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Sheep-View statt Street-View auf den Faröer Inseln

Google kartographiert mit Street View die Welt - nur die Faröer Inseln wurden bislang ausgelassen. Mit einem kuriosen Projekt schlagen die Bewohner zurück.

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Sheep-View statt Street-View auf den Faröer Inseln
© Visitfaroeislands.com

Google Street View macht die Welt ein wenig kleiner. Jeder Ort der Welt kann virtuell besucht werden – vom 360 Grad-Blick über New York bis zum Tauchgang mit den Haien am Great Barrier Reef, einer Internet-Tour durch die französischen Banlieus oder spektakuläre 360-Grad-Aufnahmen gibt es beispielsweise aus der Mongolei, der kanadischen Arktis oder dem Amazonasbecken. Nicht ist dem Dienst fremd, jeder noch so kleine Winkel der Welt wurde von den Google-Kameras digital festgehalten...

Jeder noch so kleine Winkel? Falsch! Denn die aus 16 Eilands bestehende Inselgruppe der Faröer Insel, die wurde von Google Street View bislang völlig ignoriert. Dabei haben die Inselchen, die auf halbem Weg zwischen Norwegen und Island im Nordantlantik liegen, landschaftlich einiges zu bieten. Raues Meer, zerklüftete Klippen, grüne Hügel, unberührte Natur.

Kamera-Schafe ersetzen Google Street View

Diese Ignoranz machte die 49.188 Einwohner der Faröer Inseln reichlich unrund – allen voran Durita Dahl Andreassen vom örtlichen Tourismusverband VisitFaroerIslands.

Durita Dahl Andreassen mit ihren Kameraschafen

Aber die Kleinen konnten sich immer schon auf die Hinterbeine stellen, da braucht man nur die Geschichte von David und Goliath zu betrachten. Wenn man keine Google Kamerawägen auf die Faröer bringen kann, dann braucht es zur Bewerbung der Insel-Schönheit eben ein wenig Kreativität. ""Wenn Google Street View nicht zu den Färöer Inseln kommt, zeige ich die Färöer Inseln der Welt auf einem anderen Weg," dachte sich Durita, und hatte eine brillante Idee: solarbetriebene 360-Grad-Kameras auf den Rücken von Schafen zu befestigen: "Sheep View statt Street View."

Schafe gibt es auf den Inseln mehr als genug. Rund 80.000 Tiere nämlich. Nur fünf von ihnen wurden als Kamera-Schaf ausgewählt, berichtet "Touristik Aktuell": Heidi grast mit einer Kamera auf dem Rücken durch Oslo, Erik ist das Kamera-Schaf in Südnorwegen, Frida ist in den Fjorden unterwegs, Lars zeigt exklusive Bilder aus Trondelag und Kari genießt den Sommer in Nordnorwegen. Die Kameras senden die Clips an Duritas Handy – sie bearbeitet die Videos und lädt sie bei YouTube hoch:

Ziel der Aktion soll es trotzdem sein, Google Street View auf die Faröer Inseln zu bringen, so Durita. "Wir haben eine unglaubliche Landschaft, die sollte man auch bei Google ordentlich aufnehmen." Dazu haben sie und die anderen Touristiker der Faröer Inseln eine Petition gestartet. Bis der Street View-Gigant reagiert, wollen sie jede Woche ein Alternativprogramm von "Sheep View" uploaden. Und wir wünschen uns fast, dass sie nie damit aufhören mögen...

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