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Sexsomnia: Sex im Schlaf

Mitten in der Nacht vom Partner verführt zu werden, klingt doch eigentlich nicht schlecht. Aber was, wenn der Liebste davon am nächsten Morgen nichts mehr weiß? Dann leidet er wohl an Sexsomnia!

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Sexsomnia: Sex im Schlaf
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Dass manche Menschen beim Sex schon mal eingeschlafen sind, haben viele von uns wohl bereits gehört bzw. vielleicht sogar erlebt. Aber, dass es auch ein gegenteiliges Phänomen, oder wohl eher eine "Störung" gibt, ist ziemlich sicher noch nicht so gut bekannt.
Sexsomnia: Bei dieser Schlafstörung üben die davon betroffenen Personen sexuelle Handlungen, wie beispielsweise Masturbation, aus, oder sie versuchen sogar mit dem Partner neben sich Sex zu haben, während er oder sie selbst tief und fest schlummert.

Was nach einem schlechten Scherz klingt, ist allerdings die absolute Wahrheit. Sexsomnia ist eine Form des Schlafwandelns und gehört daher zu den so genannten Parasomnien, das bedeutet, dass es sich um eine Schlafstörung ohne organische Ursache handelt. Man ist scheinbar wach und vollzieht dabei Oralsex, Geschlechtsverkehr oder Masturbation, nur eben im Tiefschlaf.
Außerdem können die Symptome durch Drogen, Alkohol, Müdigkeit, Stress und Erschöpfung verstärkt werden.

Wenngleich manche von uns das ganze ziemlich amüsant finden, so kann diese Störung bei Betroffenen äußerst peinliche, verstörende und abstoßende Auswirkungen haben.
Problematisch wird es vor allem dann, wenn der Partner, der neben einem liegt, diese spontanen "sexuellen Übergriffe" nicht will und sich verständlicherweise gegen den oftmals gewaltsam provozierten Geschlechtsverkehr wehrt.

Dies ist auch ein Grund, weshalb es bereits mehrere Fälle vor Gericht gab, bei denen erst geklärt werden musste, ob eine Vergewaltigung oder Sexsomnia, also eine Schlafstörung, vorliege.
Tatsächlich ist der Beweis, ob jemand schlafwandelte oder bewusst gehandelt hat, nur sehr schwer im Nachhinein zu erbringen.

Außerdem ist ein weiterer problematischer Aspekt die Tatsache, dass viele Sex-Schlafwandler so wirken und handeln, als seien sie hellwach. Demnach merken es die Partner oftmals gar nicht, dass sie soeben mit einem Schlafenden Sex hatten. Die Erkenntnis, dass der Liebste am Morgen danach nichts mehr vom nächtlichen Liebesspiel weiß, ist dementsprechend ernüchternd.

Sexualtherapeuten plädieren aber dafür, dass Sexsomnia-Patienten sich in ärztliche Behandlung begeben. In speziellen Schlaflabors können sie sich beobachten und in weiterer Folge auch behandeln lassen. So kann in leichteren Fällen bereits das Absetzen von Genussmitteln, wie etwa Nikotin, Koffein oder Alkohol, sowie das Praktizieren von Entspannungsübungen zu einem gesunden und normalen Schlafrhythmus führen. Bei manchen Patienten helfen medizinische Präparate oder spezielle Therapiemethoden, um die Schlafstörung in den Griff zu bekommen.

Generell ist jedoch zu sagen, dass das Phänomen Sexsomnia bisher noch nicht ausreichend erforscht und auch von einigen Medizinern teilweise noch nicht einmal als Krankheit anerkannt wurde.

Sexsomnia: Beischlaf im Tiefschlaf!