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So lernen Kinder den Umgang mit Geld

Nur wer von klein auf lernt, sein Geld einzuteilen, wird es als Erwachsener leichter haben, sein Budget zu verwalten. Bettina Fuhrmann, Leiterin des Instituts für Wirtschaftspädagogik in Wien, weiß, welche Richtlinien bei der Erziehung Gold wert sind.


So lernen Kinder den Umgang mit Geld
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WOMAN: Wie lehrt man Kinder den richtigen Umgang mit Geld?
FUHRMANN: Nicht alles, was sie sehen, können sie verstehen. Beginnen Kinder Fragen zu stellen, sollte man diese auch genau beantworten. Zum Beispiel, warum das Geld aus dem Bankomaten kommt, welche Vor-und Nachteile das Zahlen mit Karten hat oder wodurch der Wert des Geldes eigentlich bestimmt wird. Es ist auch wichtig, mit gutem Beispiel voranzugehen. Nicht vergessen: Eltern geben ihre Einstellung zu Geld an ihre Kinder weiter.

WOMAN: Und wenn sich Eltern häufig verschulden? Was bewirkt das?
FUHRMANN: Das kann dazu führen, dass der Nachwuchs ebenfalls nicht mit Geld haushalten kann. Es sei denn, er ist von dem schlechten Beispiel so schockiert, dass er dann selbst das genaue Gegenteil leben und sehr sparsam oder sogar knausrig wird.

"ELTERN GEBEN VOR, WIE KINDER SPÄTER EINMAL MIT GELD UMGEHEN WERDEN."

WOMAN: Sollte man einen Taschengeld-Kredit gewähren?
FUHRMANN: Davon rate ich ab. Der Sinn des Taschengeldes liegt ja darin, dass Kinder mit einem fixen Betrag auskommen sollen. Sie müssen lernen, Ausgaben zu planen, Geld einzuteilen sowie für größere Ausgaben konsequent zu sparen. Eine Ausnahme kann höchstens bei einem günstigen Angebot gemacht werden. Dabei aber gleich klären, dass es nur ein Vorschuss ist.

WOMAN: Wie und ab wann lehrt man die Kinder das Sparen?
FUHRMANN: Wenn sie Wünsche äußern, kann man fragen: Was könnte man sich sonst um diesen Betrag kaufen, wenn man darauf verzichten würde? Die berühmten "Marshmallow-Studien" der 1980er-Jahre haben gezeigt, dass die Fähigkeit zum Bedürfnisaufschub im Kindesalter auch im Erwachsenenalter Bedeutung hat: Wer als Kind länger auf eine Süßigkeit warten konnte, war als Erwachsener erfolgreicher, hatte mehr Selbstvertrauen, Stressresistenz und soziale Kompetenz.

Themen: Eltern, Kinder

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