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So machen Sie Karriere

Wer im Karriere macht, ohne sich zu verbiegen.


So machen Sie Karriere

Wer hat mehr Erfolg im Beruf? Taktisch perfekte Rollenspieler oder Selbstverwirklicher, die ihr eigenes Naturell leben? Wie authentisch kann ein Manager im Spannungsfeld zwischen Unternehmenszielen und eigenen Karriereambitionen, zwischen Macht und Menschlichkeit sein?

Während die einen meinen, dass Führung umso besser funktioniert, je authentischer der Boss agiert, halten die anderen Authentizität in den Chefetagen für eine naive Traumvorstellung. Und umgekehrt: Kann man es sich auf den unteren Sprossen der Karriereleiter leisten, seine Meinung um jeden Preis zu vertreten? Bringt derart selbstbewusstes Auftreten sogar Pluspunkte?

In WOMAN sagen drei Coachs, wie jeder im Job ein Profi werden und trotzdem er selbst bleiben kann.

• Überzeugungen leben.

Authentisch sein heißt, mit sich selbst guten Kontakt zu haben, mit Herz und Hirn hinter seinem Tun zu stehen. Persönliche Überzeugungen zu leben – für sich selbst und gegenüber anderen: Das Bild, das man von sich hat, stimmt mit dem anderer überein. „Natürliche, ungekünstelte Menschen strahlen eine hohe Anziehungskraft aus“, sagt Coach Kerstin Wundsam, „Sie gehen wie von selbst in Führung. Weil man ihnen gerne folgt.“

Die treibendste Kraft jedes Tuns ist eine klare Vision, die mit eigenen Werten und Überzeugungen übereinstimmt. Tom Beck, Coach und Berater aus Wien, hält Berufung für den Schlüssel zum Erfolg.

Credo: Nicht Sie füllen eine Rolle aus, sondern die Rolle erfüllt Sie. Voraussetzung: Sie kennen sich selbst, um die Facetten Ihrer Persönlichkeit an der richtigen Stelle zum Einsatz zu bringen. Ein strukturierter Mensch, der die Ordnung liebt, ist vielleicht in einem Beamtenjob goldrichtig. Ein Vollblutverkäufer, der gern auf Menschen zugeht und das für ihn passende Produkt gefunden hat, wird gute Umsätze bringen.

Wer ergründen will, was er gern tut, dem rät Beck zum Prinzip des Weglassens: „Wer alles weglässt, was keinen Spaß macht, ist unausweichlich am Weg zur Erfüllung: Der Bach dessen, was erfreut, wächst.“ Wer nach eigenen Werten handelt, kann auch mit Macht verantwortungsbewusst umgehen. Und seit der Krise wäre das für nachhaltigen Erfolg wichtiger denn je, sagen Experten.

• Sich selbst entdecken.

Man selbst sein zu dürfen ist ein Urbedürfnis des Menschen. Doch viele Begabungen und Merkmale der Persönlichkeit sind oft unentdeckt, weil man sie nicht kennt oder sich nicht getraut hat, sie auszuleben. „Wer schon als Kind ständig ermahnt und begrenzt wird, gewinnt schwer genügend Selbstvertrauen in seine Fähigkeiten. Gute Freunde und Partner können helfen, das eigene Ich zu akzeptieren, wie es ist, und es zu vervollständigen“, sagt Coach Doris Riha. „Selbsterkenntnis bedeutet manchmal, sich neu zu erfinden.“

• Bedürfnisse aussprechen.

Im Beruf ist es freilich nicht immer möglich, vor jedem seine Meinung ungefiltert hinauszuposaunen – außer, man möchte seinen Job loswerden. Authentische Menschen bringen ihre Bedürfnisse und Befindlichkeiten auch angemessen zum Ausdruck. Riha: „Man sollte abwägen zwischen Ehrlichkeit und Diplomatie, zwischen Überzeugung und Notwendigkeit.“ Wer authentisch kommuniziert, greift andere nicht an, sondern spricht vom Ich. Ein Vorwurf wie „Sie kommen immer zu spät“ kommt anders als „Ich brauche Sie pünktlich um 8 Uhr, sonst fühle ich mich stehen gelassen.“

Riha: „Dieses Echte, Originale und Ungekünstelte zieht an, sorgt für angenehme Gefühle und gibt Sicherheit. Der Mensch wird erkennbar, fühlbar und einschätzbar, egal in welcher Rolle: ob als Chef, Mitarbeiter oder privat.“ Probieren Sie es aus!

Thema: Karriere