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Sexualkunde-Debatte: Brief einer Schülerin!

Sexualkunde bereits in der Volksschule? Damit haben viele Eltern und mittlerweile auch Lehrer ein Problem. Doch wie sehen das eigentlich die Schüler selbst? Eine 14-Jährige Gymnasiastin meldet sich zu Wort!

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Sexualkunde Schule Österreich

.. and the birds and the bees. Was denken Schülerinnen über Sexualkunde?

© iStockphoto.com

Vor kurzem wurde eine neue Richtlinie zum Thema Sexualkunde erlassen. Demnach soll bereits in der Volksschule Sexualkunde stattfinden. Von vielen Seiten (Politik, Lehrerschaft) werden Stimmen laut, die sich schon jetzt dagegen wehren. Allen voran sind es aber die Eltern, die sich Sorgen machen, ihren Kindern könnten Dinge zu Ohren kommen, für die sie noch zu jung sind. Doch wie denken eigentlich die Schüler selbst darüber? Die 14-jährige Gymnasiastin Rosa aus Wien schildert ihre Sichtweise.

Mit der Lehrerin über Sex reden? Das möchte ich nicht.

Derzeit ist es so, dass wir in der Schule mit unseren Lehrer/innen nur über den biologischen Aspekt von Sex sprechen. Der Rest wird mit völlig fremden Personen, die wir danach wahrscheinlich nie wiedersehen werden, besprochen. Und das ist auch gut so. Denn es ist deutlich leichter, sich mit Fremden über gewisse Dinge zu unterhalten, als mit den eigenen Lehrer/innen, mit denen man danach noch lange Zeit zu tun hat. Bei unserem Sexualkundeunterricht war es außerdem sehr angenehm, dass wir Mädchen, getrennt von den Jungs, mit einer Frau sprechen konnten (und umgekehrt), weil es dadurch leichter wurde, sich offen an dem Projekt zu beteiligen. Und das ist, denke ich, das Um und Auf bei der Sexualkunde. Dass man offen reden und Fragen stellen kann, ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen, was die anderen von einem denken. Für Schülerinnen, denen das trotz allem schwer fiel, gab es eine super Lösung: Anonyme Kärtchen auf die sie ihre Fragen schreiben konnten und die dann in die Runde beantwortet wurden.

Der Sexualkundeunterricht bietet den meisten Schülern eine Möglichkeit, alles, was sie bereits gehört haben, noch einmal nachzufragen und das ist bestimmt vielen Schülerinnen ein Anliegen. Aufgeklärt werden die meisten zwar von außerhalb der Schule (teils von den Eltern, teil von Geschwistern oder Bekannten). Aber der Großteil weiß gar nicht mehr so genau, wo oder mit wem er/sie das erste Mal über Sex gesprochen hat. Im Laufe der Jahre erfährt man ja immer wieder etwas Neues. Und das von teilweise ziemlich unseriösen Quellen... Fernsehen oder Internet sind da sicher keine verlässliche Quelle. Genauso wenig wie Freundinnen, die manchmal einen ziemlichen Blödsinn reden, weil sie vielleicht angeben wollen. Mich hat da Vieles verwirrt, aber bestimmte Dinge konnte ich meine Eltern und selbst seine Freundin nicht fragen.

»Kindern und Jugendlichen sollten das Recht haben über die Themen Liebe, Familie und Sexualität Bescheid zu wissen.«
Sexualkunde in der Volksschule

Ich halte es für sinnvoll, mit dem Thema Sexualität auch vor Kindern und Jugendlichen offen umzugehen auch wenn sich viele Eltern dagegen sträuben. Teenager wollen aufgeklärt werden! Und liegt es da nicht nahe dies in der Schule zu tun? Natürlich sollte man den Unterricht altersgerecht angehen und für jede Stufe anders gestalten. Ich denke es sollte aber in keiner Schulstufe oder Altersklasse verboten sein Fragen zu stellen und offen darüber zu reden. Das Wichtigste, für mich als Schülerin ist, dass ich mich im Unterricht wohlfühlen kann und nicht das Gefühl habe, mich in einer total angespannten Atmosphäre zu befinden.
Nur dann ist Sexualkunde interessant und sinnvoll. Kindern und Jugendlichen sollten das Recht haben über die Themen Liebe, Familie und Sexualität Bescheid zu wissen.

Kommentare

Autor

Also ich hatte auch bereits in der Volksschule "Sexualkunde" im Rahmen von Sachunterricht.... kann mich da noch an so ein Buch mit 2 Puzzleteilen die ineinander gepasst haben erinnern. Das ist jetzt mittlerweile ca. 22 Jahre her. Ich denk in der Volksschule ist das Thema noch weniger peinlich, vorausgesetzt die Lehrerin schafft es ganz normal aber kindgerecht darüber zu sprechen.

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