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So gefährlich kann tauchen sein

Tauchgänge mit Sauerstoffflasche erreichen eine Tiefe von bis zu 18 Metern. Das birgt einige Gefahren, die aber noch nicht zur Gänze erforscht wurden.

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© iStock

Das Tauchen mit Sauerstoffflasche, auch Gerätetauchen genannt, kann ein tolles Erlebnis sein. Im wahrsten Sinne des Wortes in eine andere Welt "abtauchen", zwischen Fischen und Korallen dahingleiten und die Stille genießen. Doch was für manche als Highlight des Sommerurlaubs bezeichnet wird, birgt leider auch viele Gefahren. So erklärte der Tauchmediziner Frank Hartig, der an der Med-Uni Innsbruck forscht, der Tageszeitung derStandard , dass Tauchgänge nicht zu unterschätzen sind. So ratet der Mediziner beispielsweise davon ab, Kinder unter 12 Jahren bei einem Tauchgang mit Sauerstoffflasche mitzunehmen, denn 10 Prozent der Taucher weisen laut Hartig nach dem Tauchgang ungewöhnlich viele Stickstoffblasen im Blut auf – man spricht auch von sogenannten "High-Bubblern". Die Mechanismen, die diesem Phänomen zu Grunde liegen, seien noch nicht vollständig geklärt.

Frank Hartig forscht in Tirol, wo er die verschiedensten Vorgänge in den kalten Alpenseen untersucht. Bei der Rückkehr an die Wasseroberfläche passieren die meisten Tauchunfälle. Die Vorgänge der sogenannten Dekompression sind noch unklar. Das Hauptproblem ist der Stickstoff, der sich bei einem Tauchgang aus der Atemluft im Körpergewebe löst. Da sich beim Auftauchen der Druck verändert, gibt das Gewebe diesen Stickstoff wieder ins Blut ab. Die Blasen, die dabei entstehen können, können zur Gefahr werden. Hartig vergleicht diesen Vorgang mit einer geschüttelten Cola-Flasche, die man öffnen will. Der Druck muss langsam abgebaut werden, um ein Überschäumen zu vermeiden. Deshalb sollte man bei einem Tauchgang langsam auftauchen. Wer schon mal an einem Tauchkurs teilgenommen hat, hat vermutlich diese Anweisung öfter als ein Mal gehört. Zu schnelles Auftauchen kann lebensbedrohliche Folgen haben und man muss sofort zur Behandlung in eine Überdruckkammer – davon gibt es beispielsweise in Österreich nur eine, in Graz. Die Mechanismen, die hinter der Dekompression stehen, wurden noch nicht ausreichend erforscht. Hierzulande wird hauptsächlich in Seen getaucht. Die Kälte des Wassers erhöht die Dekompressionszeit enorm. Rund ein Dutzend tödlicher Tauchunfälle passieren in Österreich pro Jahr.

Thema: Reise

Kommentare

Gerald Jenewein

Bitte nochmal mit der Quelle abgleichen:
Der Tauchmediziner in Innsbruck heißt Frank Hartig und nicht Hartik. Es geht ums Tauchen mit Pressluft bis 40 m, und daher auch nicht um Sauerstoffflaschen.
Tauchen mit Sauerstoff wäre in dieser Tiefe giftig!

WOMAN

Vielen Dank für die Infos! Wir werden den Beitrag gleich überarbeiten.