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So wird Ihre Liebe erwachsen: So kann man endlich lernen, alte Muster abzustreifen

Prägungen und Muster aus der Kindheit stehen uns oft im Weg, wenn es um die Liebe geht. Wie Sie sich befreien können, um eine erfüllende Beziehung zu finden, lesen Sie in WOMAN.


So wird Ihre Liebe erwachsen: So kann man endlich lernen, alte Muster abzustreifen
© Illustration: Kerstin Luttenfeldner

Wahre Liebe, Respekt, zwei Menschen auf Augenhöhe – vom Kopf her wissen wir, wie eine Beziehung sein sollte, die uns glücklich macht. Für die Erkenntnis, dass die Praxis oft ganz anders ausschaut, braucht man keine Statistiken über hohe Scheidungsraten: Jeder kennt im eigenen Freundeskreis soundsoviele Paare, bei denen’s nicht gut läuft oder die sich gerade getrennt haben. Und in der eigenen Partnerschaft ist womöglich auch schon (wieder) der Wurm drin. „Warum gerate ich immer an den Falschen?“, haben Sie sich schon in vielen schlaflosen Nächten gefragt. Die einfache Antwort darauf: weil Sie ihn suchen. Denn alte Muster aus der Kindheit übernehmen unbewusst die Regie, wenn es um die Auswahl von Partnern geht. Und solange wir ihnen nicht das Handwerk legen, ist die Gefahr groß, immer wieder an den gleichen, nicht adäquaten Typ Mann zu geraten: zu machoartig, zu unterwürfig, zu lieblos, zu gewalttätig …

„Großteils haben wir Partnerschaft durch das Vorbild unserer Eltern gelernt“, erläutert Michael Adam, Lebenscoach und Seminarleiter in Eichgraben. „Das hat uns geprägt. Das Teuflische ist, dass diese Prägungen fast ausschließlich in unbewussten Bereichen wirken. Wir glauben, das gehört sich halt so.“ Eine Frau macht sich zum Beispiel zum „Putzfetzen“ für ihre Familie. Papa meckert nur herum, Worte der Wertschätzung fallen nie. Tochter und Sohn erleben dieses „Spiel“ tagtäglich, 18 Jahre lang. Dann hat der Sohn selbst eine Freundin, legt die Füße auf den Tisch will sich bedienen lassen. Sie ist empört: „Was ist los, bist du gelähmt? Kannst mir ruhig im Haushalt helfen. Und deine Socken gib gefälligst selbst in die Waschmaschine!“ Er versteht die Welt nicht mehr: „So funktioniert Partnerschaft nicht, ich habe das ganz anders gelernt.“ Und die Streitereien sind programmiert. Oder aber es kippt ins andere Extrem: Er macht sich selbst zum „Putzfetzen“, weil er nicht möchte, dass eine Frau, die er liebt, so leiden muss wie seine Mutter. Seine Partnerin findet ihn mit der Zeit nicht mehr erotisch, beginnt ihrerseits zu meckern. „Warum drückst du die Zahnpastatube immer oben statt unten aus …?“

Die Tochter wiederum wird entweder das Muster der Mutter übernehmen, ihrer Tochter weitergeben und so den Teufelskreis am Leben erhalten. Oder aber: Hausarbeit löst bei ihr Brechreiz aus, sie möchte nie so sein wie ihre Mutter. Wenn man bei ihr in die Wohnung kommt, denkt man, eine Bombe hat eingeschlagen. „Muster werden oft über Generationen weitergegeben“, bestätigt auch Elisabeth Moshammer, Psychologin und Psychotherapeutin aus Wien. „Unsere Eltern sind unser erstes Beziehungsmodell, dieses prägt unsere Definition von Normalität. Selbst dann, wenn unangenehme und drastische Elemente wie Gewalt oder sexuelle Übergriffe unseren frühkindlichen Beziehungsalltag ausmachen. Leider bedeutet das uns Bekannte auch immer Sicherheit.“ Und so ist später der unbewusste Drang vorhanden, alte Beziehungsmuster erneut zu inszenieren. „Ein leider gängiges Beispiel sind hier Töchter alkoholkranker bzw. gewaltbereiter Väter, die wieder Beziehungen eingehen, die den Erfahrungen der Kindheit entsprechen“, so Moshammer, „die sich in einem immer wiederkehrenden Scheitern zwischen Liebe, Abhängigkeit, Ohnmacht, Verzweiflung und dem Wunsch, aus dieser Spirale auszusteigen, wiederfinden.“

LESEN Sie die ganze Geschichte in WOMAN 17/09!

Thema: Liebe