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Ihr fragt – die Sexpertin rät!

Jede Woche beantwortet WOMAN-Sexpertin Brigitte Moshammer eine große Frage zum Thema Liebe und Sex. Diesmal: Gibt´s die Chance, einen zweiten Frühling mit DEM Menschen zu erleben, den ich schon lange kenne?

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Ihr fragt – die Sexpertin rät!

Zweiter Frühling - gibt´s den?

© Thinkstock

Die Frage.

"Man liest ja oft genug, was man alles tun kann, um ein perfekter Liebhaber zu werden oder sein. Welche Worte man verwenden soll, welche Aphrodisiaka man einsetzen sollte, was man sich alles einfallen lassen kann, um die Leidenschaft einer Frau zu erwecken. Alles schön und gut – aber helfen diese Tipps und Tricks auch, wenn die Beziehung mit MEINER Frau ein wenig eingeschlafen ist? Wir sind seit etwa 27 Jahren beisammen, die Kinder sind aus dem Haus, wir haben beide einen zufriedenstellenden Job, gemeinsame Hobbies … aber die Erotik bleibt völlig auf der Strecke? Gibt´s wirklich die Chance, nochmal einen zweiten Frühling mit DEM Menschen zu erleben, den ich seit Jahrzehnten kenne? Und wenn ja, wie soll ich´s anstellen?

Die Sexpertin antwortet.

Bei vielen Paaren wird die Sexualität im Laufe der Jahre weniger und schlechter. Das ist ganz normal, denn auch dieser Bereich muss, so wie alle anderen Bereiche einer Partnerschaft, gepflegt werden.

Zu Beginn einer Beziehung klappt Sex wie von selbst. Die PartnerInnen können kaum genug von einander bekommen und man kommt einander bei jeder sich bietenden Gelegenheit körperlich näher. Im Lauf der Jahre treten allerdings anderen Themen in den Vordergrund und die Sexualität verliert oftmals an Bedeutung.

Sex wird langweilig, wenn man sich nicht darum kümmert, ihn spannend zu erhalten. Nach einer aufregenden Anfangsphase, in der das Paar meist alles Mögliche ausprobiert und versucht sexuelle Wünsche und Phantasien umzusetzen, schleicht sich oft Langeweile ein. Hat ein Partner bei einem Sexualakt einmal eine bestimmt Praktik abgelehnt, oder einen Wunsch zurückgewiesen, wird das Versuchte oft für alle Ewigkeit ausgespart und das Paar einigt sich im Laufe der Jahre auf den kleinsten gemeinsamen Nenner in Sachen Sex.
Findet Sexualität dann gar nicht mehr, oder nur mehr unzufrieden stellend statt, führt das häufig zu Entfremdung und vermehrten Konflikten.

Um das Sexleben nach vielen Jahren wiederzubeleben, braucht es etwas Planung und den guten Willen beider, vor allem aber Kommunikation. Wenn in einer Paarbeziehung Kommunikation nicht mehr, oder zu einem großen Teil in Form von wechselseitigen Vorwürfen und Aggressionen stattfindet, ist auch Sexualität kaum mehr möglich. Sexualität braucht wertschätzende Kommunikation. Denn oftmals ist es schwieriger und peinlicher Sexualität wieder aufzunehmen, als einander erstmals sexuell zu begegnen. Gespräche über Sex brauchen Zeit und einen entspannten Rahmen. Ein angenehmes Essen zu zweit, eventuell mit einem guten Glas Wein, können den idealen Rahmen dafür darstellen. Wichtig ist es dabei, die eigenen Wünsche zu kommunizieren ohne den Anderen zu verurteilen.
Jeder Mensch hat seine individuelle Sexualität mit individuellen Wünschen und Vorlieben – und solange daran nur Erwachsene, die sich damit einverstanden erklären beteiligt sind, ist alles in bester Ordnung.
Um festgefahrene Tabus zu durchbrechen braucht es Mut und Vertrauen. Nur wer es wagt sich seinem Partner in gewisser Weise auch zuzumuten, kann hoffen, dass seine sexuellen Wünsche in Erfüllung gehen und so kann auch in langjährigen Beziehungen ein zweiter Frühling Einzug halten.

Sexpertin Brigitte Moshammer.

Wenn auch ihr Fragen oder Anregungen zu den Themen Liebe, Partnerschaft und Sex habt, dann schreibt uns (auch gerne anonym, in Stichworten, einfach nur das Problem) doch bitte an online <AT> woman.at , Kennwort: "Moshammer" – Brigitte Moshammer (psychotherapeutin.cc) wird eure Fragen gerne beantworten.