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Ihr fragt – die Sexpertin rät!

Jede Woche beantwortet WOMAN-Sexpertin Brigitte Moshammer eine große Frage zum Thema Liebe und Sex. Diesmal: Der Freund unserer Tochter ist furchtbar – wie können wir schlechten Einfluss verhindern?

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Ihr fragt – die Sexpertin rät!

Der "falsche" Freund - und jetzt?

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Die Frage.

Birgit und Robert haben eine 15-jährige Tochter, die ihnen vor einigen Wochen von ihrem ersten ernst zu nehmenden Freund erzählt hat. Nach einigen Dates hat sie ihren Eltern nun den Auserwählten vorgestellt – und diese sind entsetzt. Der 18-jährige ist in ihren Augen unmöglich: Schlampig gekleidet, drückt sich eher derb aus – und das Lernen dürfte er auch nicht "erfunden" haben. Jedenfalls ist ihm seine nahende Matura herzlich egal, er schlägt sich lieber die Nächte mit seinen Kumpels oder Birgits und Roberts Tochter um die Ohren. Die beiden sind besorgt: "Wir haben Bedenken, dass sich das Zusammensein mit ihm negativ auf unsere Tochter auswirkt! Sollen wir ihr von dem jungen Mann abraten, ihr den Umgang gar verbieten"

Die Sexpertin antwortet.

Dass Birgit und Robert verunsichert sind, ist sehr verständlich. Die meisten Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder sich in jemanden verlieben, der ihren Vorstellungen entspricht. Im Alter von 15 Jahren ist die Tochter von Birgit und Robert am Höhepunkt der Pubertät. Diese Entwicklungsphase zeichnet sich nicht zuletzt dadurch aus, dass sich Jugendlichen massiv von den Eltern abgrenzen und diese oftmals auch provozieren. Das ist wichtig, um die eigene Identität zu finden. Nicht selten empfinden Jugendliche daher PartnerInnen als besonders attraktiv, die dem Ideal der Eltern so gar nicht entsprechen – das scheint auch bei Birgit und Robert der Fall zu sein. Wenn die Eltern ihrer Tochter nun den Kontakt zu ihrem 18-jährigen Freund verbieten, wird dieser mit großer Wahrscheinlichkeit nur noch interessanter. Das Gleiche gilt auch, wenn die beiden ihn offen kritisierten. Mit ziemlicher Sicherheit wären heimliche Treffen die Folge und die Jugendliche und ihr Freund würden eine Allianz gegen die Eltern bilden. Was also tun?

Obwohl 15-Jährige sich oft schon sehr erwachsen fühlen, brauchen sie noch deutlich den Halt der Eltern – und Grenzen: Absprachen und klare Regeln darüber, wann und wie lange sie ausgehen darf und um welche Zeit sie wieder zuhause sein muss und auch über die schulischen Leistungen sollten sich die Eltern regelmäßig informieren. So kann bei einem deutlichen Leistungsabfall rechtzeitig etwas unternommen werden.

Mit dem Freund ihrer Tochter sollten Birgit und Robert normal höflich und respektvoll kommunizieren. Ein freundlicher Umgang hat schon oft wahre Wunder bewirkt, und vielleicht entdecken die Eltern hinter dem schlampigen Äußeren sogar einen wirklich netten Menschen. Aber auch wenn das nicht der Fall ist, können Birgit und Robert wahrscheinlich entspannt bleiben, denn höchst selten wird aus der ersten Jugendliebe auch der Partner für’s Leben.

Sexpertin Brigitte Moshammer.

Wenn auch ihr Fragen oder Anregungen zu den Themen Liebe, Partnerschaft und Sex habt, dann schreibt uns (auch gerne anonym, in Stichworten, einfach nur das Problem) doch bitte an online@woman.at, Kennwort: "Moshammer" – Brigitte Moshammer (psychotherapeutin.cc) wird eure Fragen gerne beantworten.