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Shades of Grey: zu bieder oder frauenfeindlich?

Ein letztes Mal kommt Fifty Shades of Grey ins Kino. Häusliche Gewalt mitten in der #MeToo-Debatte, kritisieren manche. Zu viel Friede-Freude-Eierkuchen, sagen andere - und gut, dass es vorbei ist, Betroffene.

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Shades of Grey - Befreite Lust
© MMXIV Paramount Pictures Corporation. All Rights Reserved.

Die heftigste Kritik kommt von denen, die es wissen sollten - aus Sadomaso-Kreisen: Die S&M-Gemeinschaft gebe einander Geborgenheit, Mr. Grey hingegen manipuliere eine Nochjungfrau mithilfe von Alkohol. Und er macht weiter, wenn sie das "Save"-Word sagt, was sexueller Nötigung gleichkommt.

Stimmt nicht, kontern Fans. Es gebe schließlich ein seitenlanges Vertragswerk, das bestimmt, wo die Grenzen liegen. "Wenn wir die Beziehung zum anderen Geschlecht weiterentwickeln wollen, dann müssen wir die Fähigkeit zur freien Verhandlung lernen", sagt Autorin E. L. James. Außerdem lasse sich Anastasia ganz bewusst auf die Spielchen ein, sie bestimme auch fast jede Entwicklung.

Erika Leonard, so die Londonerin E. L. bürgerlich, stellte die Lovestory zwischen dem Milliardär und der Literaturstudentin ursprünglich als Fan-Fiction von "Twilight" ins Netz. Ihre simple Idee: "Wie ist es, mit jemandem zusammen zu sein, der Sadomaso liebt, man selbst aber nicht so ist? Ich wollte einfach etwas schreiben, das ich selbst mag." Doch der 2011 später bei einem winzigen Verlag erschienene Roman wurde durch Mundpropaganda zum schnellst verkauften Taschenbuch aller Zeiten.

Heute ist die 54-Jährige so reich wie ihr Held Grey, an ihrem gemütlichen bürgerlichen Leben mit Mann, zwei Kindern und Hund hat sie nicht viel verändert. Seit 30 Jahren ist sie mit Drehbuchautor Niall Leonard verheiratet, er durfte auch das Script für "FSOG 3 -Befreite Lust" verfassen. Der Plot: Luxus-SM-Kammern, Anas Eifersucht auf Christians Ex-Gespielinnen, ein Bösewicht, der sie entführt, Hochzeit und Nachwuchs. Die seitenlangen Liebesbeteuerungen vor dem Happy End finden viele "zu bieder und ermüdend". Aber der Mix aus hartem Sex und "Arztroman" macht den Erfolg der Trilogie eben aus.

Einen vierten Film wird's jedenfalls sicher nicht geben: Jamie Dornan machte öffentlich klar, er "stehe für keinen weiteren Teil zu Verfügung". Und E. L. James scherzte, dass sie nach sechs Jahren ununterbrochener Arbeit "nur noch in ein schwarzes Loch fallen und schlafen" will.

Ab 8.2. kommt das Finale von "Fifty Shades of Grey" mit Dakota Johnson und Jamie Dornan ins Kino.

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