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Shades of Grey: Sexspielzeug unterm Christbaum

Der Erotik-Bestseller "Shades of Grey" ist derzeit ein Verkaufsrenner.

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Shades of Grey: Sexspielzeug unterm Christbaum

Vor Weihnachten wird Sex-Spielzeug à la "Shades of Grey" zum Verkaufrenner.

© © Corbis. All Rights Reserved.

Der Weihnachtsmann weiß, wer gut und wer böse war. Wenn ein Paar beides sein will, dann liegen dieses Jahr wahrscheinlich Liebeskugeln und Peitsche unter dem Weihnachtsbaum. Denn der Hype um die Skandal-Trilogie “50 Shades of Grey” hat Sexspielzeuge salonfähig gemacht.

Das sind gute Neuigkeiten für die Erotikbranche zum zweit- umsatzstärksten Zeitraum des Jahres (nur der Valentinstag läuft besser). Europas Einzelhändler können mit der Nachfrage nach Lederklatschen, Fesseln und Augenbinden kaum noch mithalten. Bei Sex-Unternehmen wie Beate Uhse und Lovehoney sind besonders jene Artikel gefragt, die in “50 Shades” zum Einsatz kommen.

Shades of Grey: Einfluss auf Beziehungen

“’50 Shades’ geht über reine Sexspielzeuge hinaus, was die Auswirkungen auf die Beziehungen angeht”, sagt Nick Hewson, Leiter des auf Produkte für Frauen spezialisierten Marktforschers Hewson Group. Fesselspiele, Dominanz und Sadomasochismus “sind tendenziell eher Paar-Aktivitäten. Man braucht dazu mindestens zwei Personen”.

Die zwei Billionen Dollar schwere Branche ist im vergangenen Jahrzehnt zwischen fünf Prozent und zehn Prozent jährlich gewachsen, dank der Neuausrichtung auf den gehobenen Markt und auf Frauen. In diesem Jahr dürfte das Wachstum am oberen Ende der Spanne liegen, schätzt Hewson. Im kommenden Jahr könnten seiner Einschätzung nach sogar 15 Prozent übertroffen werden - aufgrund der Nachwirkungen von “50 Shades”.

“Wir verkaufen mehr Sadomaso-Artikel, so wie kleine Peitschen und Handfesseln”, sagt der Vorstandsvorsitzen von Beate Uhse , Serge van der Hooft. “Das hat wirklich mit dem Buch zu tun.” Der deutsche Sex-Einzelhändler hat ein Sortiment an Spielzeugen zusammengestellt, mit denen in “50 Shades” der Magnat Christian Grey die Studentin Anastasia Steele dominiert. Zu den Rennern gehören nach Aussage von Van Der Hooft Liebeskugeln und der “We Vibe“-Vibrator für Paare.

Eine Lizenz für eine Vermarktung von Sexspielzeugen unter dem Namen des Buches besitzt Beate Uhse nicht; die sicherte sich das britische Unternehmen Lovehoney für alle Märkte außer den USA. Unter der Marke “50 Shades” hat der führende Online- Erotik-Händler Großbritanniens ein Sortiment mit 20 Produkten entwickelt. Die Preise reichen von 11,99 Pfund für Feder-Kitzler und Augenbinden bis zu 54,99 Pfund für die “Submit to Me” Bondage-Ausrüstung.

Sex-Toys unterm "Shades of Grey"-Label

Die Produktpalette wurde rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft eingeführt und wird von der Autorin des Buches, E.L. James , empfohlen. Die ersten Produkte kamen am 12. November ins Regal - und waren schon nach wenigen Tagen vergriffen. Lovehoney erwartet von der Kollektion im ersten Jahr einen Umsatz von 10 Mio. Pfund. Im vergangenen Geschäftsjahr, das im März endete, hatte sich der Umsatz des Unternehmens auf 15,9 Mio. Pfund belaufen.

“’50 Shades’ hatte eine unglaubliche Wirkung auf das Geschäft”, sagt Lovehoney Co-Gründer Richard Longhurst. “Es hat den Paaren gestattet in den Markt einzusteigen” und hat ihnen vermittelt, “dass es okay ist, Spielzeuge zu kaufen.”

Von der zunehmenden Akzeptanz der Sexspielzeuge dürften auch höherwertige Produkte profitieren, meint Hewson. Dazu könnten das “Tiani 2” Paarspielzeug von Lelo aus Schweden zählen, das für 159 Dollar über den Tisch geht, und die “Little Something” Edelmetall-Vibratoren von Jimmyjane; hier wird auch eine Diamanten-Platin-Version für 3500 Dollar angeboten.

Sexprodukte im oberen Preissegment machen Hewson zufolge nur etwa sieben Prozent des Marktes aus, gemessen am Wert. Damit gebe es noch Raum für weiteres Wachstum, sagt er. Die meisten Sex-Spielzeuge am Markt liegen derzeit im mittleren und unteren Preissegment.

“Wenn die Menschen nicht genug Geld haben, um in Urlaub zu fahren oder einen Fernseher zu kaufen, dann suchen sie nach kleinen Dingen, die das Leben erfreulicher machen, ohne zu viel investieren zu müssen”, erklärt Van Der Hooft. “Unsere Produkte sind dazu sehr gut geeignet.”

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