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Ihr fragt – die Sexpertin rät!

Jede Woche beantwortet WOMAN-Sexpertin Brigitte Moshammer eine große Frage zum Thema Liebe und Sex. Diesmal: Nichts steht mehr - was hilft bei fehlender Standhaftigkeit?

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Ihr fragt – die Sexpertin rät!

Tote Hose im Bett - was nun?

© Corbis. All Rights Reserved.

Die Frage.

Seit einigen Monaten hat Marlies’ Mann Demian Erektionsprobleme. Vorerst hat das Paar den Zustand humorvoll als stressbedingten Generalstreik betrachtet und als schlaffe Phase abgetan. Doch mittlerweile gehen Demian die Nerven durch. Es mangelt beiden nicht an Lust, Marlies kommt auch ohne Penetration zu ihren Höhepunkten – aber "Demian kriegt ihn schlicht und einfach nicht mehr hoch und will das gerne ändern. Soll er entsprechende Pillen probieren oder in eine Therapie gehen? Und: Wie kann ich ihm helfen – denn mittlerweile bin auch ich verunsichert, was ich tun soll!"

Die Sexpertin antwortet.

Die erleichternde Nachricht zuerst: Im Laufe seines Lebens hat nahezu jeder Mann irgendwann einmal Erektionsprobleme, die durch Stress, Probleme, schwierige Lebensumstände oder auch körperliche Ursachen ausgelöst werden können. Das ist ganz normal – und meist vergeht das Problem wieder so schnell, wie es gekommen ist. Bestehen die Schwierigkeiten aber über einen längeren Zeitraum hinweg – und das vielleicht sogar unabhängig von äußeren Umständen wie Zeitdruck oder Arbeitsstress – sollte man zuallererst den Arzt aufsuchen, um etwaige organische Ursachen ausschließen. Häufig verschreiben Urologen Tabletten, die eine Erektion erleichtern. Diese Tabletten wirken allerdings nur dann gut, wenn der Mann auch Sex haben möchte und sexuell erregt ist. Das Paar sollte sich also über sexuelle Wünsche und Vorlieben austauschen – damit sind wir beim Punkt, wie Marlies ihren Mann unterstützen kann: Indem sie weiß, was Demian erregt und ihn dementsprechend stimulieren kann. Weniger günstig: Druck auf ihren Mann auszuüben oder möglicherweise sogar seine Männlichkeit in Frage zu stellen – das wird wohl kaum zu einem heißen Liebesspiel inklusive Penetration führen.

Wichtig ist auch, dass Marlies nicht schon beim Vorspiel darauf "lauert", ob Demians Penis nun hart wird oder nicht – das ist so ähnlich, wie wenn man schlaflos im Bett liegt und nur mehr den einen Gedanken im Kopf hat: "Ich MUSS jetzt einschlafen!" So etwas führt selten zum gewünschten Ergebnis. Marlies sollte der Angelegenheit daher so gelassen wie möglich begegnen.

Professionelle Unterstützung durch eine Sexualtherapie oder Sexualberatung hat sich in solchen länger währenden Ruhephasen für viele Betroffenen als äußerst hilfreich erwiesen. Da es in Marlies’ und Demians Fall auch auf beide Auswirkungen hat – schließlich wollen ja beide miteinander Sex haben – sollte das Paar im Idealfall gemeinsam das Problem lösen. Die aufbauende Nachricht zuletzt: Die meisten Männer mit dieser Komplikation entwickeln eine ganze Reihe phantasievoller Praktiken mit den Fingern, dem Mund oder Spielzeug, um ihre Partnerinnen auch ohne Penetration zum Höhepunkt zu bringen. So gesehen ist Demian also, wie viele Männer in seiner Situation, dennoch ein guter Liebhaber.

Sexpertin Brigitte Moshammer.

Wenn auch ihr Fragen oder Anregungen zu den Themen Liebe, Partnerschaft und Sex habt, dann schreibt uns (auch gerne anonym, in Stichworten, einfach nur das Problem) doch bitte an online@woman.at, Kennwort: "Moshammer" – Brigitte Moshammer (psychotherapeutin.cc) wird eure Fragen gerne beantworten.