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Trauer um "Fürsprecherin der Menschlichkeit": Sissy Mayerhoffer gestorben

Sie war die erste kaufmännische Direktorin des ORF. In der Nacht auf 8. Juni ist Sissy Mayerhoffer im 63. Lebensjahr nach schwerer Krankheit verstorben.

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Trauer um "Fürsprecherin der Menschlichkeit": Sissy Mayerhoffer gestorben
© WOMAN/SusanneSpiel

Ihr Name ist eng verbunden mit Aktionen wie "Licht ins Dunkel" und "Nachbar in Not": Sissy Mayerhoffer, Leiterin des ORF-Humanitarian Broadcasting, ist in der Nacht auf heute im 63. Lebensjahr nach schwerer Krankheit verstorben. Das gibt der ORF in einer Aussendung bekannt. Die Koordination und Weiterentwicklung der humanitären Aufgaben des ORF sowie der Ausbau der Barrierefreiheit durch Audiodeskription und Untertitelung, waren Sissy Mayerhoffer bis zuletzt ein großes, auch persönliches Anliegen.

In der Aussendung heißt es: Der ORF trauert um Sissy Mayerhoffer und würdigt ihre Verdienste für einen starken, öffentlich-rechtlichen und sozialen Österreichischen Rundfunk, für den sie als Hauptabteilungsleiterin in den verschiedensten Funktionen sowie als ehemalige Kaufmännische Direktorin stets engagierte Mitstreiterin war.


„Mit Sissy Mayerhoffer verlieren wir eine Persönlichkeit, die das Unternehmen ORF ganz wesentlich in den unterschiedlichsten Funktionen mitgeprägt hat. Durch ihr großes soziales Engagement hat sie sich vor allem auch um die Initiativen ,Licht ins Dunkel‘ und ,Nachbar in Not‘ große Verdienste erworben. Auch ihrer Krankheit stellte sie sich bis zuletzt mit der ihr eigenen Disziplin und Entschlossenheit. Unser Mitgefühl gilt nun ihrer Familie und ihren Angehörigen", so ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.

Auch ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner äußert sich: „Mit Sissy Mayerhoffer verlieren wir eine Verbinderin, eine Frau, die es geschafft hat, im besten Sinne des Wortes ,gutes Tun‘ zu einem unverzichtbaren Teil des ORF zu machen. Nicht nur das Netzwerk-Schaffen mit den NGOs und Hilfsorganisationen, das Millionen Menschen in Österreich und der Welt rasche, unbürokratische Hilfe zukommen lässt, sondern auch ihre Verbundenheit mit und Einsatz für den ORF in all ihren Funktionen. Ich möchte von ganzem Herzen ihrer Familie, ihren Freunden meine Bestürzung, meine Anteilnahme aussprechen. Sissy, wir vermissen Dich!“

Auch das Rote Kreuz nimmt in einer Aussendung Anteil am Ableben einer "großen Fürsprecherin der Menschlichkeit": Mit Sissy Mayerhoffer verlieren wir eine engagierte Fürsprecherin der Menschlichkeit, die uns allen schmerzlich fehlen wird“, sagt Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer. „Sie hat mit Formaten wie Nachbar in Not als Leiterin des Humanitarian Broadcasting im ORF Herausragendes geleistet und wird uns und all den Menschen, denen wir durch ihre Unterstützung helfen konnten, immer in Erinnerung bleiben. Auch als Rotkreuz-Ambassadorin wurde sie nie müde, selbst nach der Arbeitszeit noch für andere da zu sein. Danke Sissy.“

Auch ihrem Einsatz für Flüchtlinge zollt man beim Roten Kreuz Respekt. Soe heißt es in der Aussendung weiter: "In Zeiten großer Aufregung um Zuwanderung hat die Kampagne „Helfen. Wie. Wir“ vor zwei Jahren dazu beigetragen, zusätzliche Deutschkurse für Flüchtlinge zu finanzieren. Alleine in den vergangenen acht Jahren hat Mayerhoffer acht große ,Nachbar in Not‘-Aktionen wie ,Erdbeben in Haiti‘, ,Flutkatastrophe Pakistan‘, ,Hunger in Ostafrika‘, ,Erdbeben Nepal‘, ,Hungersnot Afrika‘ und ,Flüchtlingshilfe Syrien‘ im ORF verantwortet und sich für deren breite, redaktionelle Wahrnehmung und Umsetzung engagiert. Mit ihrer Arbeit hat sie nicht nur geholfen, den Menschen in diesem Land wichtige soziale Themen näher zu bringen, sondern auch die Arbeit von Freiwilligen aufzuwerten.

Erste kaufmännische Direktorin des ORF

Sissy Mayerhoffer wurde am 12. Mai 1955 in Wien geboren. Ihre ORF-Karriere begann sie Ende der siebziger Jahre als freie Mitarbeiterin in den Bereichen Redaktion, Regieassistenz und Administration. In den Jahren 1996 bis 1998 unterstützte sie als Leiterin des Ö3-Marketings die Neupositionierung des Radiosenders. 1999 bis 2002 wurde sie zur Leiterin des ORF-Marketings und Geschäftsführerin der ORF-Enterprise GesmbH & Co KG ernannt. In dieser Zeit war sie maßgeblich beteiligt an der Initiierung der „Langen Nacht der Museen“. Nach einem Wechsel zur Verlagsgruppe News kehrte sie 2007 in den ORF zurück und wurde als erste Frau in dieser Funktion zur Kaufmännischen Direktorin bestellt. Seit 2010 war sie Leiterin der Stabstelle Humanitarian Broadcasting im ORF.

Neben vielen anderen Tätigkeiten war Sissy Mayerhoffer auch Mitglied im Entwicklungspolitischen Beirat für Europa, Integration und Äußeres, Mitglied der Arbeitsgruppe „Empfehlung zur Darstellung der Menschen mit Behinderungen in den Medien“ im Bundeskanzleramt, Vorstand im Verein „147 Rat auf Draht“, Aufsichtsrat im Verein Rudolfinerhaus sowie Obfrau des Heilpädagogischen Zentrums Hinterbrühl. Sissy Mayerhoffer ist Trägerin des Verdienstordens „pro merito melitensi“ des Souveränen Malteser Ritter Ordens für ihre Leistungen im Rahmen der Aktion „Nachbar in Not“, die menschliches Leid weltweit lindert.

Die ORF-„Seitenblicke“, langjähriger Partner von „Licht ins Dunkel“, kondolieren heute um 20.05 Uhr in ORF 2 mit einem Nachruf.

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