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Liebe Haut, sei nicht so sensibel!

Für einige von uns ist es ein Dauerzustand, für andere nur eine kurze Phase: Wenn unsere Haut empfindlich reagiert, bekommen wir den Alarmzustand aber immer zu spüren. Warum sie dann juckt, spannt und rot wird, klären wir hier auf.

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Liebe Haut, sei nicht so sensibel!
© istockphoto.com

Reagiert deine Haut sofort mit Rötungen, wenn du ein neues Produkt aufträgst, oder schuppt sie gleich nach der Gesichtsreinigung? Dann ist höchste Vorsicht geboten – "beleidigte Haut" kann nämlich schnell zur komplizierten Angelegenheit werden. Was die Gründe für die gereizte Stimmung sind und wie du der Haut am besten "Keep calm and carry on!" sagst, durchleuchten wir in sieben Fragen:

Habe ich empfindliche Haut?

Eine eindeutige Definition gibt es für empfindliche Haut leider nicht. Es ist vielmehr die eigene Wahrnehmung, wie etwa ein beengtes Gefühl oder Jucken an der Oberfläche. Generell spricht man von sensibler Haut, wenn der äußere Schutzmantel geschädigt ist, es zu erhöhtem Wasserverlust kommt und Eindringlinge von außen freien Eintritt in die Epidermis haben. Es muss aber nicht immer an den äußeren Feinden liegen, auch die Hormone und sogar das Essen können Trigger sein: in der ayurvedischen Lehre gelten z. B. erhöhte "Vata" -und "Pitta"-Doshas als Grund für trockene, sensible, schuppige und unruhige Haut. Saure und scharfe Speisen zu meiden, vermehrt basisch zu essen und Massagen mit warmen, nährenden Ölen werden in diesem Fall empfohlen. Aber auch seelische Strapazen gehen uns unter die Haut: Ängste, Stress und Aggressionen können vor allem Flecken, Jucken und Schwellungen begünstigen. Als ganzheitliche Lösung raten Experten zu regelmäßigen Yoga- & Meditationssessions.

Was reizt die Haut besonders?

Neben der erblichen Veranlagung sind die größten Aggressoren UV-Strahlung, Umweltverschmutzung und Temperaturschwankungen wie Hitze und Eiseskälte. Aber auch was wir täglich an unser Schutzschild lassen, von der Gesichtsreinigung bis hin zur Creme, kann Reizstoffe beinhalten. Wer zu oft Peelings oder erneuernde Produkte wie Fruchtsäuren oder Retinol verwendet, geht auch das Risiko der Trockenheit und Entzündungen ein.

Was kann man bei der Reinigung falsch machen?

Vorweg: Das abendliche Reinigungsritual ist bei sensibler Haut wichtiger als das morgendliche. Denn Make-up-Reste und die mikroskopisch kleinsten Teile in der verschmutzen Luft haften sehr gut auf der Teint-Oberfläche und gehören weg. Das Putzprogramm muss aber so sanft wie möglich sein: Milde Waschmittel, Mizellen-Produkte und Öl-Reiniger sind ideal. Bloß kein heißes Wasser verwenden, sondern mit lauwarmem waschen. Gesichtsbürsten maximal ein Mal pro Woche einsetzen. Diese sollten dann speziell für Sensibelchen gemacht sein. Peelings sind nicht verboten, aber ebenso nur ein Mal pro Woche zu empfehlen. Tipp: Enzymatische Scrubs den groben, mechanischen Körner-Peelings vorziehen! Ebenso tabu: alkoholhaltige Gesichtswässerchen!

Was tun im Akutfall?

Wer seine Haut dringend beruhigen will, steckt oft in einem Teufelskreis: In der Hoffnung auf Ruhe kauft & schmiert man immer. Wer nicht richtig darauf achtet, könnte damit aber noch mehr Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe an die Haut lassen, was für gespanntere Verhältnisse sorgt. Die Haut benötigt eigentlich so wenig wie möglich an Pflege, da sie sich selbst am besten reguliert. Also lassen Sie die koreanische 10-Schritte-Pflege mit Lotions, Essenzen, Seren und Emulsionen aus, konzentriere dich auf nur ein bis zwei Pflegegoodies, die für "sensible Haut" ausgerichtet sind. Sie entschärfen kritische Momente mit Urea, Algenextrakten & Panthenol.

Gibt es Inhaltsstoffe, die Sensibelchen gar nicht mögen?

Starkes Peelen, alkoholhaltige Reiniger und säurehaltige Goodies erst mal wegräumen. Gerade die Schönmacher Retinol, Vitamin C, Frucht- & Glycolsäure, die man gerne zum Herbststart verwendet, müssen in sensiblen Zeiten Pause machen. Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe stehen auch im Verdacht, zu reizen. Tipp: Weniger oder gar keine Konservierungsstoffe sind in Produkten, die in Airless- oder Pumpspendern oder einer Tube verpackt sind.

Kann Make-up die Haut in gereizte Stimmung versetzen?

Ja, auf jeden Fall! Das regelmäßige Waschen bzw. Austauschen von Pinseln, Schwämmen & dem heiß geliebten Make-up-Ei ist oberstes Gebot – auch hier lauern Bakterien.

Es wird einfach nicht besser?

Ist die Haut ständig im Alarmzustand oder schlimm gereizt? Ein Dermatologe kann mit medizinischen Präparaten & Tests der Sache auf den Grund gehen.

Thema: Pflege