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Ihr fragt – die Sexpertin rät!

Jede Woche beantwortet WOMAN-Sexpertin Brigitte Moshammer eine große Frage zum Thema Liebe und Sex. Diesmal: Mein neuer Freund steht auf SM-Sex, aber ich habe keine Ahnung davon. Wie soll ich mich verhalten?

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Ihr fragt – die Sexpertin rät!

Soll ich mich auf SM einlassen?

© Thinkstock

Die Frage.

Natürlich hat Clara ebenfalls die Trilogie von Anastasia Steele und Christian Grey gelesen. Und sich an Fesselspielen, Peitscheneinlagen und Unterwerfungsposen delektiert. Dass ihr eine Mister Grey-Variante auch im realen Leben über den Weg laufen würde – damit hat die junge Studentin allerdings nicht gerechnet. Ihr neuer Freund ist zwar kein Milliardär, dafür frönt Stefan umso mehr dem Sadomaso-Sex. Clara ist damit mehr als überfordert und hat bis dato immer Ausreden gefunden, um diese Sexspielart nicht praktizieren zu müssen. Zwar war sie beim Sex mit ihren verflossenen Partnern selten die Dominante. Aber mit Lederbändern um den Hals oder ans Bett gefesselt zu sein bzw. von ihrem sehr attraktiven Lover ausgepeitscht zu werden, da traut sie sich nicht wirklich drüber. Andererseits: Clara ist total in Stefan verknallt: "Was soll ich tun? Kann und soll ich SM für mich lernen? Soll ich ablehnen? Oder soll ich Stefan einfach reinen Wein einschenken, dass ich keine Ahnung davon habe und ziemlich unsicher bin?"

Die Sexpertin antwortet.

Sich mit sexuellen Wünschen konfrontiert sehen, die weit entfernt von ihren eigenen sind – wem ist das nicht schon widerfahren? Dabei geht es oft nicht nur um SM-Praktiken, mitunter reicht schon der Wunsch nach Sex bei Licht oder dem Tragen reizvoller Wäsche.

Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollte sich Clara schon im Vorfeld überlegen, wie weit sie gehen möchte und wo ihre persönlichen Grenzen sind. Möglicherweise ist es für sie noch völlig in Ordnung, sich fesseln zu lassen und sich ihrem Partner hinzugeben. Das Aufgeben von Kontrolle kann sehr erregend und aufregend sein. Manche lieben auch die Intensität und die spezielle Art der Intimität, die bei härteren SM-Praktiken entsteht. Für andere stellt körperlicher Schmerz eine unüberwindbare Grenze dar.

Wer nicht grundsätzlich zu SM-Praktiken neigt, wird aber wohl kaum nur durch das Lesen eines Buches seine Vorliebe dafür entdecken – und das scheint auch bei Clara der Fall zu sein.

Wichtig ist jedenfalls, dass sie mit Stefan klar über ihre Möglichkeiten und Grenzen spricht, mit ihm vereinbart wie weit er gehen darf und wo für sie Schluss ist. Es ist keine Schande, nicht jede sexuelle Erfahrung gesammelt zu haben, und es kann für die beiden sehr aufregend sein, sich in Neues vor zu wagen. Dadurch entsteht Nähe und Intimität. Üblicherweise vereinbaren die Beteiligten bei allen SM-Spielen "Safewords", so wie es Anastasia Steele und Christian Grey im Buch gemacht haben. Das bedeutet den sofortigen Stopp, sobald die persönliche Grenze erreicht ist.

Grundsätzlich sollte man bei allen sexuellen Spielarten und Experimenten immer nur so weit gehen, wie es für einen persönlich in Ordnung ist. Man darf beim Sex jederzeit aufhören oder zu einer anderen Variante überwechseln, wenn etwas nicht mehr gefällt. Nur das ermöglicht es immer wieder Neues auszuprobieren und neue Vorlieben zu entdecken.

Sexpertin Brigitte Moshammer.

Wenn auch ihr Fragen oder Anregungen zu den Themen Liebe, Partnerschaft und Sex habt, dann schreibt uns (auch gerne anonym, in Stichworten, einfach nur das Problem) doch bitte an online@woman.at, Kennwort: "Moshammer" – Brigitte Moshammer (psychotherapeutin.cc) wird eure Fragen gerne beantworten.