

Säurepeelings: Welche Arten gibt es?

Grundsätzlich muss man Säurepeelings von mechanischen Peelings, also solchen, die die Hautschüppchen mittels kleiner Partikel abtragen, unterscheiden. Säurepeelings wirken je nach Art unterschiedlich tief in der Haut. Doch alle haben das gleiche Ziel: Abgestorbene Hautschüppchen werden entfernt, die Haut regeneriert, Entzündungen gehemmt und euer Gesicht ist bereit für den Mega-Glow, den wir uns alle so sehr wünschen.

Unterschied zwischen Früchtsäure und Salicylsäure:

Prinzipiell unterscheidet man Fruchtsäuren (AHA) von Betahydroxysäuren (BHA). BHA ist besser bekannt als Salicylsäure. Der Vorteil: Salicylsäure ist fettliebend, dringt sehr tief ein und wirken entzündungshemmend. Bei Akne oder Unreinheiten also ideal. AHAs, also Fruchtsäuren gibt es verschiedenste. Sie kommen natürlicherweise in vielen Pflanzen und deren Früchten vor. Zitronensäure, Weinsäure, Kohlensäure sind einige davon. Aber auch Glykolsäure (Glycolic Acid), Milchsäure (Lactic Acid) und Apfelsäure (Malic Acid) oder auch Mandelsäure gehören zu den Fruchtsäuren. Wenn ihr zum ersten Mal Fruchtsäuren verwendet, seid ihr mit einem mild formulierten Milchsäure-Produkt sehr gut bestellt.

Säurepeelings: Was muss man vorher wissen

  • Salicylsäure (BHA) darf nicht angewendet werden, wenn eine Aspirin-Unverträglichkeit besteht. Aspirin besteht nämlich hauptsächlich aus Salicylsäure.
  • Welche Säure für euch am besten geeignet ist, solltet ihr vorher durch einen Dermatologen/eine Dermatologin abklären bzw. ein Kosmetikstudio aufsuchen.
  • Wenn ihr Säurepeelings verwendet, ist ein täglicher Sonnenschutz ein unbedingtes MUSS – auch im Winter, auch wenn ihr nicht oft draußen seid, jeden Tag.
  • Wenn ihr ein Säurepeeling zu Hause verwendet, testet es zuvor an einer empfindsamen Stelle an eurem Arm.
  • Verwendet Säurepeelings nicht zu oft. Eure Haut entwickelt eine Toleranz – das dauert allerdings. Beginnen solltet ihr mit Säurepeelings 1x alle zwei Wochen.
  • Steigert euch auch bei der Einwirkzeit nur langsam. Auch wenn Säurepeelings eurer Haut gut tun – zu viel kann ordentlich in die Hose gehen.
  • Ihr solltet Säurepeelings eher abends verwenden. Nach der Anwendung ist die Haut oft gerötet.
  • Ein leichtes Prickeln ist bei der Anwendung normal. Bei starkem Brennen sollten Säurepeelings sofort abgewaschen werden.
  • Beim Abwaschen nehmt das Peeling zuerst mit einem feuchten Waschlappen sanft ab. Danach reinigt euer Gesicht mit lauwarmen Wasser. Achtet darauf, dass das Peeling nicht in eure Augen kommt.
  • Viele klagen bei Säurepeelings über eine Erstverschlimmerung. Behaltet das im Auge und fragt bei Profis nach, wenn ihr euch nicht sicher seid. Reizungen der Haut können nämlich darauf hindeuten, dass ihr das Peeling nicht vertragt.

Sind Säurepeelings auch etwas für empfindliche Haut? Das sagt die Expertin

"Generell ist es so, dass wir mit Säuren die Hautzellteilung ankurbeln, sodass mehr Zellen gebildet werden. Die Haut erhält den Impuls, sich umzustrukturieren, und wird in der Tiefe repariert. Ich finde sanfte Säuren sogar besser als mechanische Peelings mit Körnern. Die Mikrokügelchen bei den klassischen Scrubs sind unter dem Mikroskop betrachtet scharf kantig. Gerade mit dem richtigen chemischen Peeling lässt sich empfindliche Haut stärken", sagt Meisterkosmetikerin Vera Pöllabauer vom Babor Spa Wien.

