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SM-Profis ist "Fifty Shades of Grey" zu hart

SM-Profis sagen: Der Bestseller "Fifty Shades of Grey" sei kein Buch über Bondage oder sado-masochistische Praktiken. Sondern ein Buch über häusliche und sexuelle Gewalt.

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Bondage
© Zoran Zeremsk/ iStock/ Thinkstock

Die Bücher wurden millionenfach verkauft. Und der erste Trailer zur 50Shades-Verfilmung ist bereits jetzt der meistgeklickte Clip des Jahres. "Fifty Shades of Grey" ist aktuell wieder in aller Munde. Einen großen Teil des Erfolges macht die sexuelle Komponente aus. Die beschriebene Unterwürfigkeit der weiblichen Hauptfigur gegenüber einem dominanten Mann übt scheinbar fast hypnotische Faszination aus. Christian Grey macht sich Anastacia untertan, dominiert sie sexuell und übt Sadomaso-Praktiken aus. Doch nun distanzieren sich BDSM-Gruppen von den expliziten Darstellungen des Buches. Nicht weil die Szenen zu soft wären... Sie kritisieren: 50 Shades of Grey sei viel zu hart.

Was ist BDSM?

Der Begriff BDSM setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“ zusammen und fasst sexuelle Verhaltensweisen zusammen, die Dominanz, Unterwerfung, spielerische Bestrafung, lustvolle Schmerzen oder Fesselspiele beinhalten.

Beschreibt "Fifty Shades of Grey" Missbrauch?

Die perfekte Umschreibung für "Fifty Shades of Grey"? Nach Ansicht der Experten: Nein! Denn bei BDSM sind Sicherheit und Komfort absolute Bedingung. Beiderseitiges Einverständnis und Vertrauen ist das A und O. Partner und Partnerin helfen einander nach dem Akt oder Spiel wieder aus dieser Erfahrung hinaus zu finden. Davon wird in "Fifty Shades of Grey" nichts geschrieben. Die sexuell völlig unerfahrene Anastasia wird von Christian unter Druck gesetzt und manipuliert - ihr Mitmachen als freiwillig zu bezeichnen, wäre dezent übertrieben, so die Kritikpunkte. Überaus problematisch ist zudem die zusätzliche Alkoholisierung Anastasias durch Christian, um sie leichter gefügig zu machen.

Darüber hinaus sei ihr Leben von Furcht bestimmt: Sie verheimlicht und versteckt Emotionen und Dinge vor Christian, da sie Angst vor seiner Wut und seiner Eifersucht hat. Sie fürchtet sogar um ihre eigene Sicherheit. Man könne, so die Kritiker, also durchaus Analogien zu Missbrauch ziehen.

Mit BDSM habe das Buch nicht viel zu tun, so der Tenor in manchen BDSM-Foren. Einige User grenzen sich sogar dezidiert von "Fifty Shades of Grey" ab. Im Buch werde Missbrauch romantisiert, schreibt eine Userin. Und warnt: Wenn man sich den enormen Verbreitungsgrad ansieht, könnte dies noch einen eher unerwünschten Einfluss haben...

50 Shades of Grey

via: reddit.com-user ahhidk

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