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„Sie haben ein ungelesenes Buch. Das Facebook-ABC“

„Das Facebook-ABC“ vereint Wissenswertes und Tipps, Tragisches, Komisches und Kurioses rund um das größte Netzwerk der Welt und ist das ideale Handbuch für jeden, der nicht in die diversen Facebook-Fallen tappen möchte


„Sie haben ein ungelesenes Buch. Das Facebook-ABC“
© Werk

„Sie haben ein ungelesenes Buch. Das Facebook-ABC“ gibt Antworten und erklärt eingebürgerte Verhaltensweisen und Hintergründe rund um ein Netzwerk, das unsere Kommunikationsgewohnheiten verändert hat wie kein anderes. Abkürzungen wie „SU“ oder Begriffe wie „Taggen“ werden erklärt und anwenderfreundliche Tipps wie z. B. das Anlegen unterschiedlicher Freundschaftslisten gegeben.

Hier ein kleiner Abdruck aus dem Buch „Sie haben ein ungelesenes Buch. Das Facebook-ABC“ von May Graefe und Niklas Haye (Ueberreuter Verlag):

Hochzeit
Der schönste Tag des Lebens geht mit zahlreichen Formalitäten
einher. Dass der → Beziehungsstatus von Facebook eine
der wichtigsten davon zu sein scheint, stellte ein 31-jähriger
Amerikaner bei seiner Hochzeit eindrucksvoll unter Beweis.
Kurz vor dem Kuss im Rahmen der Trauung holte er sein Handy
heraus, um seinen Status in »verheiratet« zu ändern. Weder
die Gäste noch die Braut waren in die Aktion eingeweiht.
Der Braut wurde sogleich ein zweites Handy gereicht, um
ebenfalls ihren Status zu aktualisieren. Der Pfarrer reagierte
gelassen: »So I was saying I now pronounce you ashusband
and wife. It’s official on Facebook, it’s official on my book.«
Die ganze Aktion kann übrigens bei YouTube unter dem
Stichwort »At My Wedding Twitterring and Facebooking at
the Altar« angesehen werden.
Vereinzelte Pärchen machten sich in der Vergangenheit bereits
einen Spaß daraus zu testen, wie gut ihre eigenen Kontakte
sie wirklich kennen. Obwohl schon seit Jahren verheiratet,
aktualisierten sieihren Facebook-Beziehungsstatus,
nur um sich im Anschluss über ernst gemeinte Glückwünsche
lustig zu machen.

Untreue
Ist Facebook ein Beziehungskiller? Ein Geburtstagsgruß auf
der Wall des Ex-Partners, ein kurzer Chat mit der hübschen
»besten Freundin« oder auch nur ein »Gefällt mir«-Klick auf
Angelina Jolies neustes Kalenderfoto – jede Achtlosigkeit
kann rasch für Irritationen sorgen. Und in der Tat: Eine Erhebung
des britischen Scheidungsportals (ja, so etwas gibt es)
»Divorce online« aus dem Jahr 2011 bescheinigt dem Netzwerk
eine auf Ehen ganz und gar desaströse Wirkung. Jede
dritte (!) Trennung gehe ihm zufolge auf Facebook zurück.
Die drei Hauptgründe für facebookbedingte Ehescheidungen
seien demnach:
1. als »unangemessen« anzusehende Nachrichten an Nutzer
des anderen Geschlechts
2. böse Kommentare über den Ex-Partner (diese kommen offensichtlich
auch beim aktuellen Partner nicht gut an)
3. Berichte über das Verhalten des Partners durch Facebook-
Freunde (»Verhalten« heißt hier wohl Seitensprung …)

Ex-Freundin
Ob man sie löscht, kann sich schnell zum Politikum entwickeln:
Ja, wir wollten Freunde bleiben. Nur muss das auch
auf Facebook sein? Für diesen Fall braucht jedes neu eingestellte
Foto die klare Message: Ich seh’ gut aus. Ich bin beliebt.
Mir geht es super! Das Löschen hingegen verspricht
einen befreienden, in der Trennungsphase geradezu therapeutischen
Akt – quasi als Pendant zum heute wahrlich zu vernachlässigenden
Löschen der Handynummer.

Klassenkameraden
Wer war noch gleich dieser untersetzte Kerl mit fettigem
Haar, der uns da auf dem Foto erwartungsvoll entgegengrinst?
Und diese Perlenuschi mit »frecher« Dorffrisur – woher
kenne ich die bloß?
Wem derlei Gedanken durch den Kopf gehen, hat zumeist
eine Freundschaftseinladung alter Klassenkameraden in seinem
Postfach gefunden.Waren früher noch kleinere Netzwerke
wie Schoolfellows oder Stayfriends für die schulische
Kontaktaufnahme verantwortlich, führt Facebook dazu,
dass Kontakte aus längst vergangener Zeit auch für die breite
Masse nur einen Mausklick entfernt sind. Nicht selten sind
wir geschockt, wenn wir sehen, was aus dem damaligen
Physik-Crack so alles (nicht) geworden ist, wenn die damalige
Jahrgangsschönheit auf dem Profilbild gefühlte 30 Kilo
zugenommen hat undwenn wir feststellen müssen, dass das
Sport-Ass offenbarseine Leidenschaft für Ausdruckstanz
entdecken durfte. Wiedersehen macht eben nicht immer
Freude. Manche Geheimnisse sollten daher (mindestens) bis
zum Abi-Treffen ungelüftet bleiben.

Abhängigkeit
Ohne lang drum herumzureden: Ja, Facebook kann süchtig
machen. Dass die Zeit auf der Plattform nicht immer sinnvoll
verbracht wird, dass wir gelegentlich einfach mal durch
die Seiten wildfremder Nutzer stöbern und – ehe wir es uns
versehen – wieder eine volle Stunde mit Profilzapping vertrödelt
haben, gehört wohl noch in den Bereich des Normalen.
Spätestens jedoch, wenn du auch offline gedanklich
ständig online bist, dich selbst auf Partys nach den Neuigkeiten
deiner Online-Bekannten oder dem einen oder anderen
→ Anstupser sehnst oder wegen des schlechten Internetempfangs
auf Kinobesuche verzichtest, solltest du dir Gedanken
machen. Mittlerweile entfallen über 20% der von
US-Nutzern online verbrachten Zeit auf Social-Media-Aktivitäten.
Da überrascht es wenig, dass ein Krankenhaus in Rom
bereits seit 2009 zur Entwöhnung seiner »Facebook-Patienten
spezielle Therapien anbietet.

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