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Sind Kinder das Ende einer Beziehung?

Kinder bedeuten neues Leben. Aber manchmal auch den Tod für die Beziehung. Denn durch die Geburt verändert man sich als Paar und statt Familienglück kommt es zur Untreue.


Kinder: das Ende einer Beziehung?
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Für viele ist die Geburt eines Kindes der Inbegriff des Glücks. Aber leider birgt das Elterndasein nicht nur Liebe in der reinsten Form, sondern ebenso eine immense Umstellung des kompletten Lebens: neue Verantwortung, Chaos, Schlaflosigkeit, Sorgen und vor allem neue Rollen: Mutter und Vater. Und nicht mehr (nur) Partnerin oder Geliebter.

Und das stürzt viele Paare in die Krise. Bisweilen mit der Konsequenz, dass man sich trennt oder untreu wird. Zweiteres betrifft nicht nur die Männer, sondern ebenso die Frauen. Männliche Untreue nach der Geburt ist ein durchaus bekanntes Phänomen, die weibliche Untreue hingegen wird weitaus seltener angesprochen, ist aber Tatsache.

Das zeigt eine aktuelle Studie von Gleeden.com, einer Vermittlungsseite für außereheliche Begegnungen, worauf 71% aller Mitglieder Eltern sind. Mit mehr als 3 Millionen Mitgliedern wurde die umfangreiche Umfrage in Bezug auf eine mögliche Verbindung zwischen Mutterschaft und Untreue in ganz Europa durchgeführt, an der über 23.000 verheiratete Mütter teilgenommen haben.

53% der befragten Frauen geben darin an, dass die Mutterschaft sich direkt auf ihre Ehe ausgewirkt hat und den Wunsch nach Untreue bei ihnen geweckt hat. Daher hätten sich 27% nach der Geburt ihres ersten Kindes bei Gleeden registriert und 19% bei der Geburt des zweiten Kindes. 24% der befragten Frauen haben die Grenze zur Untreue überschreiten wollen, als ihr Kind noch nicht fünf Jahre alt wurde und 19% von ihnen, bevor ihr Kind das Alter von zwei Jahren erreicht hat.

Aber warum gehen Mütter fremd?

Die Mehrheit der befragten Frauen (26%) gibt die Vernachlässigung durch den Partner als Hauptgrund ihrer Untreue nach der Geburt ihres Kindes an. Die Entfernung des Partners, der seine Frau nun vorrangig als Mutter sieht und nicht mehr als Geliebte wahrnimmt, wird oft als sehr negativ empfunden.

Weitere 25% der befragten Frauen wollen sich ihrer weiblichen Identität wieder nähern. Beispielsweise "discrete_35", verheiratet mit drei Kindern, sagt: "In den Augen meines Mannes hatte die Mutter die Frau ersetzt. Die Liebe, die ich für meinen Mann empfand, hat sich allmählich zu einer tiefen und ehrlichen Zuneigung entwickelt, nichts Spannendes also. Als Gegenzug bekam er eine untreue aber dafür glückliche Frau, die im Haushalt einen viel gemütlicheren und angenehmeren Ort für alle geschaffen hat."

Wobei die Entscheidung zur Untreue bisweilen auch sehr offen angesprochen wird:

"Ich bin verheiratet und möchte mich keinesfalls scheiden lassen. Zumindest nicht, bevor die Kinder aufgewachsen und unabhängig geworden sind", so "Jekiss", zweifache Mutter, "Ich liebe meinen Mann und er mich auch, aber unser Verhältnis ist platonisch geworden. Wir haben uns gemeinsam dafür entschieden, unsere Ehe zu beenden und unsere Freiheit neu zu gewinnen, sobald unsere Kinder das Familienhaus verlassen haben werden. Mein Mann ist zu meinem besten Freund geworden aber er ist nur noch EIN Mann meines Lebens."

Gründe zur Untreue
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