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In der Liebe sinken Ansprüche

Hach, wie beruhigend! Nach einer neuen Studie sinken in der Liebe die Ansprüche. Männer träumen nicht mehr von der Superfrau, wir nicht mehr vom Ernährer.


In der Liebe sinken Ansprüche

Ich muss ihn mögen, er mich. Und basta!

© Thinkstock

Eigentlich könnte es in der Liebe so einfach sein. Er mag mich, ich mag ihn. Basta. Aber leider haben wir alle Ansprüche und Erwartungen, die unserem großen Beziehungsglück ein wenig im Weg stehen. Doch das dürfte sich nun ein wenig ändern.

Denn nach einer neuen GfK-Studie sind die Ansprüche, die wir an unseren künftigen Lebenspartner stellen, in den letzten zehn Jahren wesentlich bescheidener geworden. Vor allem Männer verlangen demnach nicht mehr nach der perfekten Superfrau (sexy, schön, sportlich, klug, humorvoll, blablablalba ).

Was Männer wollen

Gefragt sind bei den Kerlen offenbar mittlerweile weniger optische Reize als echte Werte. So will es zumindest die Studie: Treu soll sie sein (74 Prozent), gepflegt und fröhlich (je 70 Prozent), beziehungsfähig (65 Prozent), verständnisvoll (64 Prozent) und zärtlich sowie intelligent (je 61 Prozent). Selbstsicherheit ist 47 Prozent der Männer wichtig. Was ein kleiner Gap wäre – denn 63 Prozent der Frauen betrachten ein starkes Selbstbewusstsein als einen entscheidenden weiblichen Charakterzug.

Frauen wünschen sich Treue

Im Männer-Wunschbild der Frauen steht Treue mit Beziehungsfähigkeit an der Spitze (je 78 Prozent), berichtet Angelika Kofler, Leiterin der GfK-Austria Sozialforschung . Das Bankkonto ist – im Gegensatz zu früheren Umfragen – nicht mehr wichtig (wohlhabend kam nur auf zwölf Prozent).

Beide Geschlechter haben im Vergleich zu ihren Wunschbildern vor zehn Jahren wieder vermehrt "Stärke" im Kopf: 41 Prozent der Männer (plus sieben Prozentpunkte) und 52 Prozent der Frauen (plus 18) finden, Männer sollten stark sein.

Geschlechter orientieren sich traditioneller

Der Pastoraltheologe, Männer- und Werteforscher Paul M. Zulehner sieht eine Reorientierung der Geschlechterrollen im Gang, bei einem Teil der Männer sogar eine Re-Traditionalisierung. Die Zahl der "modern" eingestellten Männer wie Frauen sei binnen zehn Jahren deutlich gesunken. Diese Entwicklung gründe in der Belastung durch die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie, bedeute aber nicht automatisch den Rückschritt in die gesellschaftspolitische Steinzeit: "Sehr viele werden pragmatisch, weil sie mit den vorfindbaren Bildern nicht zufrieden sind", sagte Zulehner.

"Modern" heiße heute, dass Frau und Mann selbst bestimmen und untereinander aushandeln wollen, wie sie Beruf und Familie vereinbaren. "Rollenswitching" sei angesagt. 53 Prozent der Männer und 47 Prozent der Frauen beurteilten die neuen Geschlechterrollen als anstrengender als die traditionellen. Viele empfinden es als Entlastung, wenn ein Elternteil daheimbleiben kann. "Stress rausnehmen aus der 'Rushhour' des Lebens, wenn die Kinder noch klein sind", nennt Zulehner das, was 43 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen allerdings als finanziell nicht leistbar bezeichnen.

Und: Wir werden realistischer

Die Rollenbilder zeugten von einer Desillusionierung und einem Pendelschwung in die traditionelle Richtung, bilanzierte Kofler. Beide Geschlechter seien realistischer geworden. Männer stellten aber immer noch weniger Ansprüche an sich selbst und sträubten sich gegen emotionale Anforderungen: Bei den Kompetenzen beziehungsfähig und verständnisvoll (je 25 Prozentpunkte unter dem Wunschprofil), einfühlsam (minus 30 Prozentpunkte) sowie ausgeglichen sein (minus 31) hapert es aus der Sicht der Frauen doch stark. Vergleichen Männer die eigene Partnerin mit ihrem Idealbild, finden sie sie weniger oft fröhlich und ausgeglichen (minus 22 bzw. 20 Prozentpunkte) - und öfter berufstätig (plus 22 Prozentpunkte) als "ideal".

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