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Sind Fieberblasen ansteckend?

Wer eine Fieberblase hat, bleibt meist ungeküsst, denn keiner möchte sich anstecken. Doch ist Lippenherpes wirklich durch einen Kuss übertragbar? Wir klären auf!

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Sind Fieberblasen ansteckend?

Achtung, Fieberblase!

© istockphoto.com

"Nein, gib mir kein Bussi! Ich habe eine Fieberblase!" - Und schon schrecken wir zurück und verziehen das Gesicht, weil wir A) uns nicht anstecken wollen und B) Fieberblasen einfach nur grauenhaft finden. Jeder, der regelmäßig mit Fieberblasen und Lippenherpes zu kämpfen hat, der weiß wovon die Rede ist. Sie jucken, schmerzen und sehen alles andere als hübsch aus.

Warum haben manche Fieberblasen und manche nicht?

Während einige Menschen nahezu regelmäßig Fieberblasen haben, bleiben andere davon gänzlich verschont. Dafür spielen viele Faktoren eine Rolle, die hauptsächlich mit einem intakten Immunsystem zu tun haben. Aber auch Stress, starke UV-Strahlung oder hormonelle Schwankungen (Menstruation, Schwangerschaft) können Herpes auslösen. Eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse, sowie wenig Stress und das Vermeiden von häufigem Sonnenbaden schützen vor Herpes. Natürlich können auch genetische Faktoren darüber entscheiden, ob der Ausbruch von Herpes ausbleibt oder nicht. Grundsätzlich gilt aber: Je geschwächter das Immunsystem ist, desto eher neigt man zu Fieberblasen.

Fieberblase?

Wie wird Herpes übertragen?

Ursache für Fieberblasen oder Lippenherpes ist eine Infektion mit dem Herpes-Simplex-Virus (HSV), das in Österreich etwa 90 Prozent der Menschen in sich tragen. Die Ansteckung erfolgt meist schon im Säuglings- oder Kleinkindalter: Bereits die Hälfte der Kleinkinder sind mit HSV-1 infiziert. Im Teenageralter, dem typischen Küssalter, werden am meisten Viren übertragen. Man unterscheidet zwischen HSV-1 (Hauptauslöser von Fieberblasen) und HSV-2 (Hauptauslöser von Genitalherpes).

Grundsätzlich wird der Virus HSV-1 durch direkten Kontakt mit Menschen übertragen. Entweder über verletzte Haut oder Schleimhäute. Dabei ist die Übertragung durch Trinkgläser, Essgeschirr, Handtücher oder Kleidung eher gering. Außerhalb des Menschen trocknen die Viren nämlich schnell aus und sind damit nicht mehr ansteckend.

Lippenherpes mit natürlichen Mitteln bekämpfen

Küssen verboten bei Fieberblasen?

Es stimmt, dass das Sekret in einer Fieberblase hoch ansteckend ist. Falsch ist jedoch die Annahme, dass der Kusspartner davon ebenfalls in ein paar Tagen Fieberblasen bekommen kann. Nehmen wir an der Partner gehört zu den 10%, die das HSV-1-Virus noch nicht in sich tragen, würde er durch die Erstinfektion vielleicht erst Jahre später (vielleicht auch nie) einen Lippenherpes bekommen. Jemand, der schon infiziert ist, kann über einen Kuss sowieso nicht noch einmal angesteckt werden und ist damit auch vor einer Übertragung sicher. Fazit: Fieberblasen sind für den Großteil der Menschen nicht ansteckend. Allerdings sollten Menschen mit Lippenherpes den den Kontakt zu kleinen Kindern vermeiden.

Im Durchschnitt bricht Lippenherpes das erste mal im Alter von 17 Jahren aus. In manchen Fällen auch früher oder später. Wie oft Herpes ausbricht ist bei jedem unterschiedlich. Die einen bekommen es alle paar Jahre, andere leiden jeden Monat.

Tipps für häufig Herpesgeplagte

- Finger weg von der akut entzündeten Lippe!
- Auf besondere Händehygiene achten, um Mischinfektionen mit Bakterien zu vermeiden.
- Direktes intensives Sonnenlicht oder UV-Bestrahlung nach Möglichkeit vermeiden.
- Wenig L-Arginin-reiche Nahrung (Nüsse – besonders Mandeln, Haselnüsse, Cashewnüsse und Erdnüsse – Schokolade, Rosinen, Gelatine).
- Vermehrt L-Lysin-haltige Produkte (Fleisch, Geflügel, Fisch, Milchprodukte, Eier, Kartoffeln, Hülsenfrüchte).
- In der Apotheke gibt es spezielle Cremes und Kautabletten, die gegen Fieberblasen helfen