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Die neue Wundertüte

Das Latex-Kondom hat sich in den letzten Jahren nicht wirklich verändert. Doch jetzt haben zwei Amerikaner ein Kondom aus Silikon entwickelt, das nicht nur besser verhüten, sondern auch mehr Spaß ins Bett bringen soll.

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Origami Condoms: Kondome aus Silikon statt aus Latex.

Origami-Condoms: Die neue Wundertüte aus Amerika.

© Origami Condoms

Es kann rot sein, gelb, Noppen haben oder auch keine, nach Erdbeer oder sogar nach Speck schmecken – aber mal ehrlich: so richtig sexy war das Kondom noch nie. Trotzdem: Über 80 Prozent der 16- bis 20-Jährigen mit sexueller Erfahrung halten sie bereit. Vor allem, wer eine neue Beziehung eingeht, benutzt – unabhängig vom Alter – ein Kondom. Nicht nur als Verhüterli, sondern auch zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Damit das Kondom seinen Ruf als Spaßbremse verliert, versuchen die Hersteller, das Latex-Kondom so dünn wie möglich zu gestalten. Das Problem dabei: Je dünner das Material, desto schneller reißt es. Eine Erfahrung, die auch der Amerikaner Danny Resnics machte. 1994 erhielt er die Diagnose HIV-positiv – wahrscheinlich in Folge eines gerissenen Kondoms.

Silikon-Kondom für mehr Sicherheit. Eine Erfahrung, die Resnics und seinen Partner Ray Chavez zu Kondom-Designern machte. Gemeinsam beschlossen sie, wieder bei null anzufangen. Ray Chavez: "Das Kondom wurde 1918 nur aus einem Grund erfunden: Um Sicherheit zu gewährleisten, aber nicht um Spaß zu machen. Wir wollen nicht nur die Schutz-Funktion verbessern, sondern auch mehr Fun ins Schlafzimmer bringen."

In ihrem Labor in Los Angeles tüfteln die beiden Entwickler mit einem Forschungsteam seitdem an der Entwicklung eines Kondoms neuer Generation. Das Material: Silikon. Das Material ist nicht nur dehnbarer und flexibler als Latex, sondern hält auch Viren und Bakterien besser ab. Außerdem lässt es sich wie eine Ziehharmonika zusammenfalten und einfach über den Penis stülpen. Das mühsame Abrollen hat ein Ende.

Origami Condoms: Kondome aus Silikon statt aus Latex.
Verhüterli-Innovation: Das Origami-Kondom aus Silikon.

Das Origami-Kondom. Das "Origami-Kondom", so der Name ihrer Innovation, soll leichter anzulegen sein, die Strukturen und Rippen zudem beiden Partnern zu lustvollerem Sex verhelfen als ohne Schutz. Resnics Prototypen sind dickwandiger und sitzen lockerer. Aber genau das ist der Trick: Die innen mit Gleitgel beschichtete Hülle imitiert nämlich das Innere der Vagina. Das Präservativ hat sogar ein Reservoir, aus dem das Sperma nicht mehr hinausfließen kann. Das sei sicherer als die kleine Ausbuchtung an der Spitze von Latex-Kondomen.

Derzeit befinden sich die von Resnic und Chavez entwickelten Prototypen im Praxistest: Ein Kondom für Frauen, eines für Männer und eines speziell für Analsex. Chavez: "Die ersten Tests geben uns recht. Nun folgt eine großangelegte Studie – ab 2014 soll das "Origami-Kondom" auf den Markt kommen." Dass es sich bei dem Projekt tatsächlich um eine echte Innovation handelt, belegen auch die Unterstützer der Entwicklung. Die "Bill & Melinda Gates Foundation", die Stiftung von Microsoft -Millardär Bill Gates investierte in die Forschung der beiden Amerikaner.