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Sex nach der Geburt

Runiert eine Geburt die Sexualität? Eine Sorge, die viele Schwangere umtreibt. Wir haben die wichtigsten Fakten.


Sex nach der Geburt
© Corbis

Eine Schwangerschaft gehört zu den einschneidensten Erlebnissen im Leben einer Frau. Nicht nur mental ändert sich nach Geburt einiges. Im Vordergrund stehen jetzt Stillen, Wickeln, Kinderpflege – die Leidenschaft bleibt zunächst auf der Strecke (und wird damit zumindest kurzfristig oft zur Belastung für Beziehungen ). Dazu kommen Gerüchte über „ruinierte Geburtskanäle“, eine viel zu weite Vagina oder höllischen Schmerzen beim ersten Sex nach der Geburt. Wir haben die wichtigsten Fakten zusammengetragen – und dürfen gleich vorweg beruhigen: Die Geburt eines Babys führt nicht zum Ende der Erotik.

1. Die Schmerzen beim 1. Mal

Nur wenige Frauen erleben eine Geburt völlig schmerzbefreit. Vor allem in den ersten Wochen nach der Geburt werden die Geschlechtsorgane deshalb emotional mit Schmerzen verbunden; vor allem, wenn es zu einem Dammriss gekommen ist. Dies führt zu großen Ängsten vor dem 1. Mal. Manche Frauen können sich Sex frühestens sechs Monate nach der Geburt vorstellen, andere sind nach drei Monaten schon wieder dabei. Das ist völlig normal. Ihr bestimmt, wann ihr wieder soweit seid. Tipp: Wenn der Mann unten liegt, könnt ihr selbst bestimmen, wie tief er in euch eindringt. Und: Durch den Milchfluss sind die Brüste zunächst sehr empfindlich. Nicht jede Frau mag in dieser Zeit Berührungen an den Brüsten. Sagt das eurem Partner ganz offen.

Medizinisch spricht nicht viel gegen Sex nach der Geburt. Allerdings dauert in den ersten vier bis sechs Wochen der Wochenfluss an (zuerst bräunlich, dann gelblich und weiß). In dieser Zeit besteht hohe Infektionsgefahr für die Frau, deshalb sollte der Geschlechtsverkehr zunächst eher vermieden bzw. auf jeden Fall ein Kondom benutzt werden!

2. Ist meine Vagina nach der Geburt zu weit?

Nach einer Geburt verändert sich der weibliche Körper wieder. Die Gebärmutter zieht sich mit der Zeit zusammen. Mit gezieltem Beckenbodentraining könnt' ihr den Prozess beschleunigen. Und keine Sorge: Praktisch kein Mann wird sich über eine zu weite Vagina nach der Geburt beschweren, denn diese ist elastisch wie ein Gummiband! Übrigens: Liebeskugeln dienen nicht nur dem Orgasmus , sondern trainieren auch die Vaginalmuskulatur!

3. Wird meine Vagina jemals wieder so aussehen wie früher?

Um die Wahrheit zu sagen: Leider nein. Natürlich ist kommt es bei jeder Frau auf den Verletzungsgrad, die Wundheilung und nicht zuletzt die Nähkünste der Geburts-Ärztin an. Scheide und Vagina brauchen im Normalfall zehn bis vierzehn Tage nach der Geburt, bis sie sich zurückgebildet haben. Trotzdem: So wie früher wird die Scheide nicht mehr. Zum Trost: Was wir an uns als Makel wahrnehmen, fällt keinem Mann wirklich auf.

4. Seit der Geburt ist eine Scheide trocken...

Durch das Stillen ist der Östrogenspiegel im Blut niedriger als zuvor, was sich auf die Schleimhaut der Vagina auswirkt – sie wird weniger und langsamer feucht. Zur Sicherheit könnt' ihr beim Sex nun ein Gleitgel verwenden.

5. Wie wirkt sich ein Dammriss aus?

Ein Dammriss oder -schnitt ist eine sehr schmerzhafte Angelegenheit, die für viele Frauen auch noch Wochen später mit Ängsten verbunden ist. Kann die Naht wieder aufreißen? Kann sie nicht: In den meisten Fällen vernähen die Ärzte doppelwandig, d.h., dass sie mehrschichtig nähen. Die Nähte halten also. Trotzdem sollten Frauen zunächst Sexpositionen wählen, bei denen der Partner nicht ganz so tief eindringen kann.

6. Hilft Sex bei der Rückbildung?

Obwohl es beim Sex und vor allem beim Orgasmus zu Kontraktionen der Scheidenwand kommt, ist Geschlechtsverkehr nicht die allereffektivste Methode zur Rückbildung. Aber er hat einen anderen, ganz großen Vorteil: Frau fühlt sich wieder begehrenswert, Glückshormone werden ausgeschüttet und der Alltag mit Baby als leichter wahrgenommen.

7. Wirkt Stillen auch als Verhütungsmittel?

Nein! Eine erneute Schwangerschaft kann, wenn auch nicht sehr häufig, in der Stillzeit auftreten. Deshalb unbedingt an Verhütung denken – z.B. ein Kondom oder die Minipille, die auch während der Stillperiode genommen werden kann.

8. Wann habe ich wieder Lust?

Diese Frage kann nicht allgemein beantwortet werden. Schlafmangel und die Nähe von Mutter und Kind lässt die Leidenschaft oft ein wenig einschlafen. Die Lust auf Sex erwacht bei jeder Frau individuell anders. Man darf sich bloß nicht unter Druck setzten (lassen). Wichtig ist es, sich in der Partnerschaft neu zu erfinden. Gemeinsame Auszeiten vom Eltern-Dasein können helfen.

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