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Skispringer Gregor "Schlieri" Schlierenzauer geht jetzt unter die Fotografen

Er ist der jüngste Skiflug-Weltmeister, erfolgreichster österreichischer Skispringer und im Skiflug der bislang erfolgreichste – Gregor Schlierenzauer, 20, hat aber eine weitere Leidenschaft: die Fotografie.


Skispringer Gregor "Schlieri" Schlierenzauer geht jetzt unter die Fotografen
© APA/Helmut Fohringer

Vor eineinhalb Jahren kam "Schlieri" zur Fotografie – wenn man immerhin als Skisprung-Star oft genug vor der Linse steht, kann man schon mal auf solche Gedanken kommen. Durch Fotograf Sven Hoffmann wurde Schlierenzauers Interesse noch mehr geweckt, dieser soll ihm schließlich beigebracht haben, "das richtige Aug' zu bekommen".

Regelmäßige LeserInnen des Blogs des 20-Jährigen wissen bereits, dass Schlieri mittlerweile "das richtige Aug'" hat – seit mehreren Monaten postet er seine Erlebnisse und Eindrücke in einer Art "Foto-Tagebuch".

"Man versucht immer, sich zu verbessern."
Nicht nur im Sport, sondern auch in der Fotografie hat den Tiroler der Ehrgeiz gepackt: Auf die Frage des "Seitenblicke"-Magazins, was denn sein Lieblingsmotiv sei, nannte er nicht seine Freundin Sandra, sondern meinte: "Alles, was ein gutes Bild hergibt. Das ist wie im Sport. Man versucht immer, sich zu verbessen."

Allerdings ist es Schlierenzauer ziemlich egal, ob er als Fotograf ernst genommen wird oder nicht: "Das ist mir eigentlich wurscht", verriet er gegenüber dem Magazin "Wiener", "Ich fotografiere nicht, um aufzufallen, sondern weil es mir taugt. Und weil es mittlerweile schon fast eine Sucht ist."

"Die kleinen Dinge machen ein Bild erst interessant."
Am liebsten fotografiert Schlierenzauer übrigens mit seiner Leica M9 – und ohne technischem Schnickschnack, (fast) ganz im Stile analoger Fotografie. So macht er auch viele Polaroide, wobei er sich gerne auf kleinere Details konzentriert: "Seit ich fotografiere, fallen mir kleine Dinge öfter auf. Sachen, die ich vorher nicht bemerkt habe. Das finde ich cool. Die kleinen Dinge machen ein Bild erst interessant."

Diese kleinen Dinge scheinen Schlierenzauer auch zu helfen, Ausgleich zum Sport zu finden. Gerne würde er übrigens einmal Heidi Klum porträtieren – "ein Model haben, das weltbekannt ist und schon zigtausende Foto-Shootings mit den besten Fotografen der Welt gehabt hat" sieht er dabei als Herausforderung.

Erste Fotoausstellung
Sein Ehrgeiz und sein Talent haben wohl dazu geführt, dass Schlierenzauer Ende Oktober seine erste Foto-Ausstellung haben wird. Die gesammelten Werke sind unter dem Titel "Snapshot" von 28. bis 30. Oktober 2010 im Studio Kasulke in Wien zu sehen. Der Erlös der käuflich erwerbbaren Bilder kommt der Initiative Wings For Life zugute.

Fotos auf dem Blog von Gregor Schlierenzauer:
www.gregorschlierenzauer.at/blog

Redaktion: Marlene Altenhofer