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So macht das Arbeitsleben wieder Freude

Wenn sich Unlust im Job wechseln! Wie das bestens gelingt, verrät Expertin Martina Violetta Jung.


So macht das Arbeitsleben wieder Freude
© Thinkstock

Hakt’s und zwickt’s bei dir seit geraumer Zeit im Job? Fehlt dir die Perspektive, oder haben sich gar schon berufsbedingte körperliche oder seelische Schmerzen eingestellt? Zuerst einmal: Damit bist du nicht allein. Rund ein Drittel der Österreicher klagt über physische oder psychische Belastungen am oder durch den Arbeitsplatz. Der Lösungsansatz für deine Probleme: Es könnte sein, dass du im falschen Job bist! Was du tun kannst, um Sinn und Spaß im aktuellen Beruf zu finden – oder überhaupt einen anderen, zu dir passenden –, das verrät Martina Violetta Jung. Sie war Top-Wirtschaftsanwältin, als ein Burnout sie mit 32 in die Knie zwang. Als CEO eines internationalen Logistikunternehmens und später als Leadership- Coach und Autorin entwickelte sie eine ganzheitliche Methode („Ich kann so nicht mehr arbeiten“, Verlag Scorpio, € 20,60), mit der jeder sein berufliches Wesen erkennen, annehmen und ausleben kann.

Alle Zylinder zünden.

Kommen dir Sätze wie „Lern was Ordentliches, dein Job muss dich ernähren“ bekannt vor? Viele haben Ausbildungen oder Berufe ergriffen, die aus Sicht der Eltern und Lehrer ein sicheres Einkommen bedeuten. An Spaß dachte dabei kaum jemand. Mittlerweile bestätigt jedoch auch die Gehirnforschung, dass man nur dann gute Leistungen bringt, wenn man sein Herz im Beruf ausleben kann. Denn der Mensch funktioniert wie ein Motor mit vier Zylindern: Linke Gehirnhälfte (logisches, analytisches Denken), rechte Gehirnhälfte (kreatives, ganzheitliches Denken), Herz (Emotion) und Solarplexus (Intuition). Im Beruf will man oft nur das Potenzial deiner linken Gehirnhälfte. Viele laufen also auf nur einem Zylinder. Das geht nur so lange gut, bis der Motor einseitig erhitzt und kaputt ist.

Job muss beglücken.

Du findest deinen Ausgleich nur privat? Funktioniert nur bedingt. Rechne nach: Die Woche hat 168 Stunden. Rund ein Drittel verbringst du mit deiner Arbeit und dem, was zusätzlich nötig ist (Anfahrtszeit, Reisen). Zieht man den täglichen Schlaf ab, bleibt ein knappes Drittel deiner Lebenszeit übrig, um sich wohlzufühlen. Eindeutig zu wenig.

Ohren auf.

Bist du unsicher, ob du nur eine vorübergehende Krise hast oder tatsächlich im falschen Beruf bist? Beobachte dich einen Tag lang genau: Was sagst du über deinen Job? Ist es überwiegend positiv oder negativ? Macht dich der Inhalt oder das Umfeld unrund? Negative Äußerungen über das Umfeld deuten auf das falsche Unternehmen hin, schlechte Bekundungen über die Tätigkeit auf den unpassenden Job.

Messe nach.

In jedem Job gibt’s Dinge oder Situationen, die man nicht so mag. Beispiel: Buchhaltung bei selbständig Kreativen. Dieser unangenehme Part sollte nicht viel mehr als 30 Prozent betragen. Die restlichen 70 Prozent sollten Spaß machen.

Mache sauber.

Du kannst oder willst die Firma oder deinen aktuellen Beruf nicht
wechseln? – Akzeptiere, dass es zurzeit keine anderen Wege gibt, und höre auf, dich negativ über deine Arbeit zu äußern. Vermeide Firmentratsch, denke an angenehme Dinge. Der Mensch denkt durchschnittlich 60.000 Gedanken pro Tag, der überwiegende Teil ist negativ. Das wirkt sich aus – drehe es um.

Neue Ordnung.

Manchmal hilft es, Aufgaben neu zu gestalten oder zu verteilen. Beispielsweise Tätigkeitsbereiche mit Kollegen zu tauschen oder im Team anzugehen. Ist meist jedoch nur eine Übergangslösung.

Raum fürs Herz.

Nichts davon nützt, und du glaubst, im falschen Beruf zu sein? Weil du Steuerberater bist, aber eine unausgelebte künstlerische Ader hast? Die wenigsten können es sich leisten zu kündigen. Beschäftige dich also drei bis fünf Stunden pro Woche mit dem, was dich begeistert, baue es zur Nebentätigkeit aus. Wer auf sein Herz hört, erhält nach und nach Reaktionen „im Außen“. Das Institut HeartMath in Kalifornien hat wissenschaftlich bewiesen, dass man die größte Resonanz bei anderen Menschen und seinem Umfeld hat, wenn man „seinem Herzen folgt“.

Ab in die Sandkiste.

Du hast vergessen, was wirklich Spaß macht? Setze dich eine halbe Stunde pro Woche hin, und frage dich: Was begeistert mich? Frage Eltern, Geschwister oder Freunde, womit du dich als Kind stundenlang voll Elan beschäftigt hast. Ein großes Stück von dem, was wir sind und wollen, ist dort zu finden.

Frage Freunde.

Hast du herausgefunden, was dir Spaß macht, aber es gibt keinen Job dazu? Frage Leute deines Vertrauens: „Wenn du eine Beschäftigung für mich erfinden müsstest, in der mein Herz aufgeht, und das unabhängig von bestehenden Berufsbeschreibungen, was wäre das?“ Du wirst überrascht sein, dass nahezu alle Menschen dasselbe sagen.

Redaktion: Petra Mühr