Für wen sind Säurepeelings nicht geeignet?

  • Wenn eure Dermatologin / euer Dermatologe explizit davon abgeraten hat.
  • Wenn ihr offene Hautstellen oder Wunden im Gesicht habt.
  • Wenn ihr mit Hautkrankheiten wie Rosazea oder Ekzemen, sowie Neurodermitis zu kämpfen habt.

Selbsttest: Säurepeeling mit Fruchtsäure (AHA) – diese Ergebnisse kann man erwarten

Ich habe die "AHA 30% + BHA 2% Peeling Solution" von "The Ordinary" probiert

Die "AHA 30% + BHA 2% Peeling Solution" von "The Ordinary" wird derzeit auf TikTok heiß gehandelt. Doch bei diesem durchaus starkem Säurepeeling ist Vorsicht geboten. Zum Einen ist es recht hoch dosiert, zum Anderen kombiniert es sowohl Frucht- als auch Salicylsäure. Beim Auftragen hat es sehr geprickelt. Die ersten Male verwendete ich es nur 5 anstatt 10 Minuten und tastete mich langsam voran. Die ersten drei Anwendungen war noch kein wirklicher Unterschied zu bemerken. Die Haut war glatt, feinporiger, aber auch teils etwas empfindlicher als sonst. Auf der Stirn waren die ersten Wochen ein paar Mitesser zu sehen, doch es handelte sich um die berühmte Erstverschlimmerung. Ab der vierten Anwendung wurde die Stirn superglatt und auch sonst verschwanden die Unreinheiten nach und nach. Dazu tragen aber auch Pflege und Lebensstil bei – ihr solltet von einem Säurepeeling nicht zu viel erwarten.

Periorale Dermatitis von zu viel Pflege und Säurepeelings

Ich habe das Peeling einmal pro Woche verwendet und steigerte mich langsam zu einer zweiten Anwendung pro Woche. Zudem habe ich Wirkstoffe wie Niacinamid und Retinol verwendet, was meiner Haut zuerst zum Mega-Glow verhalf, doch dann bekam ich die Rechnung für meine häufigen Anwendungen: Periorale Dermatits, besser bekannt als Mundrose oder "Stewardessen-Krankheit" war die Folge von überpflegter Haut. Das heißt: Wenn man zu viele Produkte mit effektiven Wirkstoffen verwendet, ist die Haut dermaßen irritiert, sodass erstmal die nächsten Wochen eine Null-Therapie sowie ein Besuch beim Dermatologen / Dermatologin angesagt war. Mehr über die Hautkrankheit erfahrt ihr übrigens hier. Ich bin dennoch großer Fan von Fruchtsäurepeelings. Ich habe auch Mandelsäure, sowie die viel mildere Milchsäure für mich entdeckt. Aber: sparsam einsetzen lautet die Devise!

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Meine Kollegin Anna testete für euch das Skin Perfecting 2% BHA Lotion-Peeling von Paula’s Choice

Ich bin in absoluter Verzweiflung zu einer Anhängerin der Produkte von Paula’s Choice geworden. Nachdem ich mich mit 28 plötzlich mit Erwachsenenakne konfrontiert sah, habe ich viel probiert, am Ende war es aber wohl vor allem das BHA-Peeling, das meine Haut (und mein Selbstbewusstsein) rettete. Nach nur ein paar Wochen verschwanden die entzündeten Pickel und Unterlagerungen rund um Kinn und Wangen – in Kombination mit regelmäßiger Ausreinigung bei der Kosmetikerin und Azelainsäure. Die gibt es übrigens auch von Paula's Choice! Pro-Tipp: Wer mit Reibeisenhaut zu kämpfen hat, kann BHA auch auf Beine/Arme/Popsch schmieren – wirkt Wunder!