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Sex-Kolumne: Selbst ist die Frau

Jede Woche beantwortet WOMAN-Sexpertin Brigitte Moshammer eine große Frage zum Thema Liebe und Sex. Diesmal: Ich kann mich nicht selbst befriedigen – was tun?

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Sex-Kolumne: Selbst ist die Frau

Selbst ist die Frau.

© Thinkstock

Die Frage.

Erstmals in ihrem 27-jährigen Leben hat Luisa seit über zwei Monaten keinen fixen Partner – und dadurch auch keinen Sex. One-Night-Stands sind nicht ihr Ding und mit der Selbstbefriedigung hat sie ihre Probleme: "Immer wieder mal lese ich, dass dies eine Möglichkeit ist, die sexfreie Zeit zu überbrücken. Aber ich hab das noch nie hingekriegt. Manche Frauen machen sich’s selbst in der Dusche oder mit einem Dildo. Aber bei mir funktioniert das nicht. Ich habe mir sogar einen Vibrator gekauft und ihn ausprobiert, aber da tut sich rein gar nichts bei mir, erregt mich gar nicht. Und mit der Hand schon überhaupt nicht. Vielleicht liegt’s daran, dass mich nur zwei Stellungen zum Höhepunkt bringen: Wenn ich auf dem Mann sitze oder wenn mich einer von hinten nimmt – doch wie soll das allein klappen mit einem Vibrator? Und wie kann ich mich mit der Hand befriedigen?"

Die Sexpertin antwortet.

Lebensphasen ohne fixen Sexualpartner können auch in sexueller Hinsicht sehr bereichernd sein, weil frau sich selbst erforschen kann und dabei möglicherweise etwas Neues entdeckt, das später auch beim Liebesspiel mit einem neuen Partner viel Spaß machen kann.

Grundsätzlich reagiert die gesamte weibliche Geschlechtsregion auf unterschiedlichste Berührungen wie streicheln, reiben, drücken, Vibrationen … Ganz offenkundig bevorzugt Luisa die Stimulation innerhalb der Scheide. Dabei kann sie ihre Finger oder verschiedene Gegenstände in die Scheide einführen und mit langsamen Bewegungen die für sie erregbarsten Stellen finden, wobei die Scheide zum Ausgang hin besonders empfindlich ist.

Wichtig ist es, dass sie sich dabei ausreichend Zeit nimmt und das Erforschen des Inneren der Scheide eher als eine Art Entdeckungsreise sieht. Der Weg ist (zuerst einmal) das Ziel, nicht der Orgasmus. Dennoch kann eine zusätzliche Aktivierung des (hoffentlich gut trainierten) Beckenbodens zum Erreichen des Höhepunktes nicht schaden – und auch wenn Luisa "nur" mit sich alleine Sex hat, ist es durchaus hilfreich, die Atmung und die Stimme in den Solosex einzubauen, auch dadurch kann sie leichter zum Orgasmus kommen.

Allerdings ist Selbstbefriedigung ohne erregt zu sein nahezu unmöglich. Bevor Luisa also an den entscheidenden Stellen Hand anlegt, sollte sie sich auf Touren bringen. Mit erotischen Geschichten, Pornos – vielleicht gehört Luisa aber auch zu all jenen, die sich am liebsten auf die eigene Fantasie verlassen und sich an erotische Erlebnisse erinnern oder sich spannende Sexstories ausdenken. Wie auch immer: Nur an den Geschlechtsteilen zu rubbeln, ist meist viel zu wenig. Jede Frau (und auch jeder Mann) kann ihre Sexualität im Laufe eines Lebens immer weiterentwickeln und neue Praktiken und Vorlieben entdecken. Dazu braucht es nur etwas Zeit und Geduld und die Neugierde auf die eigene Erregung.

Sexpertin Brigitte Moshammer .

Wenn auch ihr Fragen oder Anregungen zu den Themen Liebe, Partnerschaft und Sex habt, dann schreibt uns (auch gerne anonym, in Stichworten, einfach nur das Problem) doch bitte an online <AT> woman.at , Kennwort: "Moshammer" – Brigitte Moshammer (psychotherapeutin.cc) wird eure Fragen gerne beantworten.