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Gefeuert, weil sie Donald Trump den Stinkefinger zeigte

Juli Briskman wurde im Oktober 2017 dabei fotografiert, wie sie der motorisierten Brigade von Donald Trump den Stinkefinger zeigte. Daraufhin verlor sie ihren Job. Doch nun will Briskman klagen.

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Trump Mittelfinger
© facebook.com/JuliBriskman

Es hätte ein Tag wie jeder andere werden sollen, doch es kam ganz anders: Juli Briskman, eine sportliche 50-Jährige, begegnete dem amerikanischen Präsidenten. Besser gesagt, seiner Auto-Flotte, während sie mit dem Rad vorbei fuhr. Tags darauf erschien ihr Foto überall in den amerikanischen Medien. Es zeigte Briskman dabei, wie sie den Präsidenten-Autos den Mittelfinger entgegenstreckt.

Und obwohl man die Identität der Frau auf dem Foto eigentlich nicht erkennen kann, da sie von hinten zu sehen ist, änderte dies ihr Leben. Das Bild ging viral. Ein White-House-Korrespondent hatte ihr Foto mit dem Text: „Einsame Fahrradfahrerin grüßt Präsidentenkonvoi“ getwittert und damit schon nach kurzer Zeit über 90.000 Likes bekommen. Im Netz wurde sie als Heldin gefeiert.

Briskman selbst hatte den Trubel irgendwann mitbekommen und überlegte, ob sie ihre Identität preisgeben sollte. Um sich abzusichern, sprach die Marketingchefin mit ihrer Personalleiterin. Die meinte nur, sie solle während der Arbeitszeit nicht mit der Presse reden. Briskman postete das Foto auf ihrer eigenen Facebook-Seite.

Am nächsten Tag wurde sie fristlos gekündigt. Sie vermutete, dass ihr Unternehmen, Akima, nicht die Regierung verärgern wollte, da diese zu ihren Kunden zählt. Mittlerweile hat die Amerikanerin das Unternehmen verklagt und zwar mit einer ausgeklügelten Anschuldigung: Ihr werde zwar vorgeworfen, gegen die Social-Media-Richtlinien verstoßen zu haben, doch wäre der Rauswurf keine faire Konsequenz. Eine von Briskmans Aufgaben bei Akima war die Überwachung der Social-Media-Accounts der Angestellten.

Dort hätte es einen Fall gegeben, wo ein Kollege jemanden online beschimpft hatte und zwar während einer politischen Diskussion. Laut dem Anwalt von Briskman, hätte jener Fall mit derselben Schärfe abgehandelt werden müssen, was aber nicht passierte. Und deshalb plädiert Briskman auf eine unfaire Behandlung.

Ihre Entscheidung, mit der Sache an die Öffentlichkeit zu gehen, hat Juli Briskman nicht bereut. Unterstützt wurde sie unter anderem von einer Crowdfunding-Kampagne, die ihr zugunsten ins Internet gestellt worden war. Innerhalb von 6 Monaten sind so über 136.000 Dollar in die Kasse der Amerikanerin geflossen. Die ruht sich aber nicht auf den Lorbeeren aus, sondern ist in die Demokratische Partei eingetreten und unterstützt die Anti-Trump-Bewegung "Indivisible".

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