Ressort
Du befindest dich hier:

Sind Feigen wirklich vegan?

Das klingt wie die dümmste Frage der Welt, doch sie ist legitim. Mit hoher Wahrscheinlichkeit isst man mit einer Feige die Überreste einer Wespe mit.

von

Feigen
© unsplash.com/Joanna Kosinska

Es ist fast schon absurd anzunehmen, dass ein Obst nicht vegan ist. Doch im Falle der Feigen gibt es leider eine schlechte Nachricht für alle VeganerInnen: Mit hoher Wahrscheinlichkeit isst man pro Feige eine tote und verdaute Wespe mit!

Die Natur ist ein Mysterium, das uns immer wieder erstaunen lässt. Eine Feige ist nämlich nicht einfach ein normales Obst, sondern eine Blüte, die nach innen wächst. Und wie es nunmal so ist, muss eine Blüte bestäubt werden, um Früchte hervorzubringen.

Und da sie eben nach innen wächst, hat sich die Evolution einen verzwickten Weg einfallen lassen, um die Blüte zu bestäuben. Dafür gibt es Feigenwespen! Die kriechen durch eine enge Röhre in die Feigenblüte und bestäuben sie. Es sind die Weibchen, die diese Aufgabe erfüllen.

(c) unsplash.com/Matt Quinn

Es gibt aber zwei Szenarien. Szenario 1: Das Weibchen kriecht in eine männliche Feigenblüte und legt in dem Hohlraum ihre Eier ab, aus denen dann neue Wespen schlüpfen können. Szenario 2: Das Weibchen kriecht in eine weibliche Blüte. Dort ist der Kanal besonders eng und die Wespe verliert ihre Flügel. Dadurch kann sie nicht mehr wegfliegen und ist in der Blüte gefangen, die sie bestäubt hat. Das Weibchen stirbt in der Blüte und wird von den Pflanzenenzymen verdaut.

Da die Essfeige nur weibliche Blüten hervorbringt, ist es klar, dass wir mit fast jeder einzelnen Feige ein verdautes Wespenweibchen mitessen. Deshalb sind Feigen auch strenggenommen nicht vegan!