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Verteidigung der Missionarsstellung

Man nennt die Missionarsstellung auch "Mama-Papa-Sex" (gulp!). Damit tut man ihr aber unrecht. 8 Fakten über die drittbeliebteste Sexposition.

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Verteidigung der Missionarsstellung

Männer bezeichnen die Missionarsstellung als ihre drittliebste Sexposition

© Thinkstock/iStock/Artem Furman

Rauf und runter, links und rechts, Bein nach oben, Bein nach unten. Sexstellungen gibt es eine Menge, wer Lust und Leidenschaft hat, kann sich durchs gesamte Kamasutra verrenken oder zu tantrischen Höhen schaukeln.

Und trotz all dieser wundervollen bettgymnastischen Übungen gibt es eine, die alle Trends überdauert hat, die zwar als öde und einfallslos gilt – aber wesentlich besser als ihr Ruf ist: DIE MISSIONARSSTELLUNG. Weshalb wir dir hier 8 wissenswerte Fakten über die viel geschmähte, aber nichtsdestotrotz höchst beliebte Position verraten:

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Missionarsstellung ist nicht die einzige Bezeichnung. Liegt die Frau beim Sex rücklings und der Mann ist auf ihr, dann ist dies auch unter den Namen "Matrimonial" (Ehe), als "Mama-Papa-Position" (wüürrrgsss!), die "Mann on top"-Stellung oder die Englisch-Amerikanische-Stellung bekannt.

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Woher hat die Missionarsstellung ihren Namen? Zwei Thesen gibt es zur Entstehung des Namens (und beide sind nicht korrekt):

  • Christliche Missionare hätten diese Stellung bei der Christianisierung anderer Völker als die einzig zulässige Form des Geschlechtsverkehrs von Eheleuten bezeichnet.
  • Das Volk der Trobriander, so legte der in den 40er Jahren berühmte Sexualforscher Alfred C. Kinsey einen Eintrag in einem Buch des Anthropologen Bronislaw Malinkowski über den Sex der Südseebewohner aus, hätte sich am Lagerfeuer mit Zeichnungen über das einfallslose Liebesspiel der Missionare lustig gemacht.

Die Wahrheit liegt in der Mitte. Zwar machten sich die Südseebewohner laut Malinowskis Aufzeichnungen tatsächlich über das fade Liebesleben der Weißen lustig – von Missionaren ist hier aber keine Rede. Die ihnen vorher unbekannte Mann-oben-Frau-unten-Stellung bezeichneten die Einheimischen in ihrer Sprache als „ibilimapu“ („sie [die Frau] kann nicht mitmachen“). Allerdings beklagten sich die Bewohner der Trobriand-Inseln über die von den Weißen übernommene neue Sitte, dass sich Liebespaare händchenhaltend in der Öffentlichkeit zeigen. Dieses Verhalten galt bei den älteren Trobriandern als unanständig und wurde von ihnen als „misinari si bubunela“ („Missionarsmode“) bezeichnet, „eine dieser neumodischen, von Missionaren eingeführten Unschicklichkeiten." Sexualforscher Kinsey verwechselte den Eintrag – und schuf so die Legende von der "Missionarsstellung."

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In Florida ist die Missionarsstellung die einzig erlaubte Form des Geschlechtsverkehrs. Unglaublich – aber wahr. Trotzdem schätzen wir die Chancen, für ein wenig Hoppeldipoppel im Doggy Style verhaftet zu werden, als relativ gering ein ;-)

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Es ist – vermutlich - die erste echte Sex-Stellung der Menschheit. Unsere Vorfahren, die Menschenaffen, praktizieren Sex teilweise in der Missionarsstellung. Höhlenmalerei zeigt Figuren beim Liebesspiel von Angesicht zu Angesicht. Und auch in historischen Texten ist der menschliche Geschlechtsakt vor allem auf diese Weise dokumentiert.

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Und es ist (nach wie vor) die am häufigsten praktizierte Position. In der berühmten Kinsey Studie (ja, jener vom irrtümlichen Namensgeber Alfred C. Kinsey) bezeichneten 90 Prozent aller verheirateten Frauen diese Position als die am häufigsten genutzte. Für neun Prozent davon war es sogar die einzige Form des Liebesspiels, die praktiziert wurde (ein wenig traurig, hm?). Andererseits: Die Studie wurde vor rund 60 Jahren veröffentlicht. Wir gehen davon aus, dass sich in Sachen Experimentierfreudiges einiges getan hat.

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Man könnte die Missionarsstellung auch als "Gürteltier-Sex" bezeichnen. Ja. Denn auch Gürteltiere machen auf diese Weise Liebe (#unnützesaberlustigeswissen ).

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Du kannst die Stellung ein wenig variieren. Ja, die Missionarsstellung lässt ein paar Optionen zu. Zum Beispiel kann die Frau ihre Schenkel eng zusammendrücken, während der Mann seinen Penis dazwischen reibt. Auch Analverkehr ist in der Missionarsstellung möglich. Es gibt also nicht nur EINE Variante.

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Männer mögen die Missionarsstellung. Nur zwei andere Sexpositionen stehen in der Beliebtheitsskala vor ihr: Doggy Style (also: von hinten) und die Reiterstellung (Frau on top).

Thema: Sex & Erotik