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Slugging: Was steckt hinter dem schleimigen Beauty-Trend?

Ist Vaseline wirklich der heimliche Superhero unter den Beauty-Produkten? Wir haben eine Expertin gefragt, was es mit "Slugging" auf sich hat.

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gesicht eincremen vaseline
© iStock

Bei diesem Beauty-Trend freuen wir uns, dass Englisch nicht unsere Muttersprache ist und wir deshalb die Bedeutung hinter dem Begriff "Slugging" getrost ignorieren können. Das Kunstwort stammt nämlich von "Slug", also dem englischen Wort für Nacktschnecke. Aber keine Sorge: Schnecken-Sekrete werden hierfür nicht gebraucht (obwohl unsere Redakteurin selbst das getestet hat), sondern stinknormale Vaseline.

Slugging soll der letzte, aber entscheidende Schritt unserer abendlichen Beauty-Routine sein. Dabei schmiert man Vaseline über die zuvor aufgetragenen Pflegeprodukte. Die Salbe ist nämlich für ihre okklusiven Eigenschaften bekannt – sie bildet eine Schutzschicht über der Haut, sodass keine Feuchtigkeit verdampfen kann. Der Haut bleibt also nichts mehr anderes übrig, als die tollen Inhaltsstoffe der Pflege aufzunehmen – so die Idee hinter Slugging.

Was ist Vaseline?

Vaseline wurde vom britischen Chemiker Robert Chesebrough im späten 19. Jahrhundert entdeckt. Damals handelte es sich noch um eine dicke, braune Substanz, unter der Wunden erstaunlicherweise schneller heilten. So wurde das "Petrolatum" anfangs vor allem für diesen Zweck eingesetzt. Aus chemischer Sicht handelt es sich bei Vaseline um eine Mischung aus Mineral- und Erdölen. Die Salbe ist hypoallergen und nicht-komedogen – sie verstopft somit weder die Poren, noch löst sie allergische Reaktionen aus.

Woher kommt Slugging?

Die Methode, die vor allem der K-Beauty zugeschrieben wird, ist keine neue – selbst Marylin Monroe wird nachgesagt, es mit Slugging versucht zu haben. Jedoch ist sie den letzten Wochen im Netz wieder in den Fokus gerückt. Es schaut ja auch zugegebenermaßen recht eindrucksvoll aus, wenn sich eine Influencerin einen dicken Batzen Vaseline ins Gesicht schmiert. Und auf den Social-Media-Plattformen geht es bekanntlich um das Visuelle. Doch ist Slugging wirklich etwas, das auch wir uns angewöhnen sollten?

Für wen ist Slugging geeignet?

Laut Kerstin Ortlechner, Fachärztin für Dermatologie, kann man mit der Methode durchaus gute Ergebnisse erzielen, aber nur, wenn man es richtig macht: "Personen mit Ekzemen oder sehr trockener Haut können es mit Slugging versuchen." Noch besser findet die Expertin aber das sogenannte "Spot Slugging", also die punktuelle Anwendung: "Wer Narben mit einer Narbencreme behandelt, sollte es mal mit Spot Slugging versuchen und ein wenig Vaseline über der Creme verteilen. So kann der Wirkstoff noch besser in die Haut eindringen." Man sollte aber in jedem Fall darauf achten, eine nicht zu große Menge der Vaseline zu erwischen – eine dünne Schicht reicht auch.

Trotzdem ist die Ärztin kein Fan von Slugging: "Ich stehe der Methode sehr kritisch gegenüber. Eine Studie im Journal of Cosmetic Science hat gezeigt, dass Vaseline zwar nicht-komedogen ist, aber eben okklusiv. Wenn ich also mein Gesicht nicht ausreichend reinige, dann sind da Bakterien, die unter der Hautoberfläche schlummern. Und da die Vaseline jene mit einschließt, kann es so zu massiven Akne-Ausbrüchen kommen." Für Personen mit Akne, öliger Haut oder mit Rosacea findet die Expertin also klare Worte: Finger weg vom Slugging!

Slugging lieber so versuchen:

Ortlechner empfiehlt all jenen, die es trotzdem mit Slugging – oder besser Spot Slugging – versuchen möchten, zu Alternativen zu greifen. Statt Vaseline eignet sich nämlich auch eine sehr reichhaltige Pflege oder Salben, die denselben "Ziegeleffekt" haben, die Haut aber trotzdem atmen lassen. Und immer darauf achten, die Haut vor der Anwendung gründlich zu reinigen!

Thema: Pflege