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Skinny Shaming - das öffentliche Anprangern des Dünnseins

Es ist tabu, Übergewichtige zu kritisieren und das ist verdammt gut so! Dünne Menschen leiden jedoch ebenso unter Betitelungen wie "Hungerhaken" oder "Spaghettibeine" - warum ist das noch salonfähig?

von

schmale Taille

"Na, der Bauch würd' aber schon noch ein paar Knödel vertragen!"

© Digital Vision.

"Oh mein Gott, ist die dünn!", "Die bricht ja schon fast ab", "Gebt der doch mal etwas Anständiges zu essen!" - schon einmal einen dieser Sätze gehört? Oder gesagt? Ähnliche Aussagen nur umgekehrt bei kilomäßig besser situierten Menschen würden wir öffentlich kaum noch wagen. Es gehört sich einfach nicht, über das Gewicht anderer zu lästern. Aber nur, wenn es zuviel ist? Bei dünnen Menschen darf über jemanden hergezogen werden?

Dabei tut es schlanken Menschen genauso weh, wenn sie für ihr Aussehen kritisiert werden. "Schlacksig", "nur Haut und Knochen", "dürr" - all das gefällt genauso wenig wie "fett", "Dickerchen" oder "blad".

Ein hervorragendes Beispiel für die Doppelmoral in dieser Problematik ist die mediale Aufregung, wenn ein Herr Lagerfeld Sängerin Adele mit den Worten "Sie sie ist leider ein wenig zu fett." bedenkt. Völlig zu recht, wird hier der Designer für seine beleidigende Aussage bekritelt! Aber genau so unschön ist es, wenn dann die eben Beschimpfte auf gleiche Art und Weise zurück schimpft: "Ich habe nie versucht, mich mit einer Diät auf Hungerhaken-Niveau zu schrumpfen. Und ganz ehrlich: Ich glaube auch nicht, dass Männer diese Bohnenstangen tatsächlich attraktiv finden." Traurigerweise um keinen Deut besser. Dazu gab es jedoch keine öffentliche Erregung, das gehört beinahe schon zum guten Ton.

Niemand sollte aufgrund seines Gewichtes verspottet werden. Denn man bemängelt auch beim "Skinny Shaming" nur das Äußere eines Menschen und vermittelt bisweilen sogar das Gefühl, man kann es nie richtig machen, egal welche Körpermaße man nun inne hat.