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Shopping Queen im Wochenbett

Das Wochenmotto lautet: „Shoppst du schon oder stillst du noch? Style dich für deine ersten Mutter-Sohn-Ausfahrt!" Jung-Mama Verena Sedelmayer leidet.

von

Shopping Queen im Wochenbett

Heels? Kann frau mal vergessen. Vorerst.

© iStockphoto

Als frischgebackene Mama im Wochenbett war ich zuallererst einmal nur eines: ERSCHÖPFT! Überwältigt und fassungslos vom Geschehenen und der damit verbundenen eigenen körperlichen Leistung hatte ich tagelang einen Muskelkater, als hätte ich die letzten Wochen das High-Intensity-Victoria’s Secret-Supermodel-Workout-Bootcamp bei David Kirsch persönlich gebucht.

Unfassbar glücklich mit meinem schlafenden Bündel Glück (das sich dieser Ruhezustand in den nächsten Wochen radikal ändern würde, war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht in aller Deutlichkeit klar... Ich will hier für werdende Mamis nicht spoilern, aber diese Zeilen entstehen gerade um 2 Uhr Früh ;)…) musste ich erstmal die Flut an neuen Gefühlen verarbeiten.

Zu allen passenden und unpassenden Momenten kämpfte ich mit aufkommenden Tränen. Okay, die Wahrheit ist, ich ließ sie einfach laufen, das El Nino-Wetterphänomen war gegen mich ein Nieselregen und der Vater meines Sohnes tat somit das einzig Richtige: Er kaufte erstmal alle Sorten Nuss-Nougat-Aufstrichen die am freien Markt erhältlich waren und packte zur Sicherheit noch ein- /zweihundert Tafeln Erste-Hilfe-Schokolade oben drauf.

Schokotechnisch erstversorgt blieb mir in den langen Schlummerphasen meines Kindes (an dieser Stelle knalle ich gerade vor Müdigkeit fast auf die Tastatur… Ups! Dchon wieder Spoileralarm) also zum Zeitvertreib nur noch eines: Shopping ;:-)

»Da Gott ohnehin eine Frau ist, hat sie für Jung-Mamas Online-Shopping erfunden«

Und da Gott ohnehin eine Frau ist, hat sie für all die ans Bett gefesselten Neo-Mamis Online-Shopping erfunden.

„So what“ dachte ich mir, ich hab’s mehr als verdient, wozu gibt es schließlich Kreditkarten, ein Smartphone und den Onlinehändler meines Vertrauens mit Lieferkreischgarantie!? Unsere erste Kinderwagen-Auswahrt wollte ich schließlich top gestylt unternehmen und dafür braucht es eben eine neue Garderobe.

Ich für meine Wenigkeit kann nur wärmstens eine Herbstgeburt empfehlen, denn da der Pre-Baby-Body noch ein paar Monate warten muss (Heidi, Kate und Alessandra sind hier einfach zu ungeduldig, wie ich finde), kann ich die Babypfunde hübsch in einem neuen Mantel verpacken, schließlich muss ICH mich nicht in wenigen Wochen in den Fantasy Bra quetschen.

Da es aber niemals und zu keinem Zeitpunkt nur bei EINEM Artikel im Warenkorb bleibt (alles andere wäre doch auch irgendwo Zeit- und Energieverschwendung), habe ich mir selbstverständlich noch ein paar Stiefel und hübsche Accessoires virtuell eingetütet, immerhin war ich fashiontechnisch die letzten Tage nicht allzu verwöhnt worden. Krankenhauskittel und XXXXXXL-Baumwollhöschen der Marke „hast du noch nicht gesehen“ hinterließen ein kleines Modetrauma. Und das erfordert eben lindernde Maßnahmen.

»XXXXL-Baumwollunterhosen haben ein Modetrauma ausgelöst«

Glücklich über meine Shoppingtat und noch glücklicher über das zustimmende Lächeln meines Sohnes (okay... DAS entstammt jetzt wohl eher meine hormongeschwängerten Phantasie), erwartete ich also in den nächsten Tagen einen ob der Paketlast erschöpft klingelnden Postboten an meiner Tür.

Meine Überraschung könnt ihr euch vorstellen, als ich stattdessen am nächsten Tag eine Mailbox-Nachricht und eine SMS meines Kreditkartenunternehmens bekam, in dem ich DRINGEND ersucht wurde, umgehend die Sicherheitsabteilung zu kontaktieren. Offenbar klingeln dort alle Alarmglocken wenn kurz vor Mitternacht ein Warenkorb mit einem fast vierstelligen Endbetrag gefüllt wird (ich konnte mich eben bei den Modellen nicht entscheiden. Und wir wissen doch alle, dass wir ohnehin mindestens die Hälfte wieder retournieren… Zumindest rede ich mir das jedes Mal erfolgreich ein).

Die Dame (Göttin sei Dank – eine Frau!!!) an der anderen Leitung, war von einem Kartenmissbrauch der mittleren Sicherheitsstufe felsenfest überzeugt, bis ich ihr meinen Zustand glaubhaft vermitteln konnte. Simon unterstützte mich hier tatkräftig, indem er ins Telefon schrie, während ich versuchte, unsere Stillbeziehung zu intensivieren – entschied er doch just in diesem Moment, dass es Zeit für sein Frühstück ist.

Die Sicherheitsexpertin verstand also meinen Pre-Baby-Body-Shopping-Anfall (oder gab weitere Nachforschungen aufgrund eines nahenden Tinitus-Syndroms auf) und genehmigte meinen Einkauf.

Ich war zufrieden, hatte ich doch auch so ganz nebenbei die erste Shoppingtour gemeinsam mit meinem Sohn unternommen und das noch bevor er eine Woche alt war. Sicher wird er eines Tages eine Frau sehr, sehr glücklich machen, hat er doch ein gewisses Verständnis für Mode quasi mit der Muttermilch aufgesogen ☺

